Senioren
Die Fahrradrikscha steht bereit
Beim Bewohnerfest des Lucas-Cranach-Seniorenhauses wurde die Rikscha offiziell vorgestellt. Zu Anschauungszwecken nahm Roland Rost in dem trendigen Gefährt Platz. Weitere Rikscha-Piloten werden gesucht.
Beim Bewohnerfest des Lucas-Cranach-Seniorenhauses wurde die Rikscha offiziell vorgestellt. Zu Anschauungszwecken nahm Roland Rost in dem trendigen Gefährt Platz. Weitere Rikscha-Piloten werden gesucht.
Foto: Heike Schülein
F-Signet von Heike Schülein Fränkischer Tag
Kronach – Bereits seit Frühjahr 2020 verfügt das Lucas-Cranach-Seniorenwohnhaus über eine Fahrradrikscha. Nun sind endlich Fahrten möglich.

Die Vorfreude war riesengroß, als im Frühjahr 2020 die bestellte Fahrradrikscha endlich im Lucas-Cranach-Seniorenwohnhaus eintraf. Damals ging man fest davon aus, dass das flotte Gefährt mit dem knallroten Dach schon bald seinen Dienst antreten könnte. Doch dann kam Corona und an eine Jungfernfahrt war lange Zeit nicht zu denken. Mittlerweile wurden die Maßgaben entsprechend gelockert und mit Steffen Pullman auch ein ehrenamtlicher Rikscha-Pilot gefunden, so dass ab sofort Ausflügen nichts mehr entgegensteht. Verantwortlich dafür, dass die Heimbewohner jetzt auf diese doch eher ungewöhnliche Art und Weise mobil sind, zeichnet der Förderverein der Diakonie.

„Der Förderverein hat immer ein offenes Ohr für die Belange unserer Heimbewohner“, so Roland Rost als er den trendigen Hingucker beim Freiluft-Bewohnerfest offiziell vorstellte. Als man auf diese Rikschas aufmerksam wurde, war man sich schnell über eine Anschaffung für das evangelische Senioren- und Pflegeheim einig, trotz des hohen finanziellen Aufwands.

Billig ist eine solche, speziell für Senioren konzipierte Rikscha nämlich nicht; allein der unterstützende Elektromotor schlägt erheblich zu Buche. Zudem legte man größten Wert auf Qualität. Hierzu zählen auch einige Extras, wie ein Dach- und Beinschutz für Wind- und Regentage, ein Sicherheitsgurt sowie weitere Maßnahmen, um die Bewohner sicher und bequem zu transferieren. Insgesamt kamen so mehre Tausend Euro zusammen.

Platz für zwei Personen

Auf dem Gefährt, das für Freude und Abwechslung im Betreuungsalltag sorgen soll, haben bis zu zwei Personen Platz. Neben dem Spaß- und Frischluft-Faktor haben die Spritzfahrten auch soziale Komponenten. „Viele Heimbewohner sind nicht mehr mobil und daher kaum noch in der Lage, ihr unmittelbares Umfeld zu verlassen“, bedauert Heimleiterin Karin Büttner. Eine Rundfahrt mit der Rikscha mache deshalb nicht nur Spaß, sondern erweitere den Aktionsradius bewegungseingeschränkter Senioren und fördere damit maßgeblich deren soziale Teilhabe. Aufgrund der räumlichen Nähe bieten sich natürlich Fahrten durch das LGS-Gelände an. Man könne damit aber auch in die Stadt fahren, beispielsweise zum Eis-Essen, für kleine Einkäufe oder einen kurzen Arztbesuch.

Weitere „Pedalritter“ gesucht

Bei der Senioren-Rikscha befindet sich die Fahrgastkabine vorne, der Pilot tritt hinten in die Pedale. Eine spezielle Ausbildung zum Fahren braucht es hierfür nicht; aber doch eine gewisse Einweisung. Dies würde Rikscha-Pilot Steffen Pullmann übernehmen, der sich wie alle Bewohner über weitere „Pedalritter“ sehr freuen würde. „Etwas Übung braucht es schon. Aber das kann man leicht lernen“, ermuntert der Küpser, der sich als Heimbeirat stark ehrenamtlich engagiert und sich dem Seniorenhaus sehr verbunden fühlt. Gleiches gilt auch für Gerd-Heinrich Grebner, der das Bewohnerfest im Vorfeld mit organisiert hatte und an dem Tag ehrenamtlich leckere Hähnchen seiner Flammerei briet. Unterstützung erhielt er dabei von seinem Sohn Max.

Kulinarisches und Livemusik

Für das gute Gelingen eines solchen Events braucht es – neben den kulinarischen Leckereien – natürlich auch die passende Musik; am besten Livemusik so wie einmal mehr von Haus- und Hofmusikant Rainer Lohr. In unnachahmlicher Weise ließ der Alleinunterhalter einen sommerlichen Blumenstrauß heimatlicher Klänge und musikalischer Perlen erklingen. Wie aus einem Guss folgten beliebte Schlager und Evergreens, Volkslieder sowie Stücke aus Lohrs „eigener Werkstatt“ – einfach Musik, die jeder kennt und jeder mag. Belohnt wurde das Freiluft-Konzert mit reichlich Applaus von den Bewohnern, deren strahlende Gesichter und leuchtende Augen Bände sprachen.

Wer Interesse daran hat, sich ehrenamtlich als Rikscha-Pilot zu engagieren, möchte sich bitte beim Lucas-Cranach-Seniorenwohnhaus melden.

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