Ehrenamt
Kronach: Suppenküche sucht Helfer
Die Projektleiterin der Suppenküche, Stefanie Renner, füllt leckere Pfannkuchen aus den Wärmebehältern in eine Box, damit sie die Gäste to go mitnehmen können.
Die Projektleiterin der Suppenküche, Stefanie Renner, füllt leckere Pfannkuchen aus den Wärmebehältern in eine Box, damit sie die Gäste to go mitnehmen können.
Heike Schülein
F-Signet von Heike Schülein Fränkischer Tag
Kronach – Die Diakonie hofft auf Ehrenamtliche, die in der Suppenküche mithelfen. Interessierte können sich nach ihren persönlichen Möglichkeiten einbringen.

Kronach Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, erhalten in der Kronacher Suppenküche ein warmes Mittagessen, das aus regionalen Lebensmitteln durch die Großküche des Lucas-Cranach-Seniorenhauses zubereitet wird. Seit 2014 versorgt die Einrichtung des Diakonischen Werks Kronach-Ludwigsstadt/Michelau bedürftige Menschen mit einer vitaminreichen Mittagsmahlzeit aus Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise von Montag bis Donnerstag für zwei Euro pro Tag.

„Das Projekt ist keine klassische Suppenküche mit dem Ziel, Armut zu lindern oder Bedürftigen eine warme Mahlzeit zur Verfügung zu stellen. Vielmehr geht es um ein zusätzliches Angebot, damit Menschen mit wenig Einkommen oder Sozialleistungen nicht an einer gesunden und vollwertigen Mahlzeit sparen müssen“, verdeutlicht die Projektleiterin Stefanie Renner. Besonders wichtig sei es, vor allem älteren, vereinsamten Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie eine gute Mahlzeit in Gemeinschaft essen und soziale Kontakte pflegen können. Die normale Gastronomie bleibe diesen oftmals verwehrt, da dafür die nötigen finanziellen Mittel fehlten. Im angegliederten „Kaffee Sorgenfrei“ können die Gäste im Anschluss noch ein Stück Kuchen essen und Kaffee trinken.

Untergebracht sind die neuen Räumlichkeiten seit September 2021 oberhalb der Tagespflege im „Haus der Diakonie“ in der Rodacher Straße 15. Ein großer Vorteil des Domizils ist auch die Nähe zur Beratungsstelle. Aufgrund der Schutzvorgaben wird die Suppenküche übergangsweise ausschließlich als „to go“ geführt. „Essen ist immer auch Gemeinschaft und für viele unserer Gäste stellt die Suppenküche ihren täglichen sozialen Bezugspunkt gar“, erklärt die Mitarbeiterin der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA).

Eigenanteil deckt Kosten nicht

Besonderes Highlight seien für diese daher auch im Anschluss die Programm-Angebote der Ehrenamtlichen im – derzeit leider ebenfalls geschlossenen – „Kaffee Sorgenfrei“. Viele freuten sich schon sehr darauf, wieder in Gemeinschaft speisen und verweilen zu können. Es gebe aber auch andere, die die Abhol-Variante durchaus zu schätzen wüssten – beispielsweise Alleinerziehende, die dadurch mehr Zeit für ihre Kinder hätten. Daher wolle man, sobald es wieder möglich sei, beide Alternativen anbieten. Voraussetzung ist das Vorliegen eines Berechtigungsausweises, den Hartz IV- und Grundsicherungsempfänger bzw. Menschen mit geringem Erwerbseinkommen sowie geringer Rente erhalten.

„Der Eigenanteil von zwei Euro für die komplette Mahlzeit deckt natürlich in keiner Weise die Kosten“, betont die Dipl.-Sozialpädagogin, zumal durchschnittlich pro Tag circa 20 Essen ausgegeben werden und Kinder unter 14 Jahren frei sind. Aktuell schlägt zusätzlich noch das Verpackungsmaterial zu Buche.

Eminent wichtig für den Fortbestand dieser so wichtigen, wertvollen und sozialen Aufgabe seien vor allem ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer, die derzeit händeringend gesucht werden. Die ehrenamtliche Tätigkeit wird an ein bis vier Tagen pro Woche (Mo-Do) für jeweils drei Stunden von 11 bis circa 14 Uhr benötigt. Zu den Aufgaben zählt die Betreuung der Gäste mit der Verpackung zum Mitnehmen für das To-go-Angebot bzw. später das Servieren am Tisch mit Herrichtung und saisonalen Dekoration des Speiseraumes wie auch die Aufnahme der Essensbestellungen für die kommende Woche. Das Mittagessen wird in der Küche des „Lucas-Cranach-Seniorenhauses“ zubereitet und angeliefert. Wichtig ist die Umsetzung der hygienerechtlichen Auflagen – wie Temperaturkontrollen der gelieferten Speisen und Kühlgeräte als auch die Reinigung und Pflege des benutzten Geschirrs (mit Geschirrspüler), der Warmhaltebehälter, Küchenutensilien und Arbeitsflächen. Weitere Tätigkeiten sind die Überprüfung der Vorräte und Menge des Verbrauchsmaterials, entsprechende Einkäufe, das Kassieren des Unkostenbeitrages bzw. die Kassenführung sowie ggf. Angebote für die Gäste – wie die Organisation von Themennachmittagen oder auch Brett- oder Kartenspiele.

Helfer sind versichert

„Ehrenamtliche Mitarbeiter müssen nicht viel mitbringen“, betont die Projektleiterin, dass diese im Team arbeiten und eingewiesen werden. Auch ein Versicherungsschutz besteht während der Arbeit. Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und ein bisschen Organisationstalent seien gute Voraussetzungen. Am wichtigsten aber sei die Freude am Umgang mit Menschen und Kommunikationsfähigkeit. Gesucht werden Ehrenamtliche ab April. Wenn möglich, sollten diese bereits im März eingewiesen werden.

„Wir garantieren eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit dem guten Gefühl, sozial tätig zu sein und mit ihrer Arbeit sozial benachteiligten Menschen ein Stück mehr Lebensqualität zu schenken“, bekundet Stefanie Renner voller Hoffnung, neue Ehrenamtliche gewinnen zu können.

Wo sich Interessierte melden können

Interessierte wenden sich bitte an Stefanie Renner, Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit, Rodacher Str. 15, 96317 Kronach, Telefon: 09261 /62 08 45, Fax: 09261/62 08 990, E-Mail: kasa1@diakonie-klm.de. Sehr dankbar wäre man auch für Spenden, um die Unkosten ein Stück weit mehr decken zu können. Hierfür steht das Spenden-Kto.-Nr. 0240109645, Sparkasse Kulmbach-Kronach (BLZ 771 500 00), IBAN: DE76 7715 0000 0240 109 645, BIC: BYLADEM1KUB, Verwendungszweck: KASA bzw. Suppenküche, zur Verfügung.

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