Windheimer Gärten
Gartler geben Einblicke in kleine Paradiese
Thomas Kotschenreuther zeigt seinen herrlichen Garten am Kehlbachsberg.
Thomas Kotschenreuther zeigt seinen herrlichen Garten am Kehlbachsberg.
Foto: Heike Schülein
Windheim – Der Obst- und Gartenbauverein Windheim feierte sein 100-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gartenbesitzer öffneten dafür ihre grünen Oasen.

Traumhafter Sonnenschein, blühende Gartenparadiese und herzliche Gastfreundschaft – zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich insgesamt 16 sonst hinter Zäunen oder Mauern verborgene „grüne Schätze“ in Windheim und Hirschfeld anzuschauen. Zu bewundern gab es herrliche bunte Beete, zauberhaften Blumenschmuck an Häusern und in Höfen, großgewachsene Sonnenblumen, Nutzgärten mit Gemüsebeeten und Obstbäumen sowie Erholungsoasen mit lauschigen Sitzplätzen und Gartenteichen.

Die Piazza Toscana im Forsthaus Windheim ist ein echter Hingucker.
Die Piazza Toscana im Forsthaus Windheim ist ein echter Hingucker.
Foto: Heike Schülein

Bei Kakteenliebhaber Joe Trebes erfreuten 650 stachelige Schönheiten das Auge des Betrachters, während im Forsthaus Windheim fast schon ein kleiner Zoo mit allerhand Streicheleinheiten nicht abgeneigtem Getier vor allem die jüngsten Gäste verzückte.

Voller Freude flanierten die Besucher durch die Anlagen, tauschten sich mit anderen Gartenfreunden aus, sammelten Erfahrungen und Ideen und staunten, was sich aus verschiedenen Gegebenheiten so alles machen lässt.

Der Naturgarten der Familie Martin-Richer im Amselweg kam sehr gut an.
Der Naturgarten der Familie Martin-Richer im Amselweg kam sehr gut an.
Foto: Heike Schülein

Das neu bemalte OGV-Vereinshäuschen öffnete ebenso seine Pforten wie die Dorfscheune, in der die Besucher die Ausstellung „DorfGrün“ sowie Fotos von seltenen im Frankenwald wachsenden Orchideen bestaunen konnten.

Angeboten wurden auch Führungen durch die Pfarrkirche St. Nikolaus, rund um den Friedhof und zu in der Nähe befindlichen Streuobstwiesen. In Hirschfeld beteiligten sich der Kräutergarten, der Himmelreichhof Baier und das Heimkehrerkreuz. Für alle Altersklassen gab es tolle Mitmach-Aktionen. Zudem verkauften viele Aussteller vor Ort ihre selbst hergestellten Waren, insbesondere rund um Haus und Garten.

Ein neues Schmuckstück geschaffen

Ein Apfelbaum, Wildblumen, eine Steinmauer, ein Igel – mit diesen und weiteren „Schätzen“ aus der Natur verwandelte der Illustrator Michael Horn aus Kirchensittenbach die Außenfassade des Vereinshäuschens des Obst- und Gartenbauvereins Windheim in ein wahres Schmuckstück. Die Motive sollen zum Nachahmen anregen und gleichzeitig aufzeigen, wie gefährdete Insekten und Vögel geschützt werden können.

Pfarrer Cyriac Chittukalam stellte den neuen Hingucker unter Gottes Segen. Damit fand zugleich das gelungene Festwochenende seinen Abschluss.

Pfarrer Cyriac Chittukalam segnete das kunstvoll gestaltete Vereinshäuschen.
Pfarrer Cyriac Chittukalam segnete das kunstvoll gestaltete Vereinshäuschen.
Foto: Heike Schülein

Vorsitzende Gaby Kotschenreuther stellte die Bilderwelten vor. Ein hochstämmiger Apfelbaum von der Blüte bis zur Frucht symbolisiert die in Bayern sehr stark in ihrem Bestand gefährdeten Streuobstwiesen. In den Biotopen finden unzählige Tier- und Pflanzenarten Schutz. Unterschlupf für Eidechsen und weitere Kriechtiere bietet eine ebenfalls kunstvoll dargestellte Steinmauer.

Eine unverzichtbare Nahrungsquelle für verschiedene Insekten stellen Wildblumenwiesen dar. Leider verschwinden immer mehr dieser grünen Oasen. „Auch der Igel ist vom Aussterben bedroht“, bedauerte die Vorsitzende.

Ermöglicht wurde die „blühende Kunst“ durch die großzügige Unterstützung von Sponsoren. Den Großteil der Kosten übernahm die Koinor-Horst-Müller-Stiftung. Weitere Sponsoren waren die Gampert-Bräu in Weißenbrunn und die Adalbert-Raps-Stiftung in Kulmbach. Ihnen dankte die Vorsitzende ebenso wie Sabine Baumgartner von der Koordinierungsstelle für bürgerschaftliches Engagement im Projektbüro von „Kronach Creativ“.

Gäste sind beeindruckt

Beeindruckt zeigten sich auch Bürgermeister Thomas Löffler, Kreisheimatpfleger. Robert Wachter sowie Gartenkönigin Julia Gareis, die beim Fest-Wochenende im Dauereinsatz gewesen war. Verewigt auf der Außenfassade wurden auch zwei Milchkannen als Reminiszenz an die frühere Nutzung des Vereinshäuschens, worüber Ehrenmitglied Wendelin Vetter zu berichten wusste.

Das 1959 als Milchhäuschen errichtete Gebäude wurde bis 1974 für die Milchablieferung genutzt. Nach der Übernahme durch die Gemeinde 1980 beschloss der OGV-Vorstand 1983, das Gebäude für 1240,57 Mark zu kaufen. „Das Häuschen musste innen und außen grundlegend saniert werden. Es war eine Ruine“, verdeutlichte Vetter.

Der ebenfalls vom Obst- und Gartenbauverein Windheim im Jahr 2006 errichtete naheliegende Quellsteinbrunnen auf dem Teichplatz wird vom Gebäude aus mit Wasser und Strom versorgt.