"Kill Cranach"
Ein Krimi als Liebeserklärung an Kronach
Altbürgermeister Manfred Raum, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „1000 Jahre Kronach“, übergab Bürgermeisterin Angela Hofmann ein Exemplar des druckfrischen Krimis „Kill Cranach“.
Altbürgermeister Manfred Raum, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „1000 Jahre Kronach“, übergab Bürgermeisterin Angela Hofmann ein Exemplar des druckfrischen Krimis „Kill Cranach“.
Foto: Maria Löffler
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kronach – Zum Kronacher Jubiläumsjahr gibt es einen Kriminalroman, in dem es nicht ums Morden, sondern um Bilder geht: „Kill Cranach“ von Wolfgang Polifka.

Um es gleich vorwegzunehmen: der Kronacher Cranach-Krimi ist kein Thriller, kein Kriminalroman, bei dem ein schreckliches Verbrechen aufzuklären wäre. Der Autor hat anderes im Sinn. Sein neuer Roman „Kill Cranach“ ist „ein Krimi, auch für Leser, die normalerweise keine Krimis mögen. Spannung ja, aber wenn sie Angst vor Leichen haben, hier wird ihnen keine begegnen. Wenigstens keine menschliche“, so gibt der Autor selbst Entwarnung.

Oberkommissar Götz Flößer ermittelt

Auf was richtet sich dann die Androhung des Titels? Der Kronacher Polizei wird bei der vielfach wiederholten Drohung schnell klar, dass besonnenes Handeln geboten ist, denn in der Geburtsstadt des Malerfürsten steht eine außergewöhnliche Cranach-Ausstellung bevor, zu der Werke aus aller Welt ausgeliehen werden. Der Wert der Bilder geht in die Milliardenregion. Ein riesiges nationales und internationales Besucherinteresse ist prophezeit.

Spannende Polizeiarbeit

Mehr kann zum Inhalt nicht verraten werden, denn jetzt beginnt die spannende Polizeiarbeit, bei der die Kronacher Inspektion im Zentrum des Geschehens steht und auf Anordnung des bayerischen Innenministeriums unterstützt wird durch Kommissare aus München und Bamberg, eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei und das THW, und selbst vom FBI wird Hilfe angefordert. Der wie Lucas Cranach in Kronach geborene Wolfgang Polifka lässt die Leser intensiv die Ermittlungen des Kronacher Oberkommissars Götz Flößer verfolgen.

Katastrophe für die Kunstwelt droht

Da Cranachs Werk „Die Gerechtigkeit“ aus besonderem Grund das Lieblingsbild des Oberkommissars ist, versucht er unermüdlich hinter das Geheimnis der schrecklichen Androhung zu kommen. Dabei pflegt er seine eigenen Methoden der Polizeiarbeit – ob er letztendlich eine Katastrophe für die Kunstwelt verhindern kann?

Vom Schauplatz des Geschehens, der Cranach-Stadt Kronach, hat Wolfgang Polifka viele städtische Besonderheiten eingeflochten; am Crana Mare entwickelt sich fast eine Tragödie, und natürlich steht die mächtige Festung Rosenberg im Mittelpunkt, wo Cranach ja immerwährend in der Fränkischen Galerie anzutreffen ist.

Eine Liebeserklärung an Kronach

Ein Cranach-Krimi, ja, aber ebenso eine Liebeserklärung an die Cranach-Stadt, ein Kronach-Roman liegt hier zugleich vor. Und der kann selbstverständlich nicht ohne einen Touch Mundart auskommen. Das Fränkische ist notwendigerweise einigen Akteuren in den Mund gelegt. Angst vor Dialekt, dem hiesigen, dass sie ihn vielleicht nicht verstehen, müssen die Leser trotzdem nicht haben. Zumindest nicht in „Kill Cranach“. Denn da wird „Oxford-Fränkisch“ gesprochen. Und „Oxford-Fränkisch“ versteht jeder, sogar die Bayern oder Hamburger.

Klar, Mundartexperten wird die vereinfachte Schreibweise wohl nicht befriedigen, aber das Buch soll ja auch außerhalb der fränkischen Landschaften gelesen werden – bis hin nach Baton Rouge, USA, woher die Vertretung des FBI mit Kronacher Wurzeln kommt.

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