Marktgemeinderat
Urnenfeld unter Bäumen
Auf dem Oberrodacher Friedhof wurden anonyme und halbanonyme Urnenwiesengräber geschaffen. Deshalb wurde auch eine Anpassung der Friedhofssatzung notwendig.
Auf dem Oberrodacher Friedhof wurden anonyme und halbanonyme Urnenwiesengräber geschaffen. Deshalb wurde auch eine Anpassung der Friedhofssatzung notwendig.
Foto: Veronika Schadeck
Marktrodach – Die Änderung der Friedhofssatzung und die Errichtung einer Kaltlagerhalle waren am Donnerstagabend die Schwerpunktthemen der Gemeinderatssitzung.

Wie Bürgermeister Norbert Gräbner (ÜWG/FW) erklärte, habe man die Bauphasen I und II bei der Sanierung des Oberrodacher Friedhofs fertiggestellt. Geschaffen wurden, so erklärte es der Kämmerer Andreas Buckreus, neben einen Aufenthaltsplatz und einer neuen Wasserstelle auch zwei Urnenwiesengrabfelder.

Beim „Säulenhain“ im nordöstlichen Bereich können Urnen in den Boden eingelassen werden, die mit einer Steinplatte verschlossen werden. Eine persönliche Gravur ist nicht möglich. Jedoch können Namen, Geburts- und Sterbedatum auf einem Schild an der zentralen Gedenkstätte angebracht werden.

Im nordwestlichen Bereich befindet sich das Urnenwiesengrabfeld „Unter Bäumen“. Hier werden die Gräber auch mit einer Steinplatte verschlossen. Der Grabnutzungsberechtigte kann diese gravieren lassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich der „Platz der Erinnerung“. Auf diesem dürfen Blumen zum Gedenken an die Verstorbenen abgelegt werden. Das Aufstellen von Gedenkgegenständen wie Figuren, Kerzen etc. sei aber nicht gestattet. Insgesamt wurden 120 000 Euro investiert. Deshalb müsse man die Gebühren auch anpassen. Demnach belaufen sich die Gebühren für ein Urnenwiesengrab auf 50 Euro pro Jahr, der Beiträge für Kinderurnengräber wurde von sechs auf zehn Euro erhöht.

Bei Reihengräber zahlen die Hinterbliebenen künftig 15 Euro, statt wie bisher 7,50 Euro. Und für einen Familiengrabplatz werden 25 Euro (bisher 15 Euro) fällig. Thomas Hümmrich (ÜWG/FW) fragte nach der Entsorgung der Urnen. Hier erklärte Buckreus, dass diese zu 100 Prozent biologisch absetzbar sind. Die Laufzeit der Urnengräber betrage 10 Jahre. Roland Pompe regte an, auf dem neuen Friedhof in Zeyern ähnliche Bestattungsformen zu schaffen.

Grünes Licht gab es für den Bau einer Kaltlagerhalle für den gemeindlichen Bauhof in Unterrodach in unmittelbarer Nähe des Zentralfeuerwehrgerätehauses. Norbert Gräbner wies auf eine Klausurtagung im Jahre 2015 hin. Damals sei in der Prioritätenliste der Bau eines neuen Bauhofs – derzeit befindet sich dieses im Feuerwehrhaus Unterrodach – beschlossen worden. Noch dringender werde aber eine Lagerhalle benötigt, denn, so der Leiter des Bauhofs Alexander Böhm, die Gerätschaften und Maschinen sind aktuell in verschiedenen Scheunen innerhalb des Gemeindegebiets untergebracht. Weiterhin stünden auch Maschinen im Freien. Der Vorteil der Kaltlagerhalle sei, erklärte Buckreus, dass man diese auch ohne größeren Aufwand und Kosten versetzen könnte.

Bei der Revitalisierung des Anwesens Friedhofstraße 3 – Bau einer Veranstaltungsscheune – erinnerte der Bürgermeister an einem Beschluss, wonach die Verwaltung beauftragt wurde, die Vergaben nach den wirtschaftlichsten Angeboten eigenhändig durchzuführen. Demnach wurden unter anderem die Baumeisterarbeiten an BSP Bauservice Pfadenhauer zum Preis von 313 284 Euro, die Zimmerer-, Klempner- und Dachdeckerarbeiten an Holzbau Dennewill zum Gesamtpreis von rund 285 000 Euro übergeben. Der Auftrag der Fachplanung für Elektro/Heizung und Sanitär für die Sanierung des alten Rathauses in Oberrodach ging an das Büro Berndörfer. Bei der Sanierung der Martin-Luther-Straße wurde empfohlen, aus Kosten- und Kapazitätsgründen die Sanierung für das Frühjahr 2022 auszuschreiben.

Unter Punkt „Sonstiges“, regte Michael Linke einen Sachstandsbericht zum Ergebnis der durchgeführten kommunalen Verkehrsüberwachung an. Roland Pompe (MfM) fragte an, wie es denn mit der Dorferneuerung in Zeyern weitergehe. Seit Monaten habe man nichts mehr vom Planungsbüro gehört. Bürgermeister Gräbner erklärte, dass es Informationen noch vor den Sommerferien geben soll. Thomas Hümmrich regte einen Bauernmarkt an.

In der Bürgerfragestunde bedankte sich der Sprecher der Interessensgemeinschaft „Hirtensteg“, Günter Pohl, für den Steg, der stark frequentiert werde. Außerdem regte er den Abriss der Brücken beim Schwimmbad und der Apotheke an. Stattdessen sollte ein Kreuzungsverkehr von der Hauptstraße zum Sportplatz/Schwimmbad und zum Anger führen. Abgesehen davon, dass man dauerhaft Kosten spare, werde auch die Einfahrt nach Marktrodach klarer strukturiert.

Im Rahmen der Sitzung informierte der Bürgermeister über die Anschaffung von Luftfiltern für die Grundschule in Höhe von 30 000 Euro. Davon gab es 50 Prozent an Zuschüssen. Zudem sollen noch in diesem Jahr die alle Straßenlampen auf LED umgerüstet werden. Bezahlt werden diese, wie beschlossen, die nächsten Jahre.

Das Corona-Testzentrum soll künftig nur noch am Montag und Donnerstag geöffnet werden. Auch wies er darauf hin, dass künftig im ASB-Seniorenzentrum ein Defibrillator für die Öffentlichkeit rund um die Uhr bereitstehen solle. Zudem wurde errichtete die Firma Münch eine Photovoltaikanlage beim Freibad Rodach Beach, das ab 1. Juli geöffnet hat. Ein entsprechendes Hygienekonzept wurde erarbeitet.

Für folgende Bauanträge gab es das gemeindliche Einvernehmen:

Bau einer Außensauna in Mittelberg durch die Fränkische Linie Radspitz – Ferienwohnung GbR, Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Unterrodach durch Julia Holzmann/Dominik Mairoser; Nutzungsänderung des alten Pfarrhauses in Seibelsdorf in ein Wohn- und Gemeindehaus; Anbau eines Balkons, Garage sowie zwei Dachgauben auf das bestehende Wohnhaus, St. Leonhard-Straße 16, Zeyern; Nutzungsänderung von einer Gaststätte in Wohnungen, Kulmbacher Straße 15, durch Bianka Renk.