Geschichte
Chronik Theisenheim: Ein Buch wie eine Zeitreise
Am Kirchweih-Donnerstag wurde die neue Ortschronik von Theisenort vorgestellt.
Am Kirchweih-Donnerstag wurde die neue Ortschronik von Theisenort vorgestellt.
Foto: Heike Schülein
Küps – Zur Kirchweih stellte Bernd Wollner seine Theisenorter Ortschronik vor. Für die beeindruckende Zeitreise durch den Ort gab es viel Lob.

Ein echter Wälzer ist sie geworden: Die Theisenorter Ortschronik „Das Dorf an der Spitze des Eibenwaldes - 700 Jahre Theisenort“, die nach langjähriger intensiver Forschungsarbeit nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Zahlreiche Besucher fanden sich hierzu auf dem TSF-Gelände ein, was das große Interesse der Bevölkerung widerspiegelte. Darüber freute sich auch Bürgermeister Bernd Rebhan, der sich beim Autor Bernd Wollner und seinen Unterstützern für die unzähligen investierten Stunden bedankte.

700 Jahre bewegte Geschichte

„Der vorliegende Streifzug durch die Geschichte Theisenorts zeigt, wie hier die Menschen der zurückliegenden Jahrhunderte von der Anfangszeit des Orts bis in die jüngste Vergangenheit und bis heute gelebt haben und leben“, erklärte Wollner, der damit dem geschichts- und heimatinteressierten Leser ein 600 Seiten starkes Nachschlagewerk an die Hand gibt mit einem hochspannenden Einblick in die faszinierende Geschichte des Ortes und seiner Einwohner.

Viel Archivmaterial sei – so der Verfasser – deshalb gesichtet worden, um brauchbare Zeugnisse für die „Schöpfung“ des Streifzugs durch die Ortsgeschichte von Theisenort zu entdecken. Dennoch bleibe so manche Lücke, sodass verschiedene Bereiche nur knapp gestreift bzw. sogar übergangen werden mussten.

Besser werde die Lage etwa ab der Revolution von 1848. Hier finden sich im Gemeindearchiv in Küps, wo sich das Theisenorter Gemeindearchiv befindet, die ersten Archivalien, die mehr über das Gemeindeleben aussagen. „Damit war das Gemeindearchiv für die Zeit bis zum Ende der politischen Gemeinde Theisenort 1978 der wichtigste Anlaufpunkt. Ergänzend sind hier vor allem die im Laufe des 19. Jahrhunderts aufgekommenen Zeitungen hinzugezogen worden“, erläuterte er.

Drei große Abschnitte

Das Buch ist in drei große Abschnitte aufgeteilt. Die ersten beiden Teile schildern die Geschichte des Orts von der ersten Erwähnung bis zum Ende der ehemaligen politischen Gemeinde Theisenort 1978. Dabei umfasst der erste Teil die Zeit von der Erstnennung des Ortes bis zum Ende des sogenannten „Langen 19. Jahrhunderts“, das heute von den Historikern oft vom Beginn der französischen Revolution 1789 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 angesetzt wird.

Der zweite Teil umfasst das 20. Jahrhundert vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende der selbstständigen politischen Gemeinde Theisenort 1978. Der abschließende dritte Teil enthält die in Extrapunkten abgehandelte Geschichte der Kirche, des Schulwesens, der Vereine und der historischen Gebäude im Ort sowie einen kurzen Abriss der vergangenen fast 40 Jahre. In war Theisenort Bestandteil der Marktgemeinde Küps und es fand eine Dorferneuerung statt.

Der Verfasser dankte allen, die ihn bei seinen Recherchen unterstützten; hatten doch zahlreiche Ehrenamtliche aus dem Ort – darunter auch Mitglieder der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft – einen wichtigen Beitrag zum guten Gelingen geleistet. An vorderster Stelle nannte er hier Kerstin Schmidt-Müller, die in den letzten Monaten unermüdlich „neue“ alte Fotos zusammengetragen und versucht habe, mehr darüber zu erfahren. Ebenfalls dankte er Irene Tobiaschek von der Gemeindeverwaltung, Werner Leitner, Roland Raab, Kirchenpfleger Heinz Kraus, Achim Bühler, Hubert Ruß, Bürgermeister Bernd Rebhan, Pfarrer Gerald Munzert, Rudi Bozdech sowie allen Theisenorter Bürgern, die eine Vielzahl alter Fotos zur Verfügung gestellt hatten.

Bürgermeister Bernd Rebhan erfüllte die Vorstellung des beachtlichen Werks mit großer Freude. Die von seinem Amtsvorgänger Herbert Schneider beantragte Dorferneuerung für Theisenort habe der Marktgemeinde Küps den Anlass geboten, die lange Ortshistorie grundlegend zu erarbeiten und als geschichtliche Zusammenfassung herauszubringen.

Kosten von 30.000 Euro

Sein Dank galt dem Marktgemeinderat für die Bereitstellung der Finanzmittel sowie dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken für die großzügige Kostenbeteiligung. 2005 hatte man sich im Marktgemeinderat erstmals mit der Chronik befasst. Damals ging man von förderfähigen Ausführungskosten von ca. 18.600 Euro aus, die wegen des wesentlich größeren Umfangs auf nun etwa 30.000 Euro gestiegen sind.

„Gemäß dem Motto „Gut Ding will Weile haben“ ist aus der Idee einer Dorfchronik ein fundiertes und mit sehr vielen Details versehenes Nachschlagewerk entstanden“, würdigte er. 2018 habe er die 631 Seiten des Textentwurfs erhalten. Gemeinsam und intensiv habe man das Projekt vorangetrieben, in das er sich selbst aufgrund seines großen Geschichtsinteresses sehr gerne mit eingebracht habe.

Wo gibt es das Buch zu kaufen?

Das Buch kann für 28,90 € bei den Vorstandsmitgliedern der Dorferneuerung Theisenort ebenso erworben werden wie auch im Rathaus Küps, beim Friseursalon Claudia Friedlein, in der Gärtnerei Pohl, Metzgerei Völker, im Friseursalon Birgit Kroha sowie bei Kerstin Schmidt-Müller, Lothar Weid, Fritz Pohl und Andrea Drexel. hs