Übersetzung
Asterix gibt es jetzt auch auf Oberfränkisch
Stefan Eichner übersetzt Asterix in Mundart. Foto: Jürgen Gärtner
Stefan Eichner übersetzt Asterix in Mundart. Foto: Jürgen Gärtner
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Kulmbach – Stefan "Das Eich" Eichner hat einen Asterix-Band in den oberfränkischen Dialekt übersetzt. Im Interview erzählt er, wie er dazu kam.

Der Kulmbacher Comedian Stefan "Das Eich" Eichner hatte das Vergnügen, einen Asterix-Band in den oberfränkischen Dialekt zu übertragen. Wie er dazu kam, vor welchen Herausforderungen er stand und wie schwierig es ist, das Wort Petersilie zu übersetzen, das erzählt er im Interview.

Bist du überhaupt Asterix-Fan?

Stefan Eichner: Seit Kindheitstagen. Mein ältester Band hat 2,80 D-Mark gekostet. Das war eine Ausgabe von Asterix und die Goten von 1970. Das Heft ist damit fünf Jahre älter als ich. Ich habe alle Bände, die teils schon recht zerfleddert sind. Für meine Übersetzerarbeit habe ich alle 39 Bände zugeschickt bekommen. Das Lesen einer Asterix-Geschichte ist wie ein Kurzurlaub.

Wie bist du zu dem Auftrag gekommen, Asterix ins Oberfränkische zu übersetzen ?

Angefangen hat alles schon 2018, als ich als Gastkünstler auf der Aida gearbeitet habe und dort einen befreundeten Kollegen hatte, der Asterix ins Sächsische übersetzt hatte. So bin ich zu den Mundartbänden gekommen und habe gemerkt, dass es oberfränkische Versionen noch nicht gibt. Da habe ich schon aus Spaß übersetzt . Dazu kam, dass mein Agent selbst im Comic-Geschäft tätig ist, dadurch viele Kontakte in die Branche besitzt und er sich in die Sache reingehängt hat. Außerdem hat sich der Verlag umgehört in Kulmbach , unter anderem bei der Buchhandlung Friedrich, ob man mich kennt. Die haben schnell gemerkt, dass das anscheinend der Fall ist und ich das Ding machen muss. Dann habe ich das Okay bekommen und die letzten zwei Monate dran gebastelt.

Wie schwierig ist so eine Übersetzung ?

Ich habe schnell gemerkt, in Bamberg spricht man anders als in Kulmbach oder Hof. Nehmen wir das Wort Petersilie. Da habe ich in meiner Facebook-Gruppe nach der Schreibweise gefragt, und acht unterschiedliche Versionen kamen raus. Was alle oberfränkischen Dialekte gemeinsam haben, das sind die -la-Endungen. Ich musste die Sprechblasen auch nicht 1:1 übersetzen, sondern hatte viele Freiheiten.

Nenn mal ein Beispiel.

Es gibt eine Stelle, da sagt Obelix : , Asterix , hör auf, sonst muss ich wieder lachen'. Und in meiner Version heißt es: , Asterix , hör auf, iech saach scho widder ei'. So was macht einfach Spaß . Ich habe einiges an Lokalkolorit eingebracht, zum Beispiel Liedermacher Wolfgang Buck gefragt, ob ich sein Lied ,Flusszigeuner" benutzen darf. Er hat sich darüber tierisch gefreut.

Wie lange übersetzt du an einer Seite?

Etwa 1,5 Stunden. Bei 48 Seiten kann man die Zeit hochrechnen. Für die Nicht-Oberfranken ist übrigens ein Wörterbuch mit drin. Ich habe oft überlegt, was man an regionalen Sachen einbauen kann: Da wird der Druide zum Braumeister und der Zaubertrank zum Zaubersud. Und wenn es mal ,laut' wird im Comic, habe ich alle möglichen oberfränkischen Schimpfwörter eingebaut, angefangen vom Zündblättla über Knaller bis hin zum Kasper. Ein Gastwirt heißt bei mir Dhermomix. Auf der Landkarte am Anfang des Bandes stehen die Orte Kulmbåch, Bamberch, Bareidh und Boddnschdaa. Mein Ziel ist es, dass die Leute auf jeder Seite zwei, drei Lacher haben.

Gibt es einen bestimmten Grund, warum du gerade Asterix als Gladiator ausgewählt hast?

Das war auch der Band, den mein sächsischer Kollege übersetzt hatte. Der war mir immer noch sehr präsent, da hatte ich die Geschichte im Hinterkopf. Der sächsische Dialekt ist zwar ganz anders, ich konnte mich aber zumindest an der Machart orientieren. Zum Beispiel, wie er die Sache mit den lateinischen Zitaten gelöst hat.

Den oberfränkischen Asterix gibt es noch nicht zu kaufen, oder?

Nein, das dauert noch fünf Monate bis zum 11. April. Er kann aktuell vorbestellt und in Kürze im Buchhandel geordert werden. Ich werde mir auch 100 Stück holen und sie signiert anbieten. Den Band wird es überall zu kaufen geben, wo es Asterix gibt - und zwar bundesweit. Es gibt viele Sammler, die sich alle Bände besorgen.

Hast du schon Resonanz auf die Ankündigung bekommen, dass du den Asterix übersetzt ?

Ja. Jeder sagt, das passt wie die Faust aufs Auge. Wer meinen Radio-Humor mit dem "Eich der Woche" und meine Bühnengeschichten mag, der wird sicher auch beim Asterix auf seine Kosten kommen.

Das Ganze klingt mehr nach Spaß als nach Arbeit.

Es ist zwar sehr aufwendig, aber wenn du drüber bist, lachst du permanent dabei.

Soll es bei dem einen Band bleiben - oder sind weitere oberfränkische Ausgaben geplant?

Das erste Etappenziel ist zunächst, dass die Leute den Band lesen und ihren Spaß damit haben. Es wäre schön, wenn sich das Ding verkauft und ich noch einen Band übersetzen kann. Aber allein, wenn ich mit meinen Kindern durch die Buchhandlung laufe und meinen Namen auf dem Asterix sehe, werde ich mich jedes Mal freuen. Ich werde auch beim Comic-Salon in Erlangen nächstes Jahr dabei sein und Promo machen. Das macht alles Spaß , weil es für mich ein ganz anderes Genre ist.

Hättest du das alles überhaupt geschafft, wenn dich als Künstler nicht Corona ausgebremst hätte?

Ich hätte das auch ohne Corona unter Volllast in meiner Freizeit übernommen. Das war für mich von Anfang bis Ende nur Spaß . Zur Not hätte ich mich während einer Tour im Hotelzimmer über die Übersetzungen gemacht.