Vereinsleben
Das ist Nordhalbens stärkster Verein
Das wohl älteste Fotodokument stellt diese Turnerriege aus dem Jahr 1920 dar, rechts der damalige 1. Vorsitzende Georg Schlee.
Das wohl älteste Fotodokument stellt diese Turnerriege aus dem Jahr 1920 dar, rechts der damalige 1. Vorsitzende Georg Schlee.
Foto: Repro: Norbert Neugebauer
F-Signet von Norbert Neugebauer Fränkischer Tag
Nordhalben – Mit 670 Mitgliedern ist der ATSV der größte Verein in Nordhalben. Nun feiert er sein 160. Jubiläum.

Mit einem großen Festabend in der Nordwaldhalle feiert der ATSV Nordhalben am Samstag, 17. September, um 19.30 Uhr sein 160-jähriges Bestehen. Die Besucher dürfen sich auf ein multimediales Programm unter dem Thema „ATSV in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ freuen.

Ehrenvorsitzender Rudolf Ruf ist für die Gestaltung verantwortlich und führt auch durch die Veranstaltung. Neben einem animierten Rückblick mit Einblicken aus der Vereinschronik ab 1900 und vielen alten Fotos steht ein Dokumentarfilm von Reinhard Wendel über das aktuelle Geschehen im Jubiläumsjahr im Mittelpunkt.

Gezeigt werden auch Aufnahmen der großen Weihnachtsshows der 1990er Jahre. Weiterhin werden ausgewählte Gäste zu ihrer Vorstellung eines attraktiven Vereinsgeschehens in den kommenden Jahren befragt. Für die musikalischen Höhepunkte sorgt der Spielmannszug.

Zwei Vereine verschmolzen

Nordhalbens stärkster Verein, der aktuell rund 670 Mitglieder zählt, startete im Frühjahr 1946 nach Ende des Zweiten Weltkriegs seinen Neuanfang. Die zwei ursprünglichen Gruppierungen, der „Allgemeine Turn- und Sportverein 1900“ und der Arbeitersportverein „Freie Turner“, gegründet 1922, fusionierten für den Wiederaufbau.

Getreu dem alten Turnermotto „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“ nahmen Konrad Deckelmann, Erich Füg, Alfred Radlo und Josef Kuhnlein die Fäden in die Hand, letzterer als 1. Vorsitzender. Örtliche Sportfeste 1947 und 1948 fanden große Beachtung.

Unter Karl Hundt als neuer Vorsitzender blühte der ATSV in den Folgejahren auf. Nach einem „Interzonalen Turntreffen“ mit einer bekannten Schleizer Turnriege 1950 im Saal des Gasthauses „Weißes Lamm“ folgte im gleichen Jahr das 50-jährige Bestehen, das sich noch auf die Gründung des älteren Vereins bezog.

Doch bald folgte der erste Rückschlag: Nach Querelen zogen die Fußball- und Tischtennisspieler aus und gründeten mit dem FC Nordhalben 1951 einen zweiten Sportverein.

Skischanze und Turnhalle gebaut

Ab 1953 fuhren starke Mannschaften zu den Deutschen und Bayerischen und Oberfränkischen Turnfesten. Auch der Skisport hielt Einzug, sogar eine vereinseigene Sprungschanze wurde 1955 gebaut. Der Spielmannszug wurde 1956 gegründet und avancierte schnell zum weithin bekannten musikalischen Botschafter.

Mit einer heute schwer vorstellbaren Eigenleistung errichtete der Verein 1960 seine Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle, die in den nächsten Jahrzehnten viele große sportliche Erfolge, aber auch erinnerungswürdige Feste ermöglichte.

1961 fand die Umbenennung in „ATSV 1862“ statt, nachdem es Belege gab, die eine Nordhalbener Turnerschar bereits in diesem Jahr nachwies. Auch neue Sportarten ermöglichte die Halle mit der ergänzenden Freiluftanlage: Handball, Basketball, Sportschießen, Trampolinturnen, Leichtathletik sowie Schwimmen und Freizeitsparten folgten im Lauf der Jahre.

Das Jahr 1989 bedeutete eine Zäsur im Vereinsleben. Die Marktgemeinde wollte eine neue Mehrzweckhalle mit Sport- und Schulsportbetrieb bauen. Dazu war jedoch aus Zuschussgründen erforderlich, dass der Verein sein Haus an die Kommune abtrat. Der Zustimmungsbeschluss stieß vor allem in älteren Mitgliederkreisen auf Ablehnung mit Folgen: Karl Hundt trat nach 40 Jahren als Vorsitzender zurück und machte Platz für Rudolf Ruf, der dann 20 Jahre lang den Verein führte.

Wettkampf-Turnen in der Vereinshalle – Karlheinz Kürschner zeigt beim Sprung über das Pferd sein Können.
Wettkampf-Turnen in der Vereinshalle – Karlheinz Kürschner zeigt beim Sprung über das Pferd sein Können.
Foto: Repro: Norbert Neugebauer

In der neuen Nordwaldhalle fand der ATSV nun seine neue Heimstatt und profitierte auch sportlich von den optimalen Bedingungen. Im Gegenzug stellt er bei den Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen sowie Veranstaltungen regelmäßig personelle und finanzielle Unterstützung bereit.

Neben sportlichen Erfolgen der etablierten Abteilungen kamen auch im Fitnessbereich und im Breitensport neue Aktivitäten dazu. Badminton, Volleyball und Sportkegeln ergänzten das Angebot. Der Verein wuchs dadurch weiter, zwischenzeitlich gehörten ihm sogar über 900 Mitglieder an. Einen enormen Aufschwung verzeichnete die Basketball-Sparte, die in ihrer Glanzzeit bis in die 2000er-Jahre mit teilweise sechs Mannschaften am oberfränkischen Spielbetrieb teilnahm.

Die Damen spielten ein Jahr in der Oberliga und sorgten mit beachtlichen Pokalerfolgen für überregionale Bekanntheit.

Viele Titel geholt

Auch die Ski-Renn-Asse konnten in den Wintern auf Oberfränkischer Ebene Titel einfahren. Als Meister der Bezirksklasse West hatten die Volleyball-Damen 2016 ihren Höhepunkt und spielten dann in der Bezirksliga.

Top-Leistungen erzielten die Trampolinturner mit zwei Bayerischen Meisterschaften, ein Ultra-Marathonläufer schaffte es sogar in die Senioren-Nationalmannschaft.

Bernd Sorgenfrei übernahm 2019 den Vorsitz und hatte die schwierige Aufgabe, den Verein durch die Pandemie mit ihren negativen Folgen für das Gemeinschaftsleben zu führen. Dass ihm und seinem Team das gut gelang, zeigt sich aktuell vor allem im Freizeit- und Fitnessbereich. 119 Sportabzeichen im Corona-Jahr 2020 stellten nicht nur oberfrankenweit eine Bestmarke dar.

 

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