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Haustürgeschäfte: Das raten Verbraucherschützer
WAs viele nicht wissen: Bei Haustürgeschäften gilt ein  Widerrufsrecht.
WAs viele nicht wissen: Bei Haustürgeschäften gilt ein Widerrufsrecht.
Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Kronach – Was tun, wenn der Vertreter vor der Tür steht? Die Verbraucherzentrale Bayern gibt Hilfestellung.

Nach einer Umfrage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) bewertet die überwiegende Mehrheit der Bürger Kontaktaufnahmen eines Energieanbieters an der Haustür als nicht vertrauenswürdig. Einer der Gründe könnte sein, dass es in der Vergangenheit schon mehrmals Betrugsversuche durch „falsche“ Mitarbeiter gegeben hat. Kann man unseriöse Vertreter überhaupt von den „echten“ Mitarbeitern unterscheiden?

Niemanden ins Haus lassen

„Ein Erkennen von falschen Mitarbeitern kann schwierig sein, daher raten wir Verbrauchern grundsätzlich, niemanden ins Haus oder die Wohnung zu lassen, wenn kein Techniker bestellt wurde, und auch keinen Vertrag an der Haustür abzuschließen“, so Simone Büb, Sprecherin der Verbraucherzentrale Bayern. Dabei solle man sich trauen und könne Vertreter mit Nachdruck an der Tür abwimmeln.

Wenn es dann doch zu einem Geschäftsabschluss gekommen ist und im Verlauf Schwierigkeiten auftreten, dürfe der Verbraucher nicht vergessen, dass er ein Widerrufsrecht habe (s. Infokasten). Was würde sie im Fall von Margarete Männlein-Mangold raten?

Mahnungen konsequent ignorieren

„Kommen unberechtigte Mahnungen, so sollte man sich mit dem Unternehmen in Verbindung setzen, um die Zahlung zu klären.“ Dabei solle die Mahnung ignoriert und keinesfalls beglichen werden – auch, wenn die Lage bedrohlich scheint. „Gerne springen hier auch unseriöse Inkassounternehmen auf und verschicken falsche Mahnungen.“

Hilfe suchen

Und was ist, wenn der Betroffene doch eingeknickt ist und den Betrag überwiesen hat? „Hier sollte der Verbraucher hartnäckig bleiben und schriftlich mit einer Fristsetzung zur Rückzahlung auffordern“, so Büb.

Sollte das betreffende Unternehmen auf die Beschwerden nicht reagieren, dann sei es ratsam, sich Hilfe zu suchen. „Wenn das Unternehmen nicht weiterhelfen kann oder will, können sich Verbraucher gerne an uns wenden“, so Büb. Handle es sich um einen Stromvertrag, dann könne auch eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur helfen.

Widerruf

Sollte jemand einen Vertrag beim Werber unterschrieben haben oder eine Auftragsbestätigung nach einem Werbeanruf bekommen, obwohl kein Auftrag erteilt werden sollte oder wurde, gibt es online unter

www.verbraucherzentrale-bayern.de/wissen/energieei nen Musterbrief für den Widerruf. Dieser sollte mit Einschreiben-Rückschein an die Adresse, die in der Widerrufsbelehrung genannt ist, geschickt werden.

Schriftverkehr archivieren

Die Kopie des Widerrufs sollte gemeinsam mit allen E-Mails, Anhängen und sonstigen Unterlagen ausgedruckt und mindestens vier Jahre lang aufgehoben werden.

 

Schlichtung

Sollte das Unternehmen nicht reagieren, können sich Betroffene kostenlos an die Schlichtungsstelle Energie wenden.

(www.schlichtungsstelle-energie.de) Davor muss der Stelle die Beschwerde an den Energieversorger nachweisbar zugesendet werden. Auch hier ist ein Einschreiben-Rückschein ratsam.

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