Neue Bestattungsform
Die Urne löst in Wallenfels den Sarg ab
Durch seine Lage über der Stadt ist der Wallenfelser Friedhof eine Besonderheit. Zukünftig soll es dort auch die Möglichkeit zur Urnenbestattung in einem Gemeinschaftsgrab geben.
Durch seine Lage über der Stadt ist der Wallenfelser Friedhof eine Besonderheit. Zukünftig soll es dort auch die Möglichkeit zur Urnenbestattung in einem Gemeinschaftsgrab geben.
Foto: Stadt Wallenfels
Wallenfels – Der Wallenfelser Friedhof soll sich für neue Formen der Beisetzung öffnen. Eine Gemeinschaftsgrabanlage wurde vom Bauausschuss bewilligt.

Auf dem Wallenfelser Friedhof wird eine Gemeinschaftsgrabanlage entstehen. „Die Bestattungskultur hat sich bei uns in den letzten Jahren erheblich gewandelt“, erklärte Bürgermeister Jens Korn hierzu. Mittlerweile sei im Hauptort nicht mehr die Beisetzung im Sarg, sondern in der Urne die Regel. Der Bauausschuss des Stadtrates handelte daher. Zukünftig werden Urnenbestattungen in einer Ruhegemeinschaft möglich sein, die von der örtlichen Gärtnerei Müller gepflegt wird.

Viele Grabstätten würden nach Ende der Ruhefristen aufgelassen, wodurch Lücken entstünden, führte Korn weiter aus. „Es gibt auch immer mehr Anfragen nach alternativen Bestattungsformen, bis hin zum anonymen Grab. Auf diesen Wandel müssen wir reagieren“, so der Bürgermeister. Er sei deshalb Jan Müller, dem Chef der örtlichen Gärtnerei, sehr dankbar, dass dieser die Initiative für eine Gemeinschaftsgrabanlage ergriffen habe.

Das Prinzip einer solchen Grabstätte stellte Michael Hüser von der Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner vor. Sein Unternehmen, eine Tochtergesellschaft des bayerischen Gärtnerverbandes, plane und verwalte die Anlagen. Dazu gehörten auch die regelmäßige Pflege und der Schmuck, der jeweils von Gärtnern vor Ort vorgenommen werde. Somit bräuchten die Angehörigen nur einen Ansprechpartner. Gegenüber einer reinen Urnenwand liege der Vorteil solcher Anlagen darin, dass Angehörige gerade auch an Gedenktagen eigenen Blumenschmuck niederlegen können.

Von den Mitgliedern des Bauausschusses wurde die neue Bestattungsform begrüßt. Das Gremium beauftragte die Stadtverwaltung, eine geeignete Stelle für die Grabanlage zu finden. Die Fläche soll der eines Doppelgrabes entsprechen.

Veränderung auch auf dem Friedhof in der Schnaid

Auch mit dem Friedhof in der Schnaid mussten sich die Kommunalpolitiker beschäftigen. Der Bürgermeister informierte, dass hier demnächst der bestehende Zaun entfernt werde, um eine neue Einfriedung zu schaffen. Geplant sei, den Friedhof etwas in westliche Richtung zu erweitern, um oberhalb der letzten Grabreihe eine Einfahrt zu schaffen. „Dies würde vor allem unserem Bauhof die Arbeit erleichtern“, so Bürgermeister Jens Korn.

Nicht leicht machte sich das Gremium die Entscheidung über die Zukunft der Ampel am Johannes. Wie Geschäftsleiter Christoph Hohlweg erläutert, ist die seit 1994 bestehende Signalanlage dringend sanierungsbedürftig. „Es kommen noch alte Glühlampen zum Einsatz, die nicht mehr hergestellt werden“. Allein für neue Technik müssten 10 000 Euro aufgewendet werden. Zudem seien im Fall einer Sanierung auch bauliche Einrichtungen für Sehbehinderte vorzusehen. Die laufenden Kosten pro Jahr bezifferte Hohlweg auf 3000 Euro.

Bürgermeister Jens Korn informierte den Bauausschuss Wallenfels.
Bürgermeister Jens Korn informierte den Bauausschuss Wallenfels.
Foto: Archiv/Susanne Deuerling

Bürgermeister Korn erinnerte daran, dass die Ampel zu einer Zeit aufgestellt worden ist, als die Bundesstraße 173 noch durch den Ort geführt hat. „Zwischenzeitlich ist nur noch ein Bruchteil des Verkehrs auf der Straße.“

Geschäftsleiter Hohlweg ergänzte, dass die Richtlinien des Bayerischen Innenministeriums Ampeln erst ab 50 bis 100 Fußgänger zu Spitzenzeiten vorsähen. Diese Werte würden bei Weitem nicht mehr erreicht. Entsprechend sahen sowohl das Landratsamt, die Polizeiinspektion Kronach als auch das Staatliche Bauamt Bamberg keine Notwendigkeit mehr für die Einrichtung.

Rückbau der Ampel beschlossen

Während Jennifer Schmitt (FW) einen möglichen Abbau bedauerte, verwies Dominik Stumpf (FW) darauf, dass die Ampel selbst von den Schülern auf dem Weg zur Bushaltestelle nicht genutzt werde. Letztendlich sprachen sich die Mitglieder des Gremiums bei einer Gegenstimme für den Rückbau der Anlage aus.

Von Diana Schütz (CSU) wurde die Zufahrt zu den Grundstücken Wolfersgrün 68 bis 71 angesprochen. Hier gebe es immer wieder Probleme mit der Wasserführung. Sie bat in diesem Zusammenhang um einen Ortstermin, den Bürgermeister Jens Korn zusicherte. Bernd Stöcker (CSU) verwies auf den schlechten Zustand der Straße von der Lorchenmühle in die Hintere Schnaid. Korn erinnerte daran, dass es für die Straße bereits eine Planung gebe und die Erneuerung auch Teil der Finanzplanung der Stadt sei.