Kultur
Festspielprogramm steht bereits
In diesem Jahr begannen die Rosenberg-Festspiele mit einer Inszenierung von Schillers „Maria Stuart“
In diesem Jahr begannen die Rosenberg-Festspiele mit einer Inszenierung von Schillers „Maria Stuart“
Ronald Rinklef/FT-Archiv
F-Signet von Heike Schülein Fränkischer Tag
Kronach – Der Vorverkauf für die Darbietungen auf der Festung Rosenberg beginnt bereits am Freitag. Das Publikum erwarten drei verschiedene Stücke sowie einige Neuerungen.

Über den Dächern Kronachs präsentieren die Rosenberg-Festspiele Jahr für Jahr Stücke der Weltliteratur, moderne Klassiker sowie Adaptionen von Komödien und weiteren Stoffen. Nicht fehlen dürfen dabei ein Familienstück und ein vielfältiges Rahmenprogramm. In einem Pressegespräch wurden nunmehr die Highlights des Rosenberg- Festspielsommers 2023 vorgestellt.

„Die Saison 2023 steht im weitesten Sinn unter dem Motto grenzenlos“, erklärt die künstlerische Leiterin Anja Dechant-Sundby. Gestartet wird erstmals mit einem Kinderstück − und zwar am 8. Juni. Dieses Mal hat man sich für den Astrid Lindgren-Klassiker „Pippi Langstrumpf“ entschieden. Bereits 1945 veröffentlicht, erobert das hinreißend freche starke Mädchen seitdem die Herzen aller Generationen. Regie für das Stück auf der Festung führt Bernd Berleb, der dem Kronacher Publikum als Darsteller sowie Regisseur wohl bekannt ist.

„Arsen und Spitzenhäubchen“

Neben den regulären Nachmittags-Aufführungen gibt es auch eine Abend-Veranstaltung um 20.30 Uhr sowie drei Sonntags-Matineen um 11 Uhr. „Vermeintlich „grenzenlos“ ist in dem Stück „Arsen und Spitzenhäubchen“ auch die Fürsorge zweier zauberhafter älterer Damen“, sagt Dechant-Sundby und schmunzelt. Um ältere Herren vor Einsamkeit zu bewahren, befördern die beiden Seniorinnen sie mit Arsen behutsam ins Jenseits. Die Krimikomödie um die zwei sympathisch-schrulligen mordenden Schwestern aus dem Jahr 1941 zählt zu den erfolgreichsten Stücken schwarzen Humors. Die Verfilmung mit Cary Grant in der Hauptrolle war ein Kassenschlager. Premiere ist am 28. Juni um 20 Uhr. Alle weiteren Aufführungen beginnen um 20.30 Uhr. Inszeniert wird die Krimikomödie vom jungen, aber schon erfahrenen Regisseur Lukas Goldbach.

Anja Dechant-Sundby führt beim dritten Stück, Richard III. selbst Regie.

„Keine Grenzen kennt der Machthunger von Richard III.“, verdeutlicht die Intendantin. Sie nimmt sich mit dem klassischen Königsdrama eines frühen − bereits 1593 uraufgeführten − Werks von Williams Shakespeare an.

Die Handlung: Nachdem Richard tapfer im Dreißigjährigen Rosenkrieg gekämpft und auch seinem Bruder Edward auf den Thron geholfen habe, fühle er sich nun selbst an der Reihe. Um König zu werden, geht er über Leichen. „Das Publikum wird gewissermaßen zum Mitwisser“, spricht die Regisseurin von einer geradezu beklemmenden Situation. Für das Stück − Start ist am 12. Juli − werden zudem eine Nacht- und Schulvorstellung angeboten.

Neu ist die Idee eines rund zweistündigen Theater-Spaziergangs. An zwei Montagen − am 31. Juli und 7. August − kann eine Gruppe das Stück in einer Art Stationen-Theater ab 19 Uhr an verschiedenen Stellen auf der Festung erleben. „Wir machen uns immer aufs Neue Gedanken, wie wir die Festspiele noch attraktiver, interessanter und zeitgemäßer machen können“, betont Tourismus-Chefin Kerstin Löw.

Lichteffekte inszenieren die Festung

Die gedrehte Zuschauertribüne mit Blick auf die Festung wird beibehalten. Dadurch soll das Kronacher Wahrzeichen − dieses Mal mit noch mehr Lichteffekten − in Szene zu setzen. Für ein Rundumerlebnis von Anfang an wird der Eingangsbereich aufgewertet und verschönert; sollen doch die Besucher nicht mehr länger von einer blechernen Tür „begrüßt“ werden. Besser aufstellen will man sich vor allem auch im Bereich des Verpflegungsangebots: In Kooperation mit Sandra Englich von der Bastion Marie wird eine Festspiel- Lounge rechts vom Eingang errichtet. Geöffnet wird bereits 60 Minuten vor Aufführungsbeginn.

Gespielt wird erstmals bei den Abendstücken mit einer 20-minütigen Pause. Angedacht sind auch zwei Gastspiele, eventuell im Bereich Komik oder Musik.

Der Kartenvorverkauf beginnt am heutigen Freitag und ist im Internet unter rosenbergfestspiele.de oder über die Touristik-Information unter 09261/ 97236 möglich. Die Ticketpreise für die Abendstücke wurden leicht angehoben.

Spielplan 2023

Arsen und Spitzenhäubchen: Premiere am 28. Juni (20 Uhr), Weitere Aufführungen: 1., 16., 23., 28., 29. Juli sowie 4., 10., 12. August (jeweils 20.30 Uhr); Richard III.: Premiere am 12. Juli (20 Uhr), Weitere Aufführungen: 15., 21., 22., 27., 30. Juli sowie 11. August (jeweils 20.30 Uhr), Spaziergänge am 31. Juli und 7. August (jeweils 19 Uhr); „by night“ am 5. August (22 Uhr); Pippi Langstrumpf, Premiere am 8. Juni (15 Uhr); sowie weitere Aufführungen und zwei Gastauftritte.

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