Lucky-Stable-Ranch
Retter im Kreis Kronach brauchen selbst Hilfe
Nici Menzel mit einem wenige Tage alten Rehkitz.
Nici Menzel mit einem wenige Tage alten Rehkitz.
privat/Hennings
Die beiden Pferde „Hexe“ und Tochter „Hummel“ bei ihrer Ankunft in Mostrach.
Die beiden Pferde „Hexe“ und Tochter „Hummel“ bei ihrer Ankunft in Mostrach.
privat/Bianca Hennings
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Mostrach – In Mostrach finden Tiere in Not eine Unterkunft. Doch dort kämpfen die Helfer mit den enorm steigenden Kosten. Ein Appell richtet sich nun an die Mitmenschen, den engagierten Einsatz zu unterstützen.

Futter, Tierarzt, Strom und Diesel – alles wird teurer. Die sieben Gnadenbrotpferde des Fördervereins für Reiten, Tiere und Therapie wünschen sich daher ein sauberes Bett aus Sägespänen. „Aber die Kosten dafür haben sich verdreifacht“, sagt Matthias Kelle, Vorsitzender des Fördervereins, der sich in Kooperation mit der Lucky-Stable-Ranch in Mostrach um beeinträchtigte Menschen, in Not geratene Tiere und verletzte oder mutterlose Wildtiere kümmert. Der Förderverein sucht aktuell nach Alternativen zu Sägespänen: Hobelspäne, Gummimatten oder Pferdebetten für die Pferdeomas und -opas.

Dank der Spenden vom vergangenen Jahr sind alle Gnadenbrotpferde – das Älteste ist 25 Jahre alt – gut mit Outdoor-Decken versorgt. Gerade die älteren Tiere brauchen spezielle Futtermittel, und auch die medizinische Versorgung soll für jedes Tier gesichert sein. Durch die neue Gebührenordnung für Tierärzte kommt eine weitere große Belastung auf den Verein zu.

Zwei Pferde gerettet

Dass es aber oft einfach nicht ohne einen Tierarzt geht, zeigt die Geschichte von „Hexe“ aus Baden-Württemberg. Die zehnjährige Stute mit ihrem Fohlen, die in ihrem Leben weder Tierarzt, noch Schmied, noch vernünftiges Futter bekommen hat, wurde im Sommer vom Veterinäramt beschlagnahmt. Der Förderverein konnte „Hexe“ schließlich ersteigern und ihr und ihrem Fohlen den Gang über die Regenbogenbrücke ersparen. Denn niemand sonst wollte sie haben.

Abgemagert und ängstlich kamen die Pferde in Mostrach an. Der Tierarztcheck ergab bei beiden eine katastrophale Mangelernährung sowie einen schweren Leberschaden. Zwischenzeitlich geht es beiden viel besser und sie genießen ihre Versorgung und die extra Streicheleinheiten. Anfang des Jahres konnte der Verein in Zusammenarbeit mit der Wefa einen Außenarbeitsplatz für eine beeinträchtigte junge Frau schaffen. Ein zweiter ist in Planung. Durch die Kooperation mit der Lucky-Stable-Ranch ist man in der Lage, heilpädagogische Reittherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anzubieten. Das Angebot richtet sich an beeinträchtigte Menschen, wie auch psychisch Erkrankte. Da die Eltern der Kinder unter anderem schon Energie- und Kostensteigerungen stemmen müssen, wird der Förderverein als Weihnachtsüberraschung allen Therapiekindern eine Therapiestunde schenken.

Dankbar für Spenden

Auch viele Wildtiere haben den Weg nach Mostrach gefunden: Rehkitze, Frischlinge, Igel, ein Dachs, ein Bussard, Eichhörnchen, Wildenten und Fledermäuse. Einige konnten nach medizinischer Versorgung wieder in die Freiheit entlassen werden, andere wurden an kompetente Stellen weitervermittelt und wieder andere, wie zwei zugelaufene Katzen, dürfen bleiben. Leider haben auch einige den Weg über die Regenbogenbrücke gehen müssen. Aber sie waren dabei nicht alleine. Der Verein ist für Spenden dankbar, denn die steigenden Energie- und Versorgungskosten treffen ihn hart. Patenschaften können für Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Hasen, Gänse oder Enten übernommen werden. Über Hilfe bei der Pflege und Versorgung freut man sich.

Kontaktdaten:

Das Spendenkonto lautet: IBAN: DE53 7719 0000 0101 0030 20. Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden. Infos zum Verein und Fragen: Telefon 0170/6326684.

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