Ausschreitungen
Ostheimer Partynacht: Videos und Bilder gesucht
Der Einsatzort am Samstagmorgen: Polizeifahrzeuge beherrschten das Bild in der Marktstraße.
Der Einsatzort am Samstagmorgen: Polizeifahrzeuge beherrschten das Bild in der Marktstraße.
Thomas Hohmann/Feuerwehr Ostheim
F-Signet von Hanns Friedrich Fränkischer Tag
Ostheim vor der Rhön – Nach dem Großeinsatz bei der Veranstaltung ziehen Polizei, Feuerwehr und Bürgermeister ein Resümee. Die Polizei startet einen Aufruf.
Ostheim
Der Einsatzort: Polizeifahrzeuge beherrschten das Bild in der Marktstraße.
Freiwillige Feuerwehr Ostheim

„Die jungen Leute haben heute keinen Respekt mehr, weder vor älteren Leuten noch der Polizei,“ sagt ein direkter Anwohner der Marktstraße zur „Partynacht“ in Ostheim. Er nennt es eine Unverschämtheit und unerträglich, wie einzelne Partygäste die Einsatzkräfte beschimpften und mit Flaschen bewarfen.

Medien-Upload-Portal geschaltet

Nach den Vorfällen hat zwischenzeitlich die Kriminalpolizei Schweinfurt die Ermittlungen übernommen. Diese erhoffen sich nun, vor allem auch über ein Medien-Upload-Portal, weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Kripo schreibt weiter in ihrer Mitteilung: Sollten Sie Foto-, Video- oder Audioaufnahmen vom Ereignisort bzw. aus der unmittelbaren Umgebung des Geschehens im Zeitraum 0 bis 3 Uhr gemacht haben, bittet die Polizei darum, diese über das Upload-Formular der Polizei zur Verfügung zu stellen.

Sofern die Übermittlung der Mediendateien mit diesem Formular nicht funktionieren sollte, kann man sich an die Kriminalpolizei Schweinfurt wenden. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 09721/2021 731 bei der Kriminalpolizei Schweinfurt zu melden.

Lob für die Feuerwehr

Überrascht sei er von der großen Anzahl der Polizeikräfte gewesen. Vor allem auch durch die Polizeihunde hätten diese sich Respekt verschafft, und so sei es gelungen die Jugendlichen bis zum Parkplatz Streuwiese zu drängen. Lob gab es für die Feuerwehr, die im Einsatz war und am Ende sogar die Scherbenhaufen zusammenkehrte.

Er selbst habe auch vor seiner Haustüre mitgeholfen. Noch am Samstag seien Jugendliche wohl aus Sensationslust nach Ostheim gekommen. Im Gespräch sagten sie, dass sie die Ausschreitungen in der Nacht auch nicht richtig fanden, aber es sei halt so gelaufen.“

Beleidigungen werden laut

Polizeihauptkommissar Frank Wohlleben von der Inspektion Mellrichstadt war einer der ersten am Einsatzort. Aufgrund der Erstmeldung hatte er noch Kollegen der Polizeiinspektion Bad Neustadt alarmiert.

In der Marktstraße trafen sie auf etwa 300 Personen, aufgeteilt in zwei Gruppen. Nach ihrer Lautsprecherdurchsage, dass die Feier beendet werde, entfernte sich die eine Gruppe, nur einige wenige wechselten in die zweite Gruppe, die sich in Richtung Nordheim aufhielt. Von dort wurden sofort Beleidigungen laut, und es folgten erste Flaschenwürfe.

„Die Flaschen zersplitterten vor unseren Autos auf der Straße.“ Erst nachdem mehr als 30 Streifenwagen vor Ort waren, ging man gemeinsam vor. Wichtig sei es gewesen, dass niemand, weder Polizei noch Jugendliche verletzt wurden, fügt Erster Polizeihauptkommissar Elmar Hofmann, Leiter der Mellrichstädter Inspektion an.

Polizei: Handysicherung zur Entlastung

Zur Abnahme der Handys erläutert sein Stellvertreter Polizeihauptkommissar Thomas Pfennig, dass es darum ging dort gespeicherte Daten und Bilder, die für den Vorfall relevant sein könnten, zu überprüfen.

An die 40 Handys wurden eingesammelt, und diese zu sichten, dauert natürlich eine gewisse Zeit. Das mussten die Beamten den Besitzern und auch deren Eltern erklären, die am Samstag die Handys ihrer Kinder zurückverlangten. „Letztendlich geht es nicht um eine eventuelle Belastung des Handybesitzers, sondern durchaus auch um eine Entlastung.“

Mit höchstens 20 Gästen gerechnet

Jetzt sei es vorrangig, diejenigen, denen schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, zu ermitteln und der Staatsanwaltschaft zu übergeben. Dem jungen Mann, der über soziale Medien eingeladen habe, sei nicht bewusst gewesen, dass so viele kommen. Mit höchstens 20 Gästen habe er gerechnet.

Bürgermeister Steffen Malzer, der erst in den frühen Morgenstunden informiert wurde, sagt, dass die große Präsenz der Polizei wichtig war, um zu zeigen, wie schnell man auch auf dem Land bei solchen Vorfällen reagieren kann.

Als Kommune sieht er sich aber in der Pflicht, Kinder und Jugendliche in seiner Stadt mit entsprechenden Angeboten in den verschiedenen Vereinen zu unterstützen. „Da ist jeder Euro gut eingesetzt.“ Gefragt seien aber auch die Eltern, die mit ihren Kindern ins Gespräch kommen und sich auch sagen lassen sollten, wo diese sich am Abend aufhalten.

Keine Angriffe auf die Feuerwehr

Kreisbrandinspektor Thomas Graumann von der Ostheimer Feuerwehr nahm kurz nach der Handyalarmierung gegen zwei Uhr sofort Kontakt mit der Polizei auf und alarmierte über die Sirene weitere Kräfte der Ostheimer Wehr.

Mit drei Fahrzeugen waren etwas mehr als 25 Feuerwehrler dann im Einsatz. Angriffe der Partygäste auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr habe es nicht gegeben. Man habe die Seitenstraßen abgeriegelt und den Parkplatz an der Streu ausgeleuchtet. Von hier aus wurden die Jugendlichen in Gruppen ins Rathaus oder in die Markthalle gebracht.

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei wurde im Feuerwehrhaus Kaffee gekocht, und man sorgte für Getränke.

In der Touristinformation in Ostheim sagt Mitarbeiter Björn Hein: „Ich denke, dass dies keinesfalls ein Imageschaden für unser Ostheim ist.“

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