Spendenaktion
Wieder OP: Vierfache Mutter von Familie getrennt
Sandra Kienzle ist wieder im Krankenhaus. Diesmal wird sie in der Uni-Klinik München an ihrem deformierten Fuß operiert.
Sandra Kienzle ist wieder im Krankenhaus. Diesmal wird sie in der Uni-Klinik München an ihrem deformierten Fuß operiert.
Foto: privat
Franken helfen Franken
Kulmbach – Sandra Kienzle droht eine Amputation ihres rechten Fußes. Für ihre Behandlung in München muss sie ihre Kinder alleine lassen. Wir wollen helfen.

Sandra Kienzle ist wieder mal im Krankenhaus. Diesmal in der Uni-Klinik in München. Es ist der x-te Aufenthalt, das x-te Mal, dass sie ihre vier Kinder alleine lassen muss. Während die alleinerziehende 37-Jährige in der Landeshauptstadt liegt, sind Yannick (16), Yanina (15), Yoanna (13) und Nachzügler Mats (4) in Kulmbach geblieben.

Im Rollstuhl

"Die Trennung von den Kindern zerreißt mir immer wieder das Herz", sagt Sandra Kienzle, die (wie berichtet) unter einem Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom leidet. Nach einem Mittelfußbruch im August vergangenen Jahres und vielen Komplikationen war es aufgrund der Vorerkrankung zu schweren neurologischen Funktionsstörungen gekommen.

Eine Folge: Ihr rechter Fuß ist heute stark deformiert. Sandra Kienzle kann ihn weder bewegen noch belasten, ist im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen.

Mehr zu Sandra Kienzles Schicksal:

"Damit ich wieder auftreten kann"

Über die Aktion "Franken helfen Franken" will unsere Zeitung die Kulmbacherin, die die drohende Amputation unbedingt verhindern will, mit den Spenden unserer Leser unterstützen.

Sandra Kienzle setzt jetzt alle ihre Hoffnungen auf München. Spezialisten der Uni-Klinik wollen ihren Fuß wieder gerade richten und versteifen, "damit ich zumindest wieder auftreten kann". Seit drei Wochen liegt die 37-Jährige nun wieder im Krankenbett. "Die Ärzte versuchen erst mal, die offene Wunde zu schließen. Drei Operationen sind dafür eingeplant."

"Das ist hart"

Die Trennung von den Kindern setzt ihr zu. "Das ist hart", sagt Sandra Kienzle, die schon über 20 Operationen hinter sich hat, über viele Monate von der Familie getrennt war.

Wo die Kinder untergebracht sind? Sohn Yannik (16) ist diesmal allein zu Hause, die Töchter Yanina (15) und Yoanna (13) wohnen bei ihrem Vater, dem früheren Ehemann von Sandra Kienzle. Nachzügler Mats (4) wanderte von einer zur anderen Oma, ist zwischendurch bei einer Nachbarin untergebracht.

Die Caritas hilft

Sandra Kienzle weiß, dass es nicht ihr letzter Krankenhausaufenthalt ist, dass sie in Sachen Kinderbetreuung immer wieder auf Hilfe angewiesen sein wird. Dankbar ist sie ihrer Nachbarin, die einspringen und Mats weiterhin aufnehmen will. Dankbar ist sie aber auch dem Kulmbacher Caritasverband, der sie nicht nur bei der Suche nach einer Lösung für die Kinderbetreuung unterstützt. "Das Schicksal von Frau Kienzle hat uns bewegt", sagt Diplompädagogin Edith Pretzer von der allgemeinen sozialen Beratung der Caritas : "Es ist eine tragische Geschichte. Frau Kienzle hat jede Hilfe verdient."

Die Kinder packen mit an

Die Caritas greift der vierfachen Mutter unter die Arme, weist ihr den Weg, um die unterschiedlichsten Hilfsmöglichkeiten auszuloten. Denn auch wenn die 37-Jährige zuhause ist, ist das Leben nicht unbeschwert. Weil Sandra Kienzle wegen ihres Handicaps im Haushalt nicht viel machen kann, übernehmen die drei größeren Kinder den Großteil der Arbeiten. Zeit, die ihnen dann für Hausaufgaben fehlt. Ihnen bleibt wenig Freizeit.

"Wir wollen die Kinder entlasten", sagt Diplompädagogin Edith Pretzer. Eine Familienpflegerin der Kulmbacher Caritas stehe Gewähr bei Fuß. "Sie könnte sofort helfen." Sandra Kienzle muss dafür über die Krankenkasse aber erst noch einmal eine Haushaltshilfe beantragen.

Die Wohnungssuche

Die 37-Jährige benötigt jedoch nicht nur eine Haushaltshilfe. Was sie dringend braucht? Ein neues Zuhause, denn ihre fünfköpfige Familie wohnt im zweiten Stock eines Kulmbacher Mehrfamilienhauses. Die 37 Stufen bis zur Wohnungstür sind für sie ein gewaltiges Hindernis. "Wenn wir eine neue, barrierefreie Wohnung finden würden, wäre das für mich eine Riesenerleichterung", sagt die vierfache Mutter.

Auch "Die Vögel" helfen

Sandra Kienzle nennt es einen Glücksfall, "dass sich die Caritas um uns kümmert". Sie dankt dem Sozialverband, der durch die Hilfsaktion von ihrem Schicksal erfahren hat, ebenso wie den vielen Spendern bei der Hilfsaktion "Franken helfen Franken", bei der bis dato 4395 Euro eingegangen sind. Die Kulmbacher Stammtischgemeinschaft "Die Vögel" hat zudem erklärt, Sandra Kienzle die diesjährige Jahresspende zu übergeben.

Geld für ein neues Auto

Das Geld will die 37-Jährige auch in die Anschaffung eines behindertengerecht umgebauten Autos investieren. "Das würde mir wieder ein gewisses Maß an Mobilität ermöglichen", sagt die Kulmbacherin. Bis sich Sandra Kienzle wieder ans Steuer eines Autos setzen kann, dürfte noch viel Zeit vergehen. Zeit, die sie zu einem Großteil, getrennt von ihren vier Kindern, im Krankenhaus verbringen wird.

Wer will Sandra Kienzle helfen?

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über Zeitungen wie die Bayerische Rundschau sowie Internet-Angebote wie fraenkischertag.de viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins "Franken helfen Franken" Geld für jene zu sammeln, die auf Hilfe angewiesen sind. Den Verein gibt es seit 2009, bislang sind über 500 000 Euro ausgeschüttet worden.

Info Informationen zu unserer Spendenaktion gibt es auch online unter franken-helfen-franken.de.

Spendenkonto

Sparkasse Bamberg ; BIC: BYLADEM1SKB; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01.

Bitte bei der Überweisung als Verwendungszweck angeben: Hilfe für Sandra Kienzle