Stamm
Erinnerung an ein Naturwunder
Die „Große Buche“ am Waldrand östlich von „Häusles“ gehört heute zu den denkmalgeschützten Bäumen im Landkreis Kronach. Der mächtige Baum erreicht zwar nicht die  Ausmaße der Wildenberger Buche, doch ein Ausflug in die herrliche Natur und Landschaft zwischen dem Fuchsberg und dem Oberen Roten Bühl ist ein  Genuss für Körper und Seele.
Die „Große Buche“ am Waldrand östlich von „Häusles“ gehört heute zu den denkmalgeschützten Bäumen im Landkreis Kronach. Der mächtige Baum erreicht zwar nicht die Ausmaße der Wildenberger Buche, doch ein Ausflug in die herrliche Natur und Landschaft zwischen dem Fuchsberg und dem Oberen Roten Bühl ist ein Genuss für Körper und Seele.
Foto: Alexander Grahl
Weißenbrunn – Die Riesenbuche von Wildenberg zählte zu den beeindruckendsten Bäumen im Frankenwald und in ganz Bayern.

Als ein Naturwunder gilt die einstige Riesenbuche von Wildenberg. Sie war mit über tausend Jahren die älteste Vertreterin „ihres Stammes“ in Bayern. Vor einhundert Jahren hat man der „Grande Dame“ des Frankenwaldes einen demütigenden Abgang bereitet. Die Geister, die sie rief, stehen heute vor den Toren.

Der Frankenwald hat von jeher den Ruf, einzigartige Prachtstücke von Waldbäumen beherbergt zu haben. Ein solcher Prachtbaum war neben der „Eibe vom Breitengrund“ nordöstlich von Wallenfels und dem legendären „Großvater“ am Osthang der Thiemitz die „Riesenbuche von Wildenberg“ südwestlich von Weißenbrunn.

Der Stolz des Dorfes

Die Wildenberger Buche war Eigentum der Schafhutgenossenschaft Wildenberg und der Stolz des Dorfes. Sie stand auf einer Hochfläche von 498 Metern südwestlich von Weißenbrunn und galt als die älteste Vertreterin dieser Baumgattung in Bayern. Es gab Sachkundige, die das Alter des Baumes auf weit über tausend Jahre schätzten.

Die Buche stand einsam auf weiter Flur, und der humuslose Weißjura, in den sich die Wurzeln des Baumes gruben, war karg. Dennoch wurde die Höhe des Baumriesen bei 25 Metern gemessen. Wollte man den Wurzelstock der Buche umlaufen, so brauchte man dazu 18 Schritte. 40 Zentimeter über dem Boden hatte er noch einen Umfang von neun Metern. Der Stamm selbst wies einen mittleren Durchmesser von zwei Metern auf und teilte sich bei drei Metern Höhe in zwei gewaltige Arme.

30 Zentner

Die Ausdehnung der weit verzweigten Äste war derart, dass man in fruchtbaren Jahrgängen von dieser Buche bis zu 30 Zentnern Bucheckern erntete. Daraus schloss man auch, dass der Baum innen völlig gesund sein müsse und den Stürmen der Zeit noch viele Jahre trotzen könne. Doch im September 1898 brach ein starker Ast herunter, der beim Zusammensägen drei Fuder Holz ergeben hat.

Noch stand aber die Wildenberger Buche ungebrochen, wenn auch ein wenig lädiert, auf der windumbrausten Höhe von Wildenberg. Aber die Gnadenfrist, die ihr das Schicksal bewilligte, dauerte nicht lange. Was Wind, Wetter und Stürme nicht vermochten, das vollbrachte die Geldgier der Menschen. Die sahen in der tausendjährigen Wildenberger Buche ein gewinnbringendes Objekt, zu einer Zeit, da das Land unter den Einwirkungen der Inflation stand und für solch einen Baum im Frankenwald Millionen und Milliarden geboten wurden.

Die Axt wird geschwungen

In einer alten Niederschrift heißt es: „Im Frühjahr 1922 wurde droben auf der Wildenberger Höhe die Axt geschwungen, deren Schneide sich tief in das Holz des Baumes grub, bis der Riese zu Boden stürzte, der ihn viele Jahrhunderte hindurch liebevoll genährt hatte. Fünfzig Fuder Holz wurden abgefahren. Aber der Mammon hat den Leuten kein Glück gebracht. Die Scheine der Inflation zerstoben wie Blätter im Wind.“