20 Jahre Bauzeit
Friesen: Der lange Weg zum neuen Dorf
Dorferneuerung Friesen
Josef Geiger, ein Organisator aus der Friesener Dorfgemeinschaft, vor der Dorfscheune.
Foto: Marco Meißner
Friesen – Bis zum Jahresende soll die Umgestaltung des Dorfzentrums abgeschlossen sein. Auf dem Dorfplatz können dann Feiern und Märkte veranstaltet werden.

Die Dorferneuerung Friesen geht auf die Zielgerade. In wenigen Wochen beginnt die Umgestaltung des Dorfzentrums von Friesen, die voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen sein wird. Die Teilnehmergemeinschaft sieht somit dem Ziel eines Dorferneuerungs-Marathons, der vor rund 20 Jahren begann, mit Freude entgegen. Bei einer kleinen Versammlung in der Dorfscheune zur Vergabe der Aufträge für voraussichtlich abschließende Arbeiten, freute sich Bürgermeisterin Angela Hofmann, zusammen mit der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft (TG), den Zuschlag für die Baumaßnahmen am Dorfplatz erteilen zu können.

Die Rathauschefin, sowie der Vorsitzende der TG, Oskar Deglmann, Projektleiter Dorf- und Landentwicklung (Baurat im Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken), und Josef Geiger für die TG, hielten dabei noch einmal Rückblick auf das Projekt, dem ein langer Planungsprozess seit Beginn der 2000er Jahre vorausgegangen ist.

Als markante Eckpfeiler der nun schon in die dritte Dekade gehenden Dorferneuerung nannten Josef Geiger und Heinz Schmidt die Neugestaltung der Floßlände, die Gestaltung des Moschaweges mit Engstelle, den Kirchweg mit Dorfplatz im Oberen Dorf und die Sanierung der alten Schule zum Dorfmuseum. Die Dorfscheune und das Dorfplatzgrundstück wurden im Jahr 2013 zur Neugestaltung der Dorfmitte erworben.

Scheune wird zu Gemeinschaftshaus

Erster Bauabschnitt war die Sanierung der Dorfscheune, die von 2018 bis 2020 zu einem Gemeinschaftshaus umgebaut wurde. Die Friesener packten kräftig mit an. Sie waren nicht nur bei der Planung aktiv, sondern brachten rund 1000 Arbeitsstunden Eigenleistung mit ein. Insgesamt fielen 413 000 Euro Baukosten an. Der Freistaat Bayern unterstützte das Projekt mit 300 000 Euro.

Wie bereits die Scheunensanierung wurde auch die Platzgestaltung durch das Büro Spindler plus geplant. Das Prinzip der DE, dass die Bürger ihren Ort eigenständig planen, wurde in Friesen über Jahre intensiv praktiziert. Josef Geiger und Heinz Schmidt sind die treibenden Kräfte gewesen. Weiterer Unterstützer der Vorstandschaft war Gregor Fischer. Ein monatlich tagender "Dorferneuerungsstammtisch" mit 30 Bürgern beteiligte sich ebenfalls aktiv am Umgestaltungsprozess.

Als abschließende Maßnahmen stehen nun die Umsetzung des Kriegerdenkmals sowie die Umgestaltung des unteren Dorfplatzes an. Der große Asphaltsee verschwindet. Der Vorplatz an der Scheune wird mit Natursteinen gepflastert und einer großen Kastanie begrünt. Hecken und Bäume grenzen den Platz klar von den Straßen ab. Zukünftig können hier Feierlichkeiten und Märkte abgehalten werden. Das Kriegerdenkmal wird in den Platz integriert. Die Veranstaltungen des Kriegervereins finden auf dem Platz statt und müssen nicht mehr auf der Straße abgehalten werden. Ein Spielplatz, eine Bushaltestelle und Parkplatz sind vorgesehen.

Während dieser Baumaßnahmen, besonders wenn die Brücke über die Kronach bis zur Gaststätte "Desera" gebaut wird, kommt es zu Verkehrsbehinderungen und kurzzeitig auch zur Straßensperrung. Dies wird nach Baueinweisung noch gesondert bekanntgegeben.

Bis zur Fertigstellung der beiden Baumaßnahmen am Dorfplatz, voraussichtlich zum Jahresende, werden Mittel für Bau- und Planungskosten inklusive der Dorfscheune in Höhe von über 1,5 Millionen Euro in die Aufwertung des Ortszentrums fließen. Der Baubeginn ist für Ende März/Anfang April vorgesehen. "Eine Investition, die für alle sichtbar ist und von der alle Bürger profitieren werden", fügte Bürgermeisterin Angela Hofmann an.

Die Tiefbaumaßnahme wird die Firma Eiffage Infra-Süd GMBH aus Schwabach durchführen. Die Versetzung des Kriegerdenkmals mit Sanierung erfolgt durch die Firma Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH. Bevor sie zur Unterzeichnung der Auftragsvergaben schritt, dankte die Bürgermeisterin mit herzlichen Worten allen an der Dorferneuerung beteiligten Bürgern, besonders aber dem Vorsitzenden Oskar Deglmann und den Friesener "Triebfedern" Josef Geiger und Heinz Schmidt. Oskar Deglmann rief Privatbesitzer dazu auf, sich zu melden, falls sie Sanierungen an ihrem Gebäude vorgesehen haben. Das ALE wird kostenfrei darüber beraten, inwieweit man eventuell Fördergelder erhalten kann.