Kuriose Kontrolle
Zwilling will Coburger Polizei austricksen
Die Coburger Polizei hat sich nicht in die Irre führen lassen.
Die Coburger Polizei hat sich nicht in die Irre führen lassen.
Symbolfoto
Oliver Schmidt von Oliver Schmidt Coburger Tageblatt
Ebersdorf – Bei einer Verkehrskontrolle in Ebersdorf bei Coburg konnte ein 26-Jähriger keine Papiere vorweisen. Daraufhin startete er ein freches Täuschungsmanöver.

Zu einem kuriosen Zwischenfall kam es in der Nacht zum Montag bei einer Polizeikontrolle in Ebersdorf bei Coburg (Landkreis Coburg). Gegen 0.45 Uhr war in der Frohnlacher Straße ein 26 Jahre alter Mercedes-Fahrer angehalten worden, der weder einen Führerschein noch einen Personalausweis vorweisen konnte.

Genaue Kontrolle der Polizei

Der aus dem Landkreis Lichtenfels stammende Mann behauptete allerdings, sehr wohl einen Führerschein zu besitzen. Er versuchte dies dadurch zu untermauern, indem er seinen – vermeintlichen – Namen nannte. Auf genau diesen Namen war auch tatsächlich ein Führerschein registriert. Doch dank einer gründlichen Kontrolle bemerkten die Polizisten dann einen frechen Schwindel: Der 26-Jährige hatte gar nicht seine eigenen Personalien angegeben, sondern die seines Zwillingsbruders.

Der 26-Jährige räumte das Täuschungsmanöver ein. Außer der Straftat des Fahrens ohne Fahrerlaubnis wird die Polizei nun auch wegen der Ordnungswidrigkeit „falsche Namensangabe“ ermitteln.

Immer mehr Zwillinge in Deutschland

Wie auf der Internetseite des Statistischen Bundesamts (destatis.de) nachzulesen ist, war im Jahr 2019 jedes 27. Neugeborene in Deutschland ein Mehrlingskind. In konkreten zahlen: Es gab 781.000 Neugeborene und darunter 29.000 Mehrlingskinder. Den Großteil mit 98 Prozent der Mehrlingsgeburten machen Zwillinge aus.

Der Anteil von Mehrlingskindern ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 1977 war nur jedes 56. Neugeborene ein Mehrlingskind.

Warum gibt es immer mehr Zwillinge?

Die gestiegene Zahl der Mehrlingsgeburten kann laut Angaben des Statistischen Bundesamts unter anderem auf die Fortschritte der Reproduktionsmedizin zurückgeführt werden. Sprich: Immer mehr Paare nutzen die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung, bei der automatisch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft höher liegt.

Hinzu kommt aber auch, dass werdende Mütter bei ihrer erster Schwangerschaft heute deutlich älter sind als non in den 1970er oder 1980er Jahren. Und nach aktuellem Stand der Wissenschaft steigt mit dem Alter der Frau generell die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsgeburt an. Im Jahr 2019 waren 26 Prozent er Mütter von Mehrlingen zwischen 35 und 39 Jahre alt. Damit ist ihr Anteil in dieser Altersgruppe höher als im Durchschnitt der Mütter aller Lebendgeborenen (21 Prozent), so das Statistische Bundesamt.

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