Wechsel
KOB-Chef hat das Steuer immer fest in der Hand
KOB-Geschäftsführer Claus Schubert nahm hier einmal selbst am Steuer Platz.
KOB-Geschäftsführer Claus Schubert nahm hier einmal selbst am Steuer Platz.
Bartl/Archiv
Martin Fabri (KOB-Geschäftsführer-Nachfolger), Stefan Kühn (Vors. von Regionalleitung DB Regio Bus Bayern), Claus Schubert, Landrat Thomas Bold, Mario Barth (Vors. von Regionalleitung DB Regio Bus Bayern)
Martin Fabri (KOB-Geschäftsführer-Nachfolger), Stefan Kühn (Vors. von Regionalleitung DB Regio Bus Bayern), Claus Schubert, Landrat Thomas Bold, Mario Barth (Vors. von Regionalleitung DB Regio Bus Bayern)
Klaus Werner
F-Signet von Klaus Werner Fränkischer Tag
Bad Kissingen – Seit 2005 ist Claus Schubert Geschäftsführer des Kreis-Omnibus-Betriebes, jetzt ist er verabschiedet worden. Sein Nachfolger ist Martin Fabri.

Kreativ, innovativ, kommunikativ – das zeichnet Claus Schubert als KOB-Geschäftsführer aus. Er sei lösungsorientiert, fleißig und verlässlich, so wurde er bei seiner Verabschiedung gelobt. Für ihn selbst galt als Credo: „Den ÖPNV, den sie jetzt gestalten, werden sie im Alter selbst nutzen.“

Dieses Motto, aufgeschnappt vor einem Vierteljahrhundert bei einer ÖPNV-Tagung in Berlin, war die Triebfeder für Claus Schubert als Geschäftsführer des Kreis-Omnibus-Betriebes (KOB GmbH) – eine Position, die er seit 2005 innehatte. Doch davor gab es noch anderes, was berichtenswert sei, so Martin Fabri als sein Nachfolger.

Kreuz und quer unterwegs

Der begeisterte Berufskraftfahrer und „Motorrad-Rebell“ Schubert wurde 1958 in Elfershausen geboren, absolvierte eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker, erwarb bei der Bundeswehr den Lkw-Führerschein und mit 23 Jahren den „Personenbeförderungsschein“. Danach war er sechs Jahre als Busfahrer in der Region und europaweit unterwegs und legte dabei mehr als 100.000 Kilometer pro Jahr zurück. Im Jahr 1988 wurde er bei der KOB als Linien- und Reisebusfahrer eingestellt, was nach eigener Aussage nicht problemlos verlief. „Meine erste Bewerbung wurde abgelehnt“, ergänzte er die Laudatio und meinte schmunzelnd: „Meine Frau wurde vor mir als Busfahrerin bei der KOB eingestellt.“

Bereits 1993 wurde Schubert stellvertretender Einsatzleiter, im Jahr 1999 absolvierte er die Ausbildung zum Verkehrs- und Betriebsleiter und ein Jahr später gewann er den „Setra Grand Prix“, einen internationalen Wettbewerb, an dem zahlreiche Busfahrer aus europäischen Ländern teilnahmen und ihr fahrtechnisches Können mit modernen Reisebussen unter Beweis stellten.

Verschiedene Positionen

Es folgten die Positionen Einsatzleiter, stellvertretender Betriebsleiter und ab 2005 wurde Schubert „Geschäftsführer – Produktion“. Hinter diesen nackten Fakten steckte aber viel mehr. So berichtete Schubert von seinen Personalentscheidungen, wobei er sich das Auto des Bewerbers begutachtete: „Wenn man sein eigenes Auto pflegt, dann pflegt man auch die KOB-Busse.“ Wichtig waren ihm die Initiativen in Bezug auf das Sicherheitstraining für die Busfahrer, auch wenn die Auswirkungen nicht im Fokus stehen: „Ein verhinderter Unfall steht nicht in der Zeitung.“

Weitreichende Entscheidungen

Auch bei weitreichenden Entscheidungen war ihm die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Geschäftspartner wichtig, denn: „Das ist zwar nicht billig, aber günstig, weil man alles zwischen dem Einkauf eines Busses und dessen Verkauf addieren muss.“ Auch sei ihm eher an Partnerschaft als an Wettbewerb gelegen und dies bewährte sich unter anderem bei der Einführung der Freizeitbusse, den Freifahrten für Kurgäste, der landkreisweiten Schüler-Flatrate, dem Seniorenticket 65+ oder die Konzessionsübernahme im Altlandkreis Bad Brückenau mit der Express-Linie von Bad Kissingen über Bad Brückenau zum ICE-Bahnhof Fulda.

Vieles hat sich bewährt

Tragfähige Partnerschaften hätten sich nicht nur mit dem Landkreis bewährt, sondern auch mit Firmen wie Prolog, wo man die Beförderungslogistik für drei Tage „Abenteuer Allrad“ übernahm und 50.000 Besucher mit 35 Bussen in kurzen Taktzeiten zum Messegelände und zurück chauffierte. In der Summe aus diesen strategischen Entscheidungen und den ÖPNV-Maßnahmen sei es gelungen, die eigenwirtschaftliche Finanzierung der KOB GmbH zu gewährleisten, so sein persönliches Fazit. Schuberts Dank galt nicht nur seiner Familie, sondern vielen Wegbegleitern in seinen 34 Jahren beim Kreis-Omnibus-Betrieb.

Immer mit vollem Einsatz dabei

Landrat Thomas Bold ergänzte die Laudation mit persönlichen Anekdoten, die die Ruhe und Übersicht von Claus Schubert würdigten, und lobte das Engagement: „Claus Schubert war immer mit vollem Einsatz dabei, um Unmögliches möglich zu machen.“ Sein Dank galt der guten Zusammenarbeit zum Wohle der Region.

Auch Stefan Kühn, Vorsitzender der Regionalleitung DB Regio Bus Bayern, lobte Claus Schubert als treibende Kraft, „als energiegeladenen Macher, der in seinem Netzwerk auf bewährte Partner setzte“. Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung von Steffi List, humorvoll-nachdenklich gab sich Fredi Breunig bei seinem Gastauftritt.

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