Kindergarten
Neues Domizil für die „Strolche“
Die Kinder durften sich beim Richtfest schon mal ihren neuen Kindergarten anschauen.
Die Kinder durften sich beim Richtfest schon mal ihren neuen Kindergarten anschauen.
Foto: Heike Schülein
Küps – In Küps wird eine neue Kita gebaut. Sie wird größer als die bisherige und bietet Platz für insgesamt 74 Kinder.

Traditionell wird nach Errichten des Dachstuhls Richtfest gefeiert. Das gilt auch für den Ersatz-Neubau des evangelischen „St. Jakobi-Strolche“-Kindergartens, für den dieser wichtige Meilenstein nun erreicht wurde. Natürlich gab es auch einen Richtbaum und einen Richtspruch. Die ehrenvolle Aufgabe in windig-luftigen Höhen wurde Tobias Seifert von der Fa. Fleischmann Holzbau zuteil: „Die Feierstunde hat geschlagen, es ruhet die geübte Hand. Nach harten, arbeitsreichen Tagen grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land…“

„Wo Kinder sind, da herrschet goldenes Zeitalter“, zitierte Dekan Markus Müller den deutschen Philosophen Novalis, der im 18. Jahrhundert gelebt hat. Heute würde man wohl eher sagen: „Kinder sind die Zukunft“, so der Dekan. Damit dies so bleibe, bedürfe es Einrichtungen wie die aktuell in Küps Im Hirtengraben entstehende. Kitas seien Lebensorte auf Zeit, an die man sich später als Erwachsene gerne zurückerinnere. Die Eltern sowie Großeltern wiederum wüssten ihre Kinder bzw. Enkel dort gut aufgehoben.

Bürgermeister Bernd Rebhan freute sich, zur Feier des Tages Planer und Bauleute, Pfarrer Reinhold König und Mitglieder des Kirchenvorstands, Nachbarn sowie die Jungen und Mädchen des „St. Jakobi-Strolche“-Kindergartens mit ihren Betreuerinnen begrüßen zu können. Dem Kirchenvorstand zollte er großen Respekt, in einer solch außergewöhnlichen Zeit zumindest ein – der aktuellen Situation geschuldet – kleines Richtfest abzuhalten. Wenngleich unter Corona-Bedingungen kein Richtschmaus möglich sei, so sei der freudige Anlass doch trotzdem ein Grund zu feiern.

Der Neubau schlägt mit rund drei Millionen Euro zu Buche; die staatlichen Zuweisungen betragen rund 1,9 Millionen Euro. Abzüglich des Anteils der evang. Kirchengemeinde Küps – Träger der Einrichtung - von rund 145 000 Euro und der evang. Landeskirche von 200 000 Euro, ergibt sich ein Anteil für den Markt Küps von rund 766 000 Euro. Die Marktgemeinde Küps hatte zuvor das Grundstück erworben und im Zuge der Förderoffensive Nordostbayern die Bestandsbauten abbrechen und das Baufeld vorbereiten lassen.

Eine strategische Entscheidung

„Ich stehe hinter jedem Euro. Das Geld ist gut angelegt“, bekundete Rebhan, dass es sich um eine strategische Entscheidung handele. So befindet sich der Neubau in direkter Umgebung zum bisherigen Kiga, zur Schule, zum Pfarrhaus und Luthersaal. Zudem bewirke der Bau eine Stärkung des Kernorts.

Viel Licht soll in den neuen Spielflur im Obergeschoss sein.
Viel Licht soll in den neuen Spielflur im Obergeschoss sein.
Foto: Heike Schülein

Hintergrund für den Neubau war die beengte Lage im Küpser Kindergarten sowie insbesondere auch das Fehlen einer Kinderkrippe für die Unter-Dreijährigen. Der größte Ort des Marktes Küps hat bislang den zweitkleinsten Kindergarten. Der Geschäftsführer Johannes Müller von H2M dankte dem Kirchenvorstand Küps für das große in sein Architekturbüro gesetzte Vertrauen. Nachdem der Zimmermann in seinem Richtspruch auf das Wohl des Bauherrn, der Planer sowie der tüchtigen Handwerker getrunken hatte, warf er sein Glas zu Boden. Es zerbrach in viele Scherben – ein gutes Zeichen! Nach alter Tradition wurden nun jede Menge süße Leckereien ausgeworfen, die unter den Jungen und Mädchen dankbare Abnehmer fanden.

Wie schön es im zukünftigen Kinderbistro ist, haben Vögel auch schon erkannt und sind direkt eingezogen.
Wie schön es im zukünftigen Kinderbistro ist, haben Vögel auch schon erkannt und sind direkt eingezogen.
Foto: Heike Schülein

Der Ersatz-Neubau bietet - neben den Krippenräumen im Erdgeschoss für zwei Mal zwölf Kinder unter drei Jahren - auch Platz für zwei Regelgruppen mit je 25 Plätzen im Obergeschoss. Hinzu kommen ein Kinderbistro, Intensivräume sowie ein großer und lichtdurchfluteter Spielflur. Das Gebäude wird in Holzständerbauweise errichtet. Man rechnet mit einer Fertigstellung im Zeitraum April/Mai 2022, sodass hoffentlich Ende des kommenden Kita-Jahres der Umzug in das neue Gebäude erfolgen kann.