Glaskultur
Flakonglasmuseum startet am Samstag wieder durch
Eine Attraktion ist im Europäischen Flakonglasmuseum in Kleintettau die Vorführung am Halbautomaten, 1926 eingeführt.
Eine Attraktion ist im Europäischen Flakonglasmuseum in Kleintettau die Vorführung am Halbautomaten, 1926 eingeführt.
Foto: Gerd Fleischmann
Kleintettau – Die Coronalockerungen machen sich auch bei den Museen bemerkbar. Die ersten öffnen ihre Tore. Darunter das Flakonglasmuseum.

Seit Monaten stecken die Museen im Würgegriff der Corona-Pandemie, darunter auch das Europäische Flakonglasmuseum Kleintettau. Dies war für die Glasbewahrer unter Leitung von Carl-August Heinz und Wolfgang Hammerschmidt eine bittere Pille, zumal viel Zeit und Geld in den letzten zwölf Jahren in das „gläserne Paradies“ investiert wurde.

Seit Wochen ist zumindest ein interaktiver Online-Museumsbesuch möglich geworden. Nun hoffen die Betreiber wieder auf ein gewisses Maß an Normalität. Die sinkenden Inzidenzwerte geben Anlass zur Hoffnung, dass das Kleintettauer Museum am Samstag, 5. Juni, wieder durchstarten kann.

Das Museumsteam bereitet derzeit aktualisierte Schutz- und Hygienemaßnahmen vor. Der Besuch wird sich vorläufig auf die Wochenenden beschränken müssen, und zwar an den Samstagen von 10 bis 16 Uhr, letzter Einlass ist um 15 Uhr. Jeden ersten Samstag im Monat findet zwischen zwölf und fünfzehn Uhr eine Halbautomatenführung statt. Zusätzlich erfolgt an jedem dritten Sonntag im Monat von 13 bis 16 Uhr eine Besuchsmöglichkeit. Dauerausstellungen sowie Besuchertribüne sind begehbar, versicherte Museumsleiter Sandro Welsch. Allerdings bleibt vorerst die vor allem bei den Kindern beliebte „Glashöhle“ geschlossen.

Voraussetzung sei für den Museumsbesuch eine Voranmeldung (Telefon 09269/77-100 oder www.flakonglasmuseum.eu. Die Öffnung des Glascafés ist ebenfalls vorgesehen (Telefon 09269/77-104).

Weiterhin finden nach wie vor die beliebten Online-Führungen statt. Unter der Kategorie „Online-Führungen“ auf www.flakonglasmuseum.eu sind alle Termine und Hinweise ersichtlich, betonte Welsch.

Das 2008 eingeweihte Spezialmuseum für edle Parfümflakons – mittlerweile von 60 000 Interessenten besucht – ist in den Räumen der Firma Heinz-Glas untergebracht. Ein Alleinstellungsmerkmal ist vor allem der Blick in die Flakon-Produktion der Firma. Museumsleiter Welsch: „Hier können die Besucher den Lärm, die unglaubliche Hitze sowie die atemberaubende Geschwindigkeit der vollautomatischen Glasproduktion sinnlich erfahren.“ Die Münchner Flakon-Sammlerin Beatrice Frankl hat an die 2500 Objekte ihrer Flakons des 20. Jahrhunderts dem Museum übereignet. Ein Glücksfall sei außerdem die Schenkung einer Privatsammlung zur Kosmetik- und Duftkultur der DDR. Derzeit arbeite man mit Hochdruck am Präsentationskonzept. Schließlich werde die Ausstellung „Grenzenlos majestätsverliebt bis zum 19. September verlängert. Vor allem gibt die Sammlung einen Einblick in das 19. Jahrhundert unter der englischen Königin Victoria und ihrem deutschen Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.