Wasser wird teurer
Wallenfels muss an Preisschraube drehen
Das Trinkwasser wird in Wallenfels teurer.
Das Trinkwasser wird in Wallenfels teurer.
Foto: Archiv/Marian Hamacher
Wallenfels – Über 20 Jahre sind die Wasserpreise in Wallenfels stabil geblieben. Jetzt wird das Trinkwasser spürbar teurer.

Seit Oktober 1997 blieben die Wasserpreise in Wallenfels konstant. Da die Gebühren kostendeckend sein müssen, werden sie zum Jahresanfang 2022 auf 2,10 Euro pro Kubikmeter Wasser angehoben (bisher 1,53 Euro), und der Grundpreis wird entsprechend dem Dauerdurchfluss erhöht. „Es ist die unbeliebteste Tätigkeit eines Kommunalpolitikers, die Gebühren zu erhöhen“, betonte Bürgermeister Jens Korn. „Was wir heute beschließen, macht niemand gern.“

Aus dem Bescheid über die Stabilisierungshilfen ist die Stadt Wallenfels aufgefordert, eine Neukalkulation der kostenrechnenden Betriebe vorzunehmen. Dies erledigte der Kommunale Prüfungsverband. Beschlossen wurde die Erhöhung der Gebühren auf 2,10 Euro je Kubikmeter. Dazu muss auch die Grundgebühr erhöht werden.

Eine Grundgebühr war vor einiger Zeit eingeführt worden, weil jeder Anschlussnehmer einen Vorteil durch den Wasseranschluss hat. Manche Haushalte haben einen extrem niedrigen Wasserverbrauch. Einige nutzen nur zehn Kubikmeter im ganzen Jahr. Dabei fallen auch für sie feste Kosten an. Die Grundgebühr soll diese festen Kosten teilweise abdecken. Grundsätzlich gilt: Je mehr Personen mehr Wasser verbrauchen, umso günstiger kommt es.

Der Finanzausschuss sei nach intensiver Abwägung für diese Alternative, erklärte dessen Vorsitzender Marco Fischer. Die Verwaltung rechnete viele Situationen durch. Nachbargemeinden wurden verglichen. Letztlich wurde die Erhöhung in der Form beschlossen.

Der Freistaat hilft

Für die Stadt Wallenfels wird eine Stabilisierungshilfe in Höhe von einer Million Euro bereitgestellt. Die Auszahlung ist von der Erfüllung einiger Auflagen abhängig. Diese werden erst Anfang Dezember im Bescheid ersichtlich. „Eine Million Euro für die Tilgung von Altschulden und für Investitionen.“ Bürgermeister Jens Korn zeigte dankbar auf, dass damit insgesamt fast vier Millionen Euro Unterstützung durch den Freistaat Bayern fließen. „So etwas gab es vorher noch nie, dass der Staat Mittel gibt, um Altschulden zu tilgen oder neue Investitionen zu schultern. Das ist für uns ein wichtiger Schritt zur Haushaltskonsolidierung, aber auch zum Neubau des Feuerwehrhauses.“

Neues Feuerwehrhaus geplant

Das Feuerwehrhaus wird nach neuer Berechnung drei Millionen Euro kosten. Die Förderung hierzu ist recht mager. Haushaltskonsolidierung heißt, eigene Schritte zu übernehmen. So jetzt auch die Erhöhung der Wassergebühren.

Die sanierte Angerwehrbrücke liegt inzwischen im Bauhof, wo die Holzarbeiten von fachkundigem Personal ausgeführt werden. Ziel ist, die Brücke in der letzten Novemberwoche wieder aufzusetzen, damit ein Übergang dann wieder möglich ist.

Unterschriftenliste

Bürger aus dem Ortsteil Wolfersgrün und anliegenden Orten sowie Nachbargemeinden wie Geroldsgrün und Nordhalben sammelten Unterschriften. Sie kritisieren die Sperrung der Langenaustraße für unverhältnismäßig und beklagen, die Stadt habe sich zu lange Zeit gelassen um Schäden zu beheben.

„Die Langenaustraße war immer offen für Anlieger und forstwirtschaftlichen Verkehr“, wandte sich Bürgermeister Jens Korn gegen diese Kritik. Bei dieser Straße sind die Schäden mittlerweile zudem behoben, nachdem sich Wallenfels mit dem Landkreis Kronach geeinigt hatte, wie mit der Wasserführung dort umgegangen werden soll.

Dies war eine Ursache der Schäden. Das Wasser soll künftig in einem Graben nach unten geführt werden. Durch ein Rohr wird dann die Straße gekreuzt. Ein alter Graben auf der anderen Seite wird freigelegt und das Wasser nach unten geleitet. Durch die Erneuerung der Kreisstraße fällt deutlich mehr Wasser an. Die zunächst vorgesehene bauliche Lösung hat nicht funktioniert.

Der Bauhof hat die Schäden behoben. „Insofern ist die Straße wieder offen, die Ziele der Unterschriftenaktion sind erfüllt.“ Bürgermeister Jens Korn schränkte jedoch ein: Mehr als die Straße offen zu halten, ist nicht möglich. Wallenfels könne nur Unterhalt leisten, eine Erneuerung sei nicht leistbar, sagte er offen.