Geschichte
Die Spuren der Meranier
Steinbergs historische Ecke: Vor 800 Jahren stand hier eine meranische Burg.
Steinbergs historische Ecke: Vor 800 Jahren stand hier eine meranische Burg.
Roland Schönmüller
F-Signet von Roland Schönmüller Fränkischer Tag
Steinberg – Auch Steinberg spielte eine Rolle für die vor 775 Jahren ausgestorbene Dynastie.

Sie war eine der wichtigsten Dynastien des Hochmittelalters und wirkte auch in unserer fränkischen Region, insbesondere im Frankenwald: Das Geschlecht der Andechs-Meranier, das 150 Jahre lang prägende europäische Geschichte schrieb. Vor 775 Jahren starb sein letzter Herrscher, der Herzog Otto VIII. von Meranien und Pfalzgraf von Burgund. Er wurde im Kloster Langheim bei Lichtenfels bestattet.

Vor genau 800 Jahren weilte Herzog Otto VII., der Vater dieses früh verstorbenen meranischen Machthabers, in und um Steinberg, im Grümpeltal, bei Effelter – sicherlich zur Jagd, vornehmlich aber wohl zur Ausstellung mehrerer Verträge. Urkunden erzählen davon.

Durch kluge Heiratspolitik schufen sich die Andechs-Meranier bekanntlich rund um die Plassenburg bei Kulmbach einen fränkischen Herrschaftsbereich. Drei Familienmitglieder waren Bamberger Bischöfe.

Die beiden Heiligen Elisabeth von Thüringen und Hedwig von Schlesien kennt man als berühmte Verwandte der Meranier. Geistliche und weltliche Macht, kulturelle Bedeutsamkeit und kaiserliche Gunst erreichten mit dieser Familie einen nachhaltig wirkenden historischen Höhepunkt in der Geschichte unserer Region.

Nicht nur am Obermain und im Frankenwald beherrschten die Herzöge und zur Reichsfürsten aufgestiegenen Meranier Straßen ins Saaletal und Vogtland, nach Mittel-und Norddeutschland. Sie gründeten planmäßig angelegte Städte (so Weismain, Bayreuth und Hof), errichteten imposante Kirchen, unter anderem den Bamberger Dom, bauten Burgen und steinerne Häuser.

Der meranische Burgstall Steinberg bei Kronach am Eingangstor zum Frankenwald war 1223 Ausstellungsort mehrerer Schriftstücke. Herzog Otto VII. von Meranien († 1234) verpfändete Waldgüter bei Effelter und im Grümpeltal. Damit gab damit er den Startschuss für eine weitere Rodungstätigkeit in der Umgebung. Die damit verbundenen Einnahmen kamen Gedächtnis-Stiftungen und liturgischen Erinnerungsleistungen der geistlichen Zentren andechs-meranischer Macht (Hausklöster Banz, Langheim) im fränkischen Raum zugute.

Im geschichtlichen Gedächtnis geblieben sind die Namen, die würdevollen Taten, die Gräber und die Stiftungen als eine Kultur des Memorats, der Erinnerungspflege. Durch viele fromme Leistungen erzielten die Andechs-Meranier auch für die Nachwelt einen bis heute sichtbaren Erfolg. In Oberfranken waren sie Brückenbauer zwischen Bayern und Franken sowie Verfechter einer Völker-und Sprachgrenzen überschreitenden europäischen Idee.

 

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