Kommentar
Präsenzunterricht: eine Frage der Perspektive
Nicht zum ersten Mal kehrten Schüler in die Kronacher Schulen zurück. Diesmal ist die Hoffnung groß, nicht bald wieder ins Homeschooling wechseln zu müssen.
Nicht zum ersten Mal kehrten Schüler in die Kronacher Schulen zurück. Diesmal ist die Hoffnung groß, nicht bald wieder ins Homeschooling wechseln zu müssen.
Foto: Archiv/Marco Meißner
Kronach – Präsenzunterricht oder nicht? Eine Frage, die sich Lehrer, Politiker und Schüler im Auf und Ab der Inzidenzen stellen, vor allem aber die Eltern.

Der Wert ist unter die 100 gesunken und mit ihm die Zahl der Kinder im Landkreis Kronach, die im Homeschooling ausharren müssen. Vor diesem Hintergrund treffen unterschiedliche Sichtweisen in den Reihen der Eltern aufeinander.

Einerseits sind da die Mütter und Väter, deren Kinder keine große Wohnung, keinen Garten, keine Geschwister und keine verspielten Großeltern zu Hause haben. Vielleicht sind die Erwachsenen gar noch beide auf der Arbeit, um die Familie über Wasser zu halten, und das Kind ist sich den Tag über – gezwungenermaßen – weitgehend selbst überlassen. Wer will es diesen Eltern verübeln, wenn sie sich wünschen, dass ihr Nachwuchs wieder unter (reale) Menschen kommt.

Verständlich ist ebenso die Angst davor, dass der doch nicht immer so regelkonforme Umgang unter Jugendlichen für Corona-Infektionen in der Familie sorgt. Auf dem Schulweg, im Bus, in der Pause – wer kann schon alle möglichen Kontaktpunkte im Blick behalten?

Am Ende bleiben der Schulbesuch und die Schutzmaßnahmen ein Spiel der Zahlen. Ob die Grenzwerte für den Präsenzunterricht nun vernünftiger oder leichtfertiger gesetzt sind als zu Beginn der Pandemie, lässt sich noch nicht sagen. Doch in ein paar Wochen werden wir es anhand einer einzigen Zahl wissen. Dann müssen wir nur schauen, wo der Inzidenzwert gelandet ist.