Fahrtraining
Damit das Auto immer in der Spur bleibt
Letzte Anweisungen vor den praktischen Fahrübungen gab Fahrlehrer Georg Bayer (links);  mit in der Reihe stehen Valeo-Ingenieur Jörg Schrepfer (daneben) und der Vorsitzende der KVW Kronach, Roland Pyka (Fünfter von rechts).
Letzte Anweisungen vor den praktischen Fahrübungen gab Fahrlehrer Georg Bayer (links); mit in der Reihe stehen Valeo-Ingenieur Jörg Schrepfer (daneben) und der Vorsitzende der KVW Kronach, Roland Pyka (Fünfter von rechts).
Foto: Karl-Heinz Hofmann
Kronach – Valeo-Ingenieure absolvierten Fahrsicherheitsübungen bei der Kreisverkehrswacht Kronach.

Die Kreisverkehrswacht Kronach (KVW) führte ein Fahrsicherheitstraining für Ingenieure der Firma Valeo durch. „Könner durch Erfahrung“ gelte besonders auch beim Autofahren, sagte der Vorsitzende der KVW Kronach, Roland Pyka. Forscher- und Entwicklungsingenieure der Firma Valeo nahmen teil.

Die Ingenieure von Valeo in Neuses sind zwar Forscher der autonomen Fahrweise (also von selbst fahrenden Fahrzeugen ohne Fahrer), setzen aber auch auf große Sicherheit im alltäglichen Verkehr mit ihren privaten Pkw. Sie sind vor einigen Jahren auf die KVW zugekommen mit einer Anfrage nach Fahrsicherheitstraining. Darauf hat Pyka die Firma von dem Programm „Könner durch Erfahrung“ der Deutschen Verkehrswacht in Kenntnis gesetzt. So kommt es, dass die Firma Valeo schon seit dem Jahr 2016 regelmäßig das Fahrsicherheitstraining bei der Kreisverkehrswacht bucht.

Ingenieur Jörg Schrepfer, Chef der Entwicklungsabteilung für autonomes Fahren bei Valeo in Neuses, informierte zusammen mit dem Pressesprecher von Valeo Deutschland in Bietigheim, Andreas vom Bruch, dass es bei dem Unternehmen seit vielen Jahren einen gesonderten Führerschein für die Mitarbeiter gibt. „Am Standort in Neuses beschäftigen wir uns generell mit Forschung und Entwicklung von autonomen Fahren und entsprechender Sensorik mit neuen Steuergeräten.“ Valeo setzt dabei hohe Maßstäbe für die Mitarbeiter, die ein Testfahrzeug bewegen wollen. Jeder Testfahrer, der ein Fahrzeug bewegen will, braucht einen „Valeo-Führerschein“, der unter anderem ein Fahrsicherheitstraining alle zwei Jahre fordert. Dazu gehört auch alle zwei Jahre die Erneuerung eines Erste-Hilfe-Kurses.

Die Übungen auf teilweise nasser Fahrbahn verlangten viel Konzentration. Mancher Dreher war anfangs noch dabei. Dann sah man erste Erfolge des Trainings.
Die Übungen auf teilweise nasser Fahrbahn verlangten viel Konzentration. Mancher Dreher war anfangs noch dabei. Dann sah man erste Erfolge des Trainings.
Foto: Karl-Heinz Hofmann

Für Testfahrer von autonomen Fahrzeugen gelten nochmals höhere Ansprüche und besondere Ausbildungen. Das Unternehmen legt nach eigenen Angaben großen Wert auf die Sicherheit der Mitarbeiter. „Wir sind mit der Ausbildung durch die KVW sehr zufrieden“, betont Schrepfer.

Und während der Unterredung wird einige Meter weiter schon trainiert. Das Reifenquietschen hört man vom Regberg-Parkplatz bis ins Ködeltal. Auf dem für die Übungen geeigneten Regberg-Parkplatz werden spezielle Fahrsituationen unter fachmännischer Anleitung der ehrenamtlichen Verkehrsexperten der KVW, Georg Bayer, Thomas Graf, Georg Polifka und Roland Pyka, absolviert. Dabei geht es zum Beispiel um die richtige Sitzposition, die Lenk- und Blicktechnik im Slalomparcours, verschiedene Bremsmethoden auf wechselseitig griffigen und nassen Fahrbahnbelägen, Bremsen und Ausweichen vor plötzlich auftauchenden Hindernissen, Kurvenfahren in der Kreisbahn, um die Fliehkräfte sowie die richtigen Gegenmaßnahmen beim Über- und Untersteuern des Fahrzeugs. Ziel des Trainings ist, die Gefahren frühzeitig zu erkennen und in der Lage zu sein, Gefahren zu bewältigen und richtig reagieren.

Jeder Teilnehmer fährt mit seinem eigenen Auto. Der Praxis geht eine theoretische Unterweisung voraus. Dazu zählen Gefahrenlehre, Sensomotorik (mit den Augen lenken, Blick in die Mitte), Fahrphysik, Sicht (Scheiben, Brillen, Visier, Sehtest) sowie Informationen über Umgang und Wirkungsweise von Alkohol, Drogen, Medikamenten.

Zwischen 25 und 30 Ingenieure von Valeo Neuses nahmen an diesem Tag am Fahrsicherheitstraining teil. Spätestens nach einigen Drehern bei Vollbremsung auf nasser Fahrbahn wusste man, wie man sich in solchen Situationen richtig verhält, um ein Ausbrechen und Schleudern des Autos zu vermeiden.

Wer Interesse an einem solchen Fahrsicherheitstraining hat, sollte sich telefonisch an Roland Pyka, Ruf 09261/96036, oder Georg Polifka, Ruf 09261/52537, wenden.