Bergmesse gefeiert
„Gott nicht in die Ecke schieben“
Die Messe beim Herrgottswinkel wurde von Pfarrer Eusebius Onyeche und Pater Robert Jauch (2. und 3. v. r.) zelebriert.
Die Messe beim Herrgottswinkel wurde von Pfarrer Eusebius Onyeche und Pater Robert Jauch (2. und 3. v. r.) zelebriert.
Foto: H. Franz
Wallenfels – Der Heimat- und Wanderverein „Frankenlust“ feiert im „Herrgottswinkel“. Dabei rät der Pfarrer den Gläubigen zu Wachsamkeit .

„Der Herrgottswinkel ist ein Ort, an dem wir vertrauensvoll zu Gott sprechen dürfen.“ Mit diesem Satz beendete der Franziskaner-Pater Robert Jauch seine Predigt bei der im Freien abgehaltenen Bergmesse über der Stadt Wallenfels. Bei dem Fest des Heimat- und Wandervereins „Frankenlust“ gewann man den Eindruck, dass viele Menschen diesem Aufruf nachgekommen waren. Zu dem traditionell zu Beginn des Monats August stattfindenden Fest bei der urigen Wanderhütte hatten sich viele Gläubige, Wanderer und Ausflügler zunächst zum frühen Sonntagsgottesdienst eingefunden.

Gleich zwei Geistliche zelebrierten dieses Jahr den Gottesdienst. Dazu gehörte neben dem aus dem Rheinland stammenden Pater Jauch auch Pfarrer Eusebius Onyeche aus Belgien. Er war es, der in seinen Worten an die Gläubigen auf die Situation in der Corona-Pandemie als auch auf den Überfall Russlands auf die Ukraine einging.

Ecke mit Kreuz und Palmsträuchern

Plötzlich und unerwartet sei beides geschehen. Damit leitete er um auf die Menschheit, denn auch „wir wissen nicht, wann unsere Stunde schlägt“. Wach und wachsam zu sein, das sei notwendig in der Gesellschaft wie auch in der Politik, aber „ebenso in unserem persönlichen Leben“. Letztlich erklärte der Geistliche, dass auch jedes irdische Leben in der Hand Gottes liege.

Pater Robert Jauch beschäftigte sich in seiner Predigt mit dem Begriff „Herrgottswinkel“, was im üblichen Sinne eine mit einem Kreuz und Palmensträuchern ausgegestaltete Ecke in einer christlichen Wohnung sei. Kritisch betrachtet könne dies auch „eine Ecke sein, in die man Gott geschoben“ habe.

Musikverein gestaltet den Gottesdienst

Der wundervoll gelegene „Herrgottswinkel in freier Natur soll als eine Einladung verstanden werden, Gott an diesem Platz nahe zu sein“. Hier könne man den Glauben, das Herz und die Seele zum Schöpfer erheben.

Zu Beginn der heiligen Messe hatte der Wallenfelser Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jan Regel die beiden Geistlichen willkommen geheißen und dabei darauf hingewiesen, dass diese längst keine Unbekannten mehr im Rodachtal seien.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Musikverein Wallenfels. Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt trug die Lesung aus der Heiligen Schrift vor. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit zum Empfang der heiligen Kommunion.

Am Ende sagen alle gemeinsam das Wallenfelser Heimatlied, in dem es unter anderem heißt: „Eingerahmt von Bergeshöh`n, dunklen Wäldern, Wiesengrün, liegt mein Heimatort so schön im Tal der wilden Rodach drin.“

Der Vorsitzende des Heimat- und Wandervereins „Frankenlust“, Josef „Elle“ Schlee, bedankte sich auch im Namen der Hüttenwirtin Hilde Gleich bei den Mitwirkenden an der Messe, der Kirchengemeinde, dem Musikverein und der Helferschar.

Hütte in idyllischer Landschaft

Nach dem Gottesdienst setzte der Festbetrieb auf dem Areal bei der in idyllischer Landschaft gelegenen Wanderhütte ein. Viele der Frankenwaldvereins-Ortgruppen hatten die Gelegenheit zu einer Wandertour genutzt, und so kamen die Wanderer unter anderem auf den beiden Frankenwald-Steigla „Dörnach-Steig“ und „Herrgottswinkel-Weg RT 13“ zwar teilweise etwas abgekämpft, aber frohen Mutes an.