Wechsel
Nüdlinger Kommandant tritt ab und blickt zurück
Am 23. Juni 2022 war auf der B 287 zwischen Bad Kissingen und Nüdlingen ein Linienbus liegen geblieben und dann in Brand geraten. Die 35 Schülerinnen und Schüler waren bei Ausbruch des Feuers schon draußen in Sicherheit.
Am 23. Juni 2022 war auf der B 287 zwischen Bad Kissingen und Nüdlingen ein Linienbus liegen geblieben und dann in Brand geraten. Die 35 Schülerinnen und Schüler waren bei Ausbruch des Feuers schon draußen in Sicherheit.
Harald Albert/Archiv
In Anwesenheit des neu ernannten Kreisbrandmeisters und bisherigen 1. Kommandanten Alexander Frey (44, links) gratuliert Bürgermeister Harald Hofmann dem bisherigen Stellvertreter und Gemeinderat Florian Wilm (35, rechts) zur Nachfolge als 1. Komm...
In Anwesenheit des neu ernannten Kreisbrandmeisters und bisherigen 1. Kommandanten Alexander Frey (44, links) gratuliert Bürgermeister Harald Hofmann dem bisherigen Stellvertreter und Gemeinderat Florian Wilm (35, rechts) zur Nachfolge als 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen.
Sigismund von Dobschütz
F-Signet von Sigismund von Dobschütz Fränkischer Tag
Nüdlingen – Alexander Frey ist neuer Kreisbrandmeister und gibt deshalb sein Amt als Feuerwehrkommandant ab. Zeit für ihn, auf das vergangene Jahr zu schauen.

Der langjährige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen, Alexander Frey (44), wurde im September zum Kreisbrandmeister ernannt. In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag gab er seinen letzten Jahresbericht ab. Zu seinem Nachfolger als Kommandant wurde sein bisheriger Stellvertreter und Gemeinderat Florian Wilm (35, Bürgerblock) ernannt.

„Das Jahr 2022 war das einsatzreichste meiner 30-jährigen Laufbahn bei der Nüdlinger Feuerwehr“, betonte Alexander Frey. Über 10.000 Stunden hatten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Einsätzen und Übungen geleistet. Als einen besonderen Einsatz nannte er den Brand des voll besetzten Schulbusses auf der Bundesstraße 287 zwischen Bad Kissingen und Nüdlingen am 23. Juni. Die Feuerwehr hatte zusätzlich zur Brandbekämpfung die etwa 80 Schülerinnen und Schüler zu betreuen, die ihre Erlebnisse sofort in den sozialen Medien verbreiteten. Frey: „Da war echt was los.“

Großbrand in Platz

Der bedeutendste Einsatz des Jahres war aber zweifellos der Großbrand in Platz (Geroda) am 10. August, an dessen Bekämpfung bis zu 350 Feuerwehrleute aus dem ganzen Landkreis und viele andere Helfer beteiligt waren. Zehn Gebäude – Wohnhäuser, Scheunen und Schuppen – waren damals in der Ortsmitte ausgebrannt oder in Mitleidenschaft gezogen worden.

Doch nicht nur solche ernsthaften Einsätze oder notwendigen Übungen wie die gemeinsam mit der Oerlenbacher Feuerwehr durchgeführte Großübung eines Verkehrsunfalls mit Bus, mehreren Autos und 20 Opfer-Darstellern gehören zu den Pflichtaufgaben der Feuerwehr, sondern auch die gesetzlich vorgeschriebene Bewachung größerer Feste und deren Besucherlenkung. „Über 1000 Stunden leisteten unsere Ehrenamtlichen allein für das Jubiläumsfest anlässlich unserer 1250-Jahr-Feier.“

Kinderfeuerwehr wird gegründet

Die Bereitschaft der Feuerwehr sei auch tagsüber in der Gemeinde gesichert, bestätigte der ausgeschiedene Kommandant dem Ratsgremium. Sogar tagsüber stehen in Nüdlingen bis zu zwölf Wehrleute und in Haard bis zu fünf in Bereitschaft. Frey dankte Bürgermeister und Gemeinderat, dass bei Einstellungen in Verwaltung und Bauhof auch auf jeweilige Erfahrung in der Feuerwehr Wert gelegt wird. Dennoch will sich die Nüdlinger Wehr weiterhin um Nachwuchs bemühen, weshalb heuer eine Kinderfeuerwehr gegründet werden soll. Außerdem ist noch in diesem Jahr die Entwicklung eines Katastrophenschutz-Konzeptes geplant.

Seit kurzer Zeit gibt es in Nüdlingen ein Konzept zum Sturzfluten-Risikomanagement. Frey: „Jetzt weiß die Gemeinde zwar, wo bei Starkregen die Schwachstellen und Engpässe sind. Aber wer kontrolliert diese, wenn wieder Starkregen angesagt ist?“ Hier soll das Katastrophenschutz-Konzept Abhilfe schaffen und die Aufgaben mit jeweiliger Zuständigkeit verteilen. Dabei geht es auch um andere Fragen wie: „Wohin kann ich mich als Bürger wenden, wenn wir einen Blackout haben?“

„Hochmotivierte Mannschaft“

„Es ist mir sehr schwergefallen, als Kommandant aufzuhören“, verabschiedete sich Alexander Frey als bisheriger Kommandant. Doch die Aufgabe als Kreisbrandmeister lassen ihm keine Wahl, da er künftig in seiner Zuständigkeit für elf Wehren in Münnerstadt und Nüdlingen voll ausgelastet sei. „Du hinterlässt eine hochmotivierte Mannschaft und eine gut ausgestattete Wehr“, bedankte sich Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) bei Frey.

Neuer Kommandant ist Florian Wilm

Im Anschluss wurde sein bisheriger Stellvertreter Florian Wilm, der bereits am 7. Januar auf der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen zum neuen Kommandanten für sechs Jahre gewählt worden war, vom Gemeinderat einstimmig in seinem neuen Amt bestätigt. Obwohl seit der Kommunalwahl 2020 selbst für den Bürgerblock Mitglied des Nüdlinger Gemeinderats war der 35-jährige Diplom-Ingenieur (FH) bei dieser Abstimmung um seine Person ausgeschlossen. Mit abstimmen durfte Wilm allerdings bei der nur vorläufigen Ernennung des Ratsgremiums seines ebenfalls neu gewählten Stellvertreters Stefan Schulz. Bis zur endgültigen Ernennung auf sechs Jahre muss Schulz allerdings innerhalb des laufenden Jahres noch die erfolgreichen Abschlüsse der für diese Position fehlenden Lehrgänge nachweisen.

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