Zukunftsprojekt
„Der neue Frankenwald“ entsteht
Die Forstministerin Michaela Kaniber mit dem Revierförster am Rennsteig, Rico Schädler, bei der Begutachtung von Holzschutzhüllen, die zum Schutz vor Verbiss bei Jungpflanzen verwendet werden.
Die Forstministerin Michaela Kaniber mit dem Revierförster am Rennsteig, Rico Schädler, bei der Begutachtung von Holzschutzhüllen, die zum Schutz vor Verbiss bei Jungpflanzen verwendet werden.
Foto: Veronika Schadeck
Hirschfeld – Die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber gab den Startschuss für den Umbau und die Stabilisierung der Baumbestände im Frankenwald.

Der Donnerstag war ein guter Tag für die Waldbesitzer, Jagdgenossenschaften und Forstleute. Denn es gibt mehr Förderungen für die Instandsetzung beschädigter Forstwege in Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Das gab die bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, bei der Vorstellung des Zukunftsprojekts „Der neue Frankenwald“ zwischen Hirschfeld und Förtschendorf/Abzweigung Schützengrund bekannt. Der Termin war zugleich der Startschuss.

Worum geht es? Im Frankenwald sind in den vergangenen Jahren große Waldflächen dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Mit verschiedenen Maßnahmen will man nun die Wiederbewaldung der Kahlflächen vorantreiben. Deshalb gibt es das Zukunftsprojekt „Der neue Frankenwald“.

Mischwälder

Nicht nur Kaniber ist überzeugt, dass der neue Frankenwald ein bunteres und vielfältigeres Gesicht, von Mischwäldern geprägt, bekommen wird. „Der Frankenwald wird künftig ein echter Klimawald sein“, so Kaniber. Ziele sind, dass der Frankenwald auf Dauer dem Klimawandel standhält und somit auch künftig CO2 (Kohlendioxid) bindet. Sie wisse, dass der Waldumbau für die Waldbesitzer eine Riesenherausforderung sei.

Sie erinnerte daran, dass bereits vor knapp zwei Jahren ein Sonderprogramm für den Frankenwald ausgearbeitet wurde, um die rasante Ausbreitung des Borkenkäfers einzudämmen. Rund 40 Millionen Euro seien seither in die Käferbekämpfung investiert worden. Zudem seien die beiden Landwirtschaftsämter Coburg-Kulmbach und Bayreuth-Münchberg personell verstärkt worden.

Das Projekt „Der neue Frankenwald“ stehe, so Kaniber, auf vier Säulen. Dazu gehören neben den Förderungen für Wegeinstandsetzung ein für den Frankenwald maßgeschneidertes Bewaldungskonzept, die Bereitstellung von zusätzlichem Personal durch sieben Revierförster sowie eine Verbesserung der Fördermöglichkeiten für die Wiederbewaldung. Zudem werden den Waldbesitzern einfache und praxisgerechte Lösungen für die rasche Aufforstung von Kahlflächen an die Hand gegeben. Dafür hat die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft mit einer Expertengruppe verschiedene Varianten entwickelt, die in zwei neuen Wiederbewaldungs-Parcours dargestellt und beobachtet werden.

Forschung

Ein Parcours davon befindet sich an der Abzweigung Richtung Schützengrund. Hier wird am Zukunftswald geforscht. Laut Kaniber wird die Technische Universität München gemeinsam mit einem jungen Start-up-Unternehmen erproben, ob die Saat von Pionierpflanzen und Waldbäumen mit Drohnen eine praktikable Lösung für die Steillagen des Frankenwaldes wäre. Weiterhin wird die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf auf den Freiflächen geeignete und sparsame Bewässerungstechniken für Forstkulturen testen. Denn, so Kaniber, gerade auf den flachgründigen Böden des Frankenwaldes seien Trockenheit und Hitze eine große Bedrohung für die jungen Bäumchen.

Für eine Zusammenarbeit

Kaniber ließ keinen Zweifel daran, dass Förderungen eine Seite für einen gelungenen Waldumbau sind. Dies reiche aber nicht aus. „Es kann nur dann einen neuen, klimafesten Frankenwald geben, wenn auch künftig alle Akteure eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Dazu zählen Waldbesitzer, Förster, Jäger und Forstämter.

Anwesend waren auch der Pressiger Bürgermeister Stefan Heinlein und sein Teuschnitzer Kollege Frank Jakob. Die beiden waren es, die im Herbst 2021 angesichts der Vielzahl von zerstörten Wäldern und Waldwegen sich mit einer Bilddokumentation, Kostenaufstellungen in Millionenhöhe und mit einem Hilferuf an das Amt für Landwirtschaft und an die Ministerin gewandt haben.