Verwaltungsführung
Staatskanzlei nimmt Tettau unter die Lupe
Bürgermeister Peter Ebertsch (Sechster von rechts) ließ noch einmal einen Schlagbaum an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Kleintettau fallen.
Bürgermeister Peter Ebertsch (Sechster von rechts) ließ noch einmal einen Schlagbaum an der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Kleintettau fallen.
Foto: Karl-Heinz Hofmann
Tettau – Spitzenkräfte aus den bayerischen Ministerien haben den Markt Tettau besucht. Wie sie die Entwicklung dort sehen.

Spitzenkräfte aus den bayerischen Ministerien haben am Rande eines Lehrgangs für Verwaltungsführung den Markt Tettau besucht. Bürgermeister Peter Ebertsch freute sich, die Delegation im Tropenhaus „Klein Eden“ begrüßen zu können. Für Tettau sei es eine Ehre, dass man in der Staatskanzlei so großes Interesse an der Entwicklung des Marktes zeige.

Einstmals eingezäunt

Ebertsch gab den Gästen aus Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt einen Einblick in die Herausforderungen, die ein Markt wie Tettau meistern müsse. Tettau sei bis Ende 1989 von drei Seiten von Grenzanlagen der damaligen DDR regelrecht eingezäunt gewesen.

Ein Bild von den damaligen Grenzsicherungsanlagen konnten sich die Besucher bei einem Abstecher zur Schildwiese bei Kleintettau machen, wo auf Informationstafeln ausführlich die damalige Grenzsituation in Wort und Bild nachvollziehbar dargestellt wird. Für viele Teilnehmer war diese Situation unvorstellbar, sie waren beeindruckt von den Ausführungen des Bürgermeisters.

Doch die Zeit ist auch in Tettau nach der Wiedervereinigung nicht stehen geblieben, es hat sich seither viel bewegt. Der Bürgermeister stellte ein geradezu herausragendes Beispiel von Innovation, Kreativität und zugleich für Ökologie und Nachhaltigkeit vor. Die Firma Heinz-Glas in Kleintettau nutze zuvor ungenutzte Abwärme der Glashütte, um damit das neu errichtete Tropenhaus zu versorgen.

Dort könnten tropische Früchte erzeugt und Fische in Bioqualität gezüchtet werden. Die Gäste staunten nicht schlecht und waren fasziniert von der Idee und der Umsetzung dieses Projektes. Der Leiter der Delegation, Thomas Müller, brachte es auf den Punkt: „So etwas hätten wir im Norden Oberfrankens nicht erwartet.“ Er sei angetan vom Konzept des Tropenhauses.

Gäste beeindruckt

An Bürgermeister Ebertsch gewandt machte er das Kompliment: „Sie haben geradezu leidenschaftlich und gut verständlich aufgezeigt, wo die Herausforderungen für Kommunen im ländlichen Raum liegen.“

Insbesondere beeindruckte die Teilnehmer das Aufgabenspektrum, das ein Bürgermeister abdecken müsse, der nicht wie in großen Städten auf einen großen Verwaltungsapparat für die eigentliche Erledigung zurückgreifen könne. Die Gäste lobten, dass Tettau viel proaktiv unternommen habe, um den Bevölkerungsrückgang abzumildern. Das werde man in die einzelnen Ämter nach München mitnehmen.