Erinnerung
Polierte Mahnmale
Heimatpflegerin Isolde Kalter nahm den 9.November zum Anlass die "Stolpersteine" in Neustadt wieder aufzupolieren um das besondere Mahnmal in neuem Glanz erscheinen zu lassen.
Heimatpflegerin Isolde Kalter nahm den 9.November zum Anlass die "Stolpersteine" in Neustadt wieder aufzupolieren um das besondere Mahnmal in neuem Glanz erscheinen zu lassen.
Foto: Martin Rebhan
F-Signet von Martin Rebhan Fränkischer Tag
Neustadt bei Coburg – Die Stolpersteine, die jetzt wieder glänzen, erinnern an die jüdischen Neustadter. Es waren junge Menschen, die sich für die Steine einsetzten.

In Neustadt erinnern drei sogenannte Stolpersteine an jüdische Mitbürger, die dem Wahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen (CT vom 31. Oktober). Den 9. November, der als Tag der „Reichspogromnacht“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist, nahm Heimatpflegerin Isolde Kalter nicht nur zum Anlass, an die Geschichte der Menschen hinter den Stolpersteinen zu erinnern, sondern die Messingplatten wieder auf Hochglanz zu bringen – ganz praktisch mit einem Lappen.

Kalter führte vor Augen, dass es die Idee des Künstlers Gunter Demnig gewesen sei, das größte dezentrale Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen. Die Heimatpflegerin lobte die Initiative einer Klasse der Realschule Neustadt im Schuljahr 2013/2014. Denn damals hätten die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin Julia Kummer das Projekt der Neustadter Stolpersteine verwirklicht. Diese erinnerten, seit sie verlegt wurden, daran, dass Verbrechen gegen jüdische Bürger nicht nur in Großstädten verübt wurden, sondern auch im beschaulichen Neustadt. Jeder Gedenkstein soll nach Worten von Isolde Kalter ins Bewusstsein rufen, dass Menschen ihre Rechte verloren, misshandelt wurden, fliehen mussten oder umgebracht wurden.

Größtes dezentrales Mahnmal

Derzeit legen über 90.000 Stolpersteine in ganz Deutschland und weiteren 29 Ländern Zeugnis darüber ab, dass die Opfer und deren Geschichte nicht in Vergessenheit geraten ist.

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