Musikverein
„Konzert der Besinnlichkeit“
Solist Roman Steiger begeisterte mit einem hervorragenden Euphonium-Solo bei der gefühlvollen Ballade „Carrickfergus“.
Solist Roman Steiger begeisterte mit einem hervorragenden Euphonium-Solo bei der gefühlvollen Ballade „Carrickfergus“.
Heike Schülein
F-Signet von Heike Schülein Fränkischer Tag
Neukenroth – Ein stimmungsvolles Adventskonzert – mit manchmal ungewöhnlichen Tönen.

Die Liedermacher der Gruppe „Südsüdwest“, Gerhard Schubert und Markus Appelius, schickten gemeinsam mit Uli Punzelt und Roman Steiger beim Adventskonzert von der Empore der Neukenrother Pfarrkirche ungewöhnliche „Töne“ auf die Reise. Mit ihrem Mundartlied „Welten broand“ – angelehnt an den mythologischen „Weltenbrand“ als eine der vier endzeitlichen Katastrophen – nahm die Gruppe ihre Zuhörer mit in einen kalten, dunklen Raum. Hier sucht eine Mutter mit ihrem Kind Schutz vor Raketen – voller Sehnsucht nach einer Welt voller Frieden, Glück und Sonnenschein. Musik, die – gerade in unserer aktuellen Zeit mit so viel Leid und Tränen – auch einmal „unbequem“ sein darf, anklagen darf.

Auch solche geradezu schmerzhaft berührenden Stücke haben ihre Berechtigung im Advent, einer Zeit der Hoffnung und Sehnsucht: Hoffnung auf die Erfüllung der Sehnsüchte aller Menschen, das Kommen des Herrn in unser Leben.

Beim „Konzert der Besinnlichkeit“ des Musikvereins Neukenroth war auch das Publikum bereit, sich selbst, die Musik und alles um sich herum zu spüren. Wie gebannt hörten die Besucher dem sorgfältig zusammengestellten musikalischen Reigen zu. Der demonstrierte einmal mehr eindrucksvoll, wie abwechslungsreich Blasmusik arrangiert werden kann. Die Gesamtverantwortung hatte erstmals der Dirigent Maximilian Knauer, der die Musiker mit nuanciertem Dirigat durch die musikalische Stunde führte.

Und es gab noch mehr Debüts an diesem Abend. Erfreulicherweise konnte endlich, nach der langen Corona-Zwangspause, auch der musikalische Nachwuchs seinen ersten großen Auftritt bestreiten. Hierzu zählte – neben den harmonisch in das Konzert eingebundenen „Pimphonikern“ aus dem Kids-Orchester – auch die vor einem halben Jahr ins Leben gerufene „Neukenrother Rasselbande“. In einer kleinen Gruppe sammeln die Youngsters – unter Leitung von Stephanie Schmitt, Sarah Fehn und Luisa Licht – in regelmäßigen Treffen erste musikalische und bewegungsfördernde Gemeinschaftserfahrungen. Voller Selbstbewusstsein brachten die jüngsten Akteure des Abends die Klanggeschichte über einen Tannenbaum zum Klingen.

Musikalische Glanzlichter des Adventskonzerts setzten das vom Bläserquintett – Anton Männlein, Julian Kaim, Nicolas Roth, Christopher Knauer und Roman Steiger – sehr stimmungsvoll dargebotene Adventslied „Tochter Zion“ sowie die gefühlvolle Ballade „Carrickfergus“ mit einem hervorragenden Euphonium-Solo von Roman Steiger.

Stimmungsvoll ergänzt wurde das Programm von „Little sweet bells“ (eine Fantasie über „Süßer die Glocken nie klingen“) von Martin Scharnagel, der lyrischen Komposition „Yellow mountains“ von Jacob de Haan, der Volksweise „O Tannenbaum“ sowie einer speziell für Blasorchester arrangierten Version des Kirchenlieds „Von guten Mächten“.

Im Anschluss gab es lang anhaltenden Applaus und die beiden Zugaben „Circle of life“ aus dem Musical „König der Löwen“ sowie „A child’s lullaby“ („Guten Abend, gut Nacht).

Großen Dank zollte 1. Vorsitzender Julian Kaim Pfarrer Hans-Michael Dinkel für die Überlassung der Kirche, Roswitha Steiger für die zauberhafte Dekoration sowie allen Mitwirkenden, insbesondere dem musikalischen Leiter Maximilian Knauer für sein Debüt.

Freiwillige Spenden des Konzertes kommen der Familie eines mitwirkenden Musikers zugute, der in diesem Jahr die Hiobsbotschaft einer schweren Erkrankung seines Kindes erhielt.

Im Anschluss lud der Musikverein Neukenroth noch zu Glühwein und Plätzchen vor dem Pfarrhaus ein.

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