Soziales Engagement
Wenn das Hobby zur Aufgabe wird
Christiane Barnickel, Hannah Schmidt und Sandro Heinritz haben bei der Turnerschaft viel für die Kinder und Jugendlichen auf die Beine gestellt.
Christiane Barnickel, Hannah Schmidt und Sandro Heinritz haben bei der Turnerschaft viel für die Kinder und Jugendlichen auf die Beine gestellt.
Foto: TS Kronach
Kronach – Zwei Kronacher haben das Freiwillige Soziale Jahr absolviert. Sie haben viel für ihr Leben mitgenommen – und versucht, ebenso viel weiterzugeben.

33 aufgeregte Kinder tummeln sich an der Festung. Sie sind voller Vorfreude. Eine Schnitzeljagd wartet auf sie. Mit der Schatzkarte in der Hand erleben sie ihr kleines Abenteuer. Dass es solche Angebote gibt, liegt auch daran, dass sich junge Menschen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) entscheiden und sich engagieren. In diesem Fall sind das Hannah Schmidt und Sandro Heinritz.

Bereits seit Ende August 2021 sind Hannah Schmidt und Sandro Heinritz als FSJler bei der Turnerschaft und unterstützen mit ihrer Arbeit den Sportverein. Für die Jugendlichen bedeutet das FSJ nicht nur ein Jahr lang mehr Zeit für die Berufsorientierung und einen Einblick in die Arbeitswelt, sie können auch ihr Hobby zum Beruf machen und haben die Möglichkeit, aktiv mit den Kindern und Jugendlichen im Bereich Sport und Bewegung zusammenzuarbeiten.

Freiwilligendienste im Sport fördern bei jungen Menschen die Bereitschaft für gesellschaftliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung, sind sich Heinritz und Schmidt sicher. „Unsere Aufgabengebiete erstrecken sich von Sportangeboten wie Training und Wettkämpfen bis hin zur Organisation von überfachlichen Angeboten in der Jugendarbeit, wozu Freizeiten, Vereinsfeste oder soziale Projekte zählen“, erklärt Heinritz. „Obwohl sich Letztgenanntes, aufgrund der Pandemie auch in diesem Jahr schwierig umsetzen ließ, konnten wir ein gelungenes Projekt mit den Kindern der Abteilung Fitnesskids durchführen.“

Erfahrungen gesammelt

Die Turnerschaft Kronach steht weiterhin in direkter Kooperation mit der Caritas, die die FSJler an Schulen des Landkreises Kronach vermitteln, wo sie zusätzlich Erfahrungen im pädagogischen Bereich sowie im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sammeln können.

Die beiden Freiwilligen der TSK unterstützen vor allem die Vereine in ihrer Sportart, nämlich Gerätturnen bei Hannah Schmidt und Baseball bei Sandro Heinritz. Zusätzlich gestaltet Schmidt aber auch das Badmintontraining mit und organisiert die Sport-AG an den Schulen in Stockheim und Weißenbrunn. Sandro wiederum steht den Schwimmtrainern der TSK zur Seite und plant wöchentlich eine koedukative Sporteinheit für die 5./6. Klasse der Realschule I in Kronach. Zusammen leiten die beiden selbstständig wöchentlich die Fitnesskinder und dienen als Unterstützung bei den Fitnesszwergen.

Die FSJ-ler bekommen so nicht nur erste Einblicke in die Arbeitswelten Sport, Verein und Schule, sondern absolvieren zusätzlich eine staatlich anerkannte Übungsleiter- beziehungsweise Trainerlizenz. Durch die Freiwilligen erhalten die Einsatzstellen wertvolle Hilfe für die wachsenden Aufgaben der Kinder- und Jugendbetreuung in Sport und Schule. Wolfgang Ferner, Zweiter Vorsitzender der TSK, setzt sich in der Turnerschaft besonders für den Freiwilligendienst ein. So führt er die frischgebackenen FSJler bestmöglich in ihren neuen „Beruf“ ein und schafft zusammen mit den Freiwilligen die ersten Startschwierigkeiten aus dem Weg. „Stück für Stück wächst man in den neuen Alltag rein, solange bis man selbst die komplette Verantwortung übernehmen darf“, freut sich Heinritz über diese Erfahrung.

„Anfangs war ich, um ehrlich zu sein, ein wenig überfordert. Man fokussiert sich lange auf seinen bevorstehenden Abschluss, und wenn man ihn dann gemeistert hat, kommt plötzlich die große Frage auf einen zu: Wie geht es jetzt eigentlich weiter?!“, stellt er fest.

Das FSJ kombiniere zwei Bereiche, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie den Sport, „die schon immer Teil meines Lebens waren. Eine bessere Option hätte ich für mich nicht wählen können und bin deshalb mehr als zufrieden, dass ich mich für dieses FSJ entschieden habe!“red