Wiegand-Glas
Ramelow will Priorisierung der Glasindustrie
Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht in Erfurt.
Foto: Martin Schutt/dpa/Archivbild
LK Kronach – Falls Gas knapp wird, soll die Glasindustrie priorisiert werden. Das fordert Thüringens Ministerpräsident nach einem Besuch bei Wiegand-Glas.

«Die Frage, ob wir am Ende noch genügend Flaschenglas in Deutschland haben, wird hier am Rennsteig entschieden», sagte der amtierende Bundesratspräsident Bodo Ramelow. Es gehe nicht nur um 8000 Arbeitsplätze in der Grenzregion zwischen Bayern und Thüringen, sondern auch um die Frage, wie künftig Flüssigkeiten abgefüllt werden sollten, wenn die Glasindustrie kaputt gehe. Da müsse man dann auch die Frage zu Ende denken, ob ein Spaßbad unbedingt beheizt werden müsse.

Die Industrie sorgt sich vor einem eventuellen Gasmangel infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, weil die Schmelzwannen für das Glas permanent beheizt werden müssen. Fällt die Versorgung von einem auf den anderen Tag aus, drohen die Wannen zerstört zu werden. Das Glas wird dann kalt und härtet aus.

Ramelow zufolge soll sich die Technische Universität Ilmenau in den kommenden Wochen mit der Frage befassen, inwiefern die Energiezufuhr für die Industrie auch auf Strombasis möglich wäre. Dazu sei er auch mit der bayerischen Landesregierung in Kontakt.

Es sei beispielsweise denkbar, die Pumpwerke in der Region einzubeziehen, sagte er. «Wir haben 30 Prozent der gesamten deutschen Pumpspeicherkraft in der Region.» Die Bleilochtalsperre sei etwa ganz in der Nähe und könne sofort eingesetzt werden.