SpVgg Bayreuth
Kleine bleibt Rosts Philosophie treu
Thomas Kleine (rechts) wurde am Dienstag als neuer Trainer der SpVgg Bayreuth vorgestellt. Bei der Pressekonferenz war auch der neue Geschäftsführer Jörg Schmalfuß dabei.
Thomas Kleine (rechts) wurde am Dienstag als neuer Trainer der SpVgg Bayreuth vorgestellt. Bei der Pressekonferenz war auch der neue Geschäftsführer Jörg Schmalfuß dabei.
Foto: Peter Mularczyk
Bayreuth – Die Spekulationen haben ein Ende: Der neue Trainer der SpVgg Bayreuth kennt sich in Franken aus, die 3. Liga ist dagegen Neuland.

Wer einen Trainerposten im Profibereich zu vergeben hat, der braucht sich nicht selbst auf die Suche machen. Denn nur 56 Posten gibt es - und die sind in der Branche heiß begehrt. So konnte sich auch Drittliga-Aufsteiger SpVgg Bayreuth vor Angeboten  nicht retten, wie der neue Geschäftsführer Jörg Schmalfuß  verriet. Etwa 40 Trainer  bzw. ihre Berater hätten ihre  Bewerbungsunterlagen eingereicht  – gewonnen hat die "Verlosung" Thomas Kleine.  Der 44-jährige ehemalige Bundesliga-Verteidiger unterschrieb am Dienstag einen Einjahresvertrag bei den Altstädtern. Schafft der gebürtige Rheinländer mit den Altstädtern den Klassenerhalt, verlängert sich sein Kontrakt um ein weiteres Jahr.

Kleine hatte auch andere Optionen

„Die Gespräche mit der SpVgg Bayreuth liefen von Anfang an sehr positiv, ich denke, wir passen sehr gut zusammen“, sagt der Rheinländer, der andere Optionen, auch als Chef-Trainer, gehabt habe.  An der SpVgg Bayreuth habe ihn das  familiäre Umfeld („Das ist für mich sehr wichtig“) und die sportliche Entwicklung der vergangenen Jahre überzeugt. „Der Verein hat einen guten Weg eingeschlagen und tolle Arbeit geleistet, die Mannschaft ist noch entwicklungsfähig.“

Gleich fünf Kicker der Altstädter (Benedikt Kirsch, Tim Danhof, Stefan Maderer, Johannes Golla, Daniel Steininger) hat Kleine schon bei der SpVgg Greuther Fürth trainiert.

Spielidee bleibt die Gleiche

Mit Thomas Kleine bekommt die Altstadt einen ganz anderen Trainertypen als es sein Vorgänger Timo Rost war. Machte der aus seinen Emotionen am Spielfeldrand selten einen Hehl, so  gilt Kleine als eher ruhiger Vertreter seiner Zunft. Er sei aber gar nicht so still, sagt Kleine: „Ich bin deutlich in der Ansage.“ Von seinen Spielern erwarte er Disziplin und Ehrgeiz.

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Dass der Kern der Mannschaft zusammenbleibe, freut den neuen SpVgg-Coach: „Das ist wichtig und auch keine Frage, wenn man so souverän Regionalliga-Meister wird.“ Den von Timo Rost eingeführten Spielstil, das schnelle Umschaltspiel, wolle er nicht verändern, beteuert Kleine. „Man muss da ansetzen, was die Mannschaft stark gemacht hat.“ 
Auch Jörg Schmalfuß betont: „Wir wollen die Arbeit von Timo Rost weiterführen. Vor allem wollen wir uns noch stärker mit dem Nachwuchsleistungszentrum vernetzen und aus der Nachwuchsarbeit einen Mehrwert erzielen.“  Zu diesem Konzept passe  Kleine perfekt, so Schmalfuß. „Denn er ist einer, der junge Talente besser macht.“ 

Bleibt auch Nico Andermatt?

Neben den fußballerischen Qualitäten war auch der  Zusammenhalt im Team ein wichtiger Erfolgsfaktor.  Diesen wolle man durch zu große personelle Veränderungen keinesfalls gefährden, sagt Schmalfuß.  Deshalb sei die SpVgg sehr am  Verbleib der noch nicht vertraglich gebundenen Aufstiegsgaranten –  allen voran  Nico Andermatt – interessiert. Drei, vier Verstärkungen werde es trotzdem geben. Schmalfuß: „Wir schauen uns positionsunabhängig um, welcher Spieler uns stärker machen kann und wer charakterlich dazu passt.“

63 Spiele in der Bundesliga

Thomas Kleine wechselte 2003 nach zehn Bundesliga-Spielen für Bayer Leverkusen zur SpVgg Greuther Fürth, wurde  dort Kapitän und lief bis 2007 insgesamt 131 Mal für das Kleeblatt auf. Danach kickte er 39 Mal für Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach in der 1. Liga, ehe er noch einmal vier Jahre das Fürther Trikot trug und mit dem Verein in die 1. Liga aufstieg.

Seine Trainerkarriere startete Kleine 2014 bei der 2. Mannschaft der Greuther Fürther, war Co-Trainer der Profis und  folgte dann 2017 dem Ruf von Friedhelm Funkel („Ich habe mit kaum einem besseren und erfahreneren Co-Trainer gearbeitet als mit Thomas“) und wurde unter ihm  Co-Trainer bei Fortuna Düsseldorf, die ein Jahr später in die Bundesliga aufstieg.

Die Funktion übte Kleine bis Januar diesen Jahres aus, ehe ihn der Verein überraschend von seinen Aufgabe entband – einen Monat später musste auch Cheftrainer Christian Preußer gehen.

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„Bin voller Tatendrang“

Thomas Kleine, geschiedener Familienvater, schaut sich derzeit nach einer Wohnung in Bayreuth um. „Die Vorfreude auf die Aufgabe ist riesig“, sagt der 44-Jährige, der aus dem DFB-Pokal-Duell  mit dem HSV („Die Mannschaft kenn ich aus den Duellen mit Düsseldorf in- und auswendig“) ein „tolles Pokal-Fest“ machen will. Von den Altstädter Fans weiß  der neue Trainer, „dass sie auf höherklassigen Fußball lechzen“.

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Eine lange Akklimatisations-Zeit braucht der Rheinländer Thomas Kleine nicht, kennt er doch sowohl die fränkische Mentalität als auch die Kulinarik wie etwas „das Schäufele“ aus seiner  Zeit in Fürth längst zu Genüge.  Aus dem schönen Franken („Eine tolle Gegend“) soll nach Kleines Vorstellung künftig eine „richtig unangenehme Mannschaft“  die Drittliga-Stadien der Republik unsicher machen.  „Die Qualität ist vorhanden. Wir sind überzeugt, mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen.“

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