Gesundheit
Rotarier setzen sich für das Thema Impfen ein
Für Rotary International ist Impfen ein zentrales Thema. Die beiden Rotarier und Ärzte, Kerstin Sperschneider und Johannes Bühler, unterstützen die Impfoffensive von Rotary.
Für Rotary International ist Impfen ein zentrales Thema. Die beiden Rotarier und Ärzte, Kerstin Sperschneider und Johannes Bühler, unterstützen die Impfoffensive von Rotary.
Foto: Sabine Raithel
Kronach – Impfen ist das schlagkräftigste Mittel im Kampf gegen Corona und andere Viruserkrankungen. Der Rotary Club Kronach unterstützt daher Impfinitiativen.

Noch in den 1960er Jahren kosteten Pocken, Masern und Polio die Gesundheit und oft sogar das Leben von Kindern und Erwachsenen. Heute macht das Coronavirus deutlich, wie wichtig es ist, über Impfstoffe zu verfügen, die vor schwerwiegenden Krankheiten schützen können. Die World Health Organization (WHO) hat die Europäische Impfwoche unter dem Motto „Vorbeugen. Schützen. Impfen.“ ins Leben gerufen. In diesem Jahr fand sie vom 24. bis 30. April statt. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung von Impfungen zu sensibilisieren und höhere Impfraten zu erreichen. Unterstützt wird die Initiative von weltweit über einer Million Rotarierinnen und Rotariern.

„Das Impfen ist ein Hauptanliegen von Rotary. Seit den 1980er Jahren hat sich Rotary International die Ausrottung der Kinderlähmung auf die Fahnen geschrieben“, berichtet Markus Weber, Mitglied im Rotary Club Kronach. „Aktuell helfen Rotary-Mitglieder weltweit Kommunen bei der Bewältigung der Corona-Krise. Sie unterstützen Gesundheitsbehörden, leiten lebenswichtige Informationen weiter, spenden Schutzkleidung und andere Hilfsgüter für Kliniken und Krankenhäuser, die unter Lieferengpässen leiden.“

Unterstützung im Impfzentrum

Markus Weber sagt: „Auch der Kronacher Rotary Club macht sich für das Impfen stark. In der Region setzen wir vor allem auf eine breit angelegte Informationsoffensive.“ Die Mitglieder des Kronacher Serviceclubs sind aber auch an vorderster Front mit dabei. So wie Johannes Bühler. Er ist stellvertretender ärztlicher Leiter des Kronacher Impfzentrums – und seit fast 30 Jahren überzeugter und aktiver Rotarier. Gemeinsam mit einem Team aus Ärzten, Rettungs- und Notfallsanitätern, Krankenschwestern, Medizinischen Fachangestellten, Verwaltungsfachkräften und Bundeswehrsoldaten versorgt er Impfwillige im Impfzentrum Kronach sowie in den Außenstellen Neukenroth, Steinbach und Nordhalben.

Der Mediziner ist eigentlich seit einigen Jahren in Ruhestand. Dass er sich an mehreren Tagen pro Woche als Impfarzt einsetzt, sieht er nicht nur als ärztliche Pflicht, sondern auch als rotarische Aufgabe. „Impfen dient dem Wohl unserer gesamten Bevölkerung. Dieser winzige Piek in den Arm ist die wirksamste Waffe zur Bekämpfung der Pandemie. Ich kann nur appellieren: Melden Sie sich an! Lassen Sie sich impfen!“ Im Kronacher Impfzentrum wird an sieben Tagen pro Woche geimpft – wenn denn ausreichend Vakzine von AstraZeneca, Moderna oder Biontech vorhanden sind.

„Wir haben im Landkreis eine Quote von über 33 Prozent bei Erstimpfungen und knapp zehn Prozent bei Zweitimpfungen. Damit liegen wir deutlich über dem bayernweiten und auch über dem bundesweiten Durchschnitt. Die Bereitschaft unserer Bevölkerung zur Impfung ist sehr hoch. Wenn wir mehr Impfstoff hätten, dann könnten wir wesentlich mehr Menschen versorgen. Die Nachfrage ist da. Es kommt jedoch leider vor, dass wir nur an zwei oder drei Tagen durchimpfen können und dann auf Nachschub warten.“ Bühler weiter: „Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln. Eine höhere Impfquote können wir nach dem Wegfall der Priorisierung und bei ausreichender Versorgung mit Vakzinen in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten schaffen. Impfzentren und niedergelassene Praxen müssen sich ergänzen.“

Niedergelassene Ärzte sollen helfen

Zu den niedergelassenen Impfärzten gehört auch die amtierende Präsidentin des Kronacher Rotary Clubs, Kerstin Sperschneider. Die HNO-Ärztin impft Patienten in ihrer Praxis an zwei Tagen in der Woche, jeweils mittwochs und donnerstags. „Derzeit verimpfen wir pro Woche in der Regel 26 Dosen von AstraZeneca und Biontech.“ Und auch Sperschneider moniert: „Das könnte deutlich mehr sein – aber auch wir bekommen viel weniger Impfstoff, als wir benötigen.“ Sie erläutert: „Als niedergelassene Ärzte kennen wir unsere Patienten. Wir haben mehr Raum für Gespräche. Das ist wichtig, insbesondere dann, wenn es Ängste gibt.“

Unter dem Dach von Rotary International setzen sich die Kronacher Rotarier auch für die globale Bekämpfung von Corona sowie anderer Viruserkrankungen ein, insbesondere von Poliomyelitis, kurz Polio (Kinderlähmung). Höchst erfolgreich. Bislang wurden mehr als zwei Milliarden Kinder weltweit vor dieser Krankheit geschützt. Die Infektionen gingen um 99 Prozent zurück.

Kerstin Sperschneider fügt an: „Rotary hat jahrzehntelange Erfahrung bei der Ausrottung der Kinderlähmung und der damit verbundenen Bereitstellung des Polio-Impfstoffes, auch in den entlegensten Winkeln der Erde. Die Infrastruktur, die zur Bekämpfung von Polio geschaffen wurde – dazu gehören u.a. geeignete IT- und Kühltechnik – stellt Rotary auch zur Bekämpfung von Covid-19 zur Verfügung. So kann Impfstoff auch in den ärmsten Regionen ausgeliefert werden. In Ländern wie Nigeria, Afghanistan oder Pakistan führen Mitarbeiter von Rotary zudem Corona-Tests durch, trainieren Fachkräfte im Umgang mit der Krankheit oder stellen ihren Fuhrpark zur Verfügung.“

Die Ärztin, die selbst gemeinsam mit ihrem Mann, dem Arzt Manfred Blinzler, in Afrika – vor allem in Madagaskar – Hilfe vor Ort leistet, unterstreicht: „Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben Rotarier auf der ganzen Welt aktiv Initiativen zur Bekämpfung der Covid-19-Krise betrieben. Bis heute hat die internationale Rotary Foundation fast 35 Millionen US-Dollar für die Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt.“ Kerstin Sperschneider und Johannes Bühler sind sich einig: „Die Pandemie ist erst dann besiegt, wenn alle Menschen rund um den Globus geimpft sind.“

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