Waldumbau gefordert
Nordhalben: „Der Käfer fliegt bald wieder“
Den Fichtenbestand im Gemeindewald Nordhalben gilt es laut Katharina Flügel vom AELF nicht ganz, aber doch soweit zurückzunehmen, „dass andere Baumarten mitkommen“.
Den Fichtenbestand im Gemeindewald Nordhalben gilt es laut Katharina Flügel vom AELF nicht ganz, aber doch soweit zurückzunehmen, „dass andere Baumarten mitkommen“.
Foto: Archiv/Bastian Sünkel
Nordhalben – Revierleiterin Katharina Flügel plädierte im Gemeinderat Nordhalben für einen Umbau des Gemeindewaldes von reinen Fichtenbeständen zum Mischbestand.

„Die letzten beiden Jahre waren wir in der Forstbetriebsstelle Getriebene“, erklärte Katharina Flügel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kulmbach bei ihrem Situationsbericht zum Zustand des Nordhalbener Gemeindewalds. In einem alle 20 Jahre erstellten Forstbetriebsgutachten werde festgehalten, was der Förster im jeweiligen Revier umsetzen soll, sofern es die Rahmenbedingungen zulassen. Dies gelte auch für den Gemeindewald Nordhalben mit einer Forstbetriebsfläche von rund 9,7 Hektar. Stürme, Schneebrüche und Borkenkäfer hätten jedoch ein planmäßiges Vorgehen sehr behindert.

Der reguläre Hiebsatz von 75 Festmetern pro Jahr sei bereits von ihrem Vorgänger Peter Schmittnägel um ein Vielfaches überschritten worden. Waldbauliches Ziel müsse sein, die überwiegenden Fichten-Reinbestände in einen stabilen Wald mit Mischbestand umzubauen. Den Fichtenbestand gelte es, nicht ganz, aber doch soweit zurückzunehmen, dass andere Baumarten mitkommen.

Einem Verlust vorbeugen

„Für eine Risikominimierung wäre ein Holzeinschlag denkbar“, verdeutlichte die Revierleiterin. Damit entginge man der Gefahr, bei einem Niedrigholzpreis gezwungenermaßen einen Einschlag vornehmen zu müssen und dabei aufgrund der hohen Aufarbeitungskosten mit einem Verlust herauszugehen. Der Gemeinde obliege die Entscheidung über eine Durchforstung oder Flächenräumung.

Entsprechend der zwischen 35 und 90 Euro variierenden Holzpreise schwankten bei einem Einschlag von 100 Festmetern auch die Erlöse zwischen 3500 und 9000 Euro. Gleiches gelte auch für die zwischen 2000 und 4000 Euro anzusetzenden Holzerntekosten, wobei es mit dem Hieb alleine nicht getan sei. Eine Wiederaufforstung werde auf dem größten Teil der Fläche nicht notwendig sein, da diese unterbaut sei.

Straßensperrung wird notwendig sein

Am schwierigsten gestalte sich ein Einschlag an der Winterleite, der nur nur in Verbindung mit einer Straßensperrung möglich sei. Hier sollte man bei einem entsprechenden Beschluss auch beginnen.

„Wenn wir länger warten, brechen uns durch den Käfer und die Stürme die Bäume noch ganz weg“, appellierte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) angesichts des fortschreitenden Klimawandels. Nach den Feiertagen will sich der Marktgemeinderat bei einer Besichtigung selbst ein Bild vor Ort machen.

„Der Käfer fliegt wieder im April oder Mai. Vorher sollte man eine Entscheidung treffen“, verdeutlichte Katharina Flügel.