Faschingsauftakt
Narren stürmen Rathäuser des Coburger Landes
Fasching startet in Untersiemau, Seßlach, Bad Rodach und Ebersdorf bei Coburg
Ohne Widerstand übergab Untersiemaus Bürgermeister Rolf Rosenbauer den Rathausschlüssel an das Prinzenpaar und den Elferrat.
Foto: Michael Stelzner
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Coburg – Die Rathaus-Chefs haben heuer besonders bereitwillig Schlüssel und Kasse herausgerückt. Der Fasching 2022/23 hat einige Besonderheiten.

Es war nicht der 11.11. und es war auch nicht 11.11 Uhr, sondern der 12.11. und 11.14 Uhr, als das Prinzenpaar Ina I. vom grünen Baum (Ina Weberpals-Resch) und Uwe I. zur goldenen Linde (Uwe Bauersachs) zusammen mit ihrem Elferrat das Rathaus in Untersiemau stürmten. Mit einem extra hierfür gestalteten Wagen wurde durch Untersiemau zum Rathausplatz gefahren, wo Bürgermeister Rolf Rosenbauer schon auf das närrische Volk wartete, den großen Rathausschlüssel bereit hielt und diesen ohne Widerstände – nach einem Tänzchen mit der Prinzessin – übergab.

Was sich das Untersiemauer Faschingsprinzenpaar so vorstellt

Im Gegenzug dazu erhielt der Bürgermeister eine Wurstkette von dem närrischen Paar auf Zeit überreicht. In ihrer Antrittsrede kritisierten die beiden, dass es bei der Plankirchweih keine Planjugend gab. Das Prinzenpaar will außerdem ein Krad anschaffen und der Bürgermeister soll dann die Funktion eines Kradmelders bei einen Blackout übernehmen. Außerdem will das Prinzenpaar die Jugendarbeit in der Gemeinde fördern und einen Jugendstammtisch einführen. Außerdem soll es in den Ratssitzungen nicht nur alkoholfreie Getränke geben.

Am Rosenmontagsball in der Schulturnhalle hat das Untersiemauer Prinzenpaar seinen großen, aber auch letzten Auftritt in dieser Faschingssession.

Fasching startet in Untersiemau, Seßlach, Bad Rodach und Ebersdorf bei Coburg
Seßlachs Bürgermeister Maximilian Neeb hatte keine Chance, als der Faschingsverein zusammen mit den Garden am Rathaus anrückte.
Foto: Martin Rebhan

Bürgermeister Maximilian Neeb ist seinen Job los. Am Samstag pünktlich um 11.11 Uhr stürmte der Faschingsverein Seßlach und entmachtete das Stadtoberhaupt zumindest bis zum Aschermittwoch. Maximilian Neeb selbst zeigte sich ziemlich entspannt. Den Narren prophezeite er bei wenig Geld in der Stadtkasse und geringen Steuern: „Für euch wird die Zeit im Rathaus nicht bequem, es warten viele unangenehmen Themen auf euch.“ Er gab sich aber optimistisch: „Wir haben schon schlechtere Zeiten gemeistert.“

Seßlach soll zu einer Faschingshochburg werden

Die Stadt Seßlach rief er zur Faschingshochburg aus. Moderator Christian Vogt erinnerte daran, dass der letzte Rathaussturm 2019 gewesen sei. „Seither mussten die Narren die Füße stillhalten.“

Die Zwangspause hatte zur Folge, dass das Prinzenpaar Laura I. und Alexander I. sowie das Jugendprinzenpaar Pauline I. und Jonas I. die längste Amtszeit in der 50-jährigen Geschichte des Faschingsvereins hatten. Laura Leffer ist sogar während dieser Zeit Mutter geworden. „Unser Kleiner kann schon laufen“, erzählte sie. Mit der Übergabe der Insignien an Felix I. (Gagel) und Milena I. (Gagel) endete die Amtszeit und die beiden Seßlacher übernahmen die Regentschaft und ließen sich vom Bürgermeister den Rathausschlüssel aushändigen.

In Seßlach sind während der Faschingssession gleich drei bunte Abende geplant

So geht es jetzt weiter: An drei bunten Abenden (am 20., 21. und 28. Januar 2023 jeweils ab 19.30 Uhr) will man mit Pauken und Trompeten die fünfte Jahreszeit feiern. Abgerundet wird die Session mit dem Seniorenfasching (29. Januar, 14 Uhr) und dem Kinderfasching (5. Februar, 14 Uhr). Die Veranstaltungen finden im Sportheim der DJK/FC Seßlach statt.

Fasching startet in Untersiemau, Seßlach, Bad Rodach und Ebersdorf bei Coburg
Bad Rodachs Dritte Bürgermeisterin Nina Klett (rechts) kapitulierte vor den vereinten Kräften der Faschingsgesellschaft und übergab das Rathaus an die Narren.
Foto: Martin Rebhan

In Bad Rodach brach eine neue Ära der Stadtführung an. Die Faschingsgesellschaft mit Herbert Müller an der Spitze übernahm die Amtsgeschäfte. Dritte Bürgermeisterin Nina Klett sah keine andere Möglichkeit, um Schaden von der Stadt abzuwenden, als den Rathausschlüssel kampflos zu übergeben. Mit den Worten „Wir sind die besseren Narren" wurde die bisherige Stadtführung zumindest bis Aschermittwoch ihrer Befugnisse enthoben.

Bis zuletzt bangte die Faschingsgesellschaft, wie es in Sachen Corona weitergeht

„Wir machen es wie Merkel, Söder und Scholz und fahren auf Sicht, ohne zu wissen, was morgen ist“, gab Müller als Regierungsprogramm aus.

Bis zuletzt bangte die Faschingsgesellschaft, wie es in Sachen Corona weitergeht. Sichtlich erleichtert konnte Müller bekanntgeben, dass es in dieser Session eine Prunksitzung geben wird.

Am Samstag, 11. Februar 2023, avanciert die Gerold-Strobel-Halle ab 19.11 Uhr zur Hochburg des närrischen Treibens in der Kurstadt. Einen Tag später, am 12. Februar, findet dann in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt ab 14.11 Uhr der Seniorenfasching statt.

Herbert Müller zeigte sich erleichtert, dass nach dreijähriger Zwangspause wieder Heiterkeit in die Kurstadt einziehen kann.

Fasching startet in Untersiemau, Seßlach, Bad Rodach und Ebersdorf bei Coburg
Ebersdorfs Bürgermeister Bernd Reisenweber übergibt der neuen Prinzessin Sophie I. (Dekrell) die Rathausschlüssel.
Foto: Alexandra Kemnitzer

In der Großgemeinde Ebersdorf bei Coburg wurde pünktlich um 19.11 Uhr die fünfte Jahreszeit von der Frohnlacher Säraspo mit dem traditionellen Sturm aufs Rathaus eingeläutet. Angeführt vom Präsidenten Gernot Schöpf und dem Kinderprinzenpaar Amelie I. (Schott) und Marco I. (Roos) marschierten Komitee- und Gardemitglieder auf den Sitzungssaal zu. Dort wurden sie von Bürgermeister Bernd Reisenweber freudig in Empfang genommen.

In den vergangenen drei Jahren ist bei der Säraspo einiges passiert

Mit von der Partie waren natürlich auch die „Eichbergsänger“. Die beiden Sitzungspräsidenten Melanie Bischoff und Stefan Knauer hielten einen Rückblick auf die letzten drei Jahre. In denen ist einiges passiert. Unter anderem gründete die Säraspo 2020 ihren eigenen Verein und begab sich mit dem Sommerfest „back to the roots“. „Mit einem buntem Treiben wollen wir ein neues Kapitel schreiben“, war es von der Sitzungspräsidentin zu vernehmen.

In diesem Jahr gibt es in Frohnlach eine Prinzessinnen-Bachelorette

Eine besondere Würdigung gab es für das scheidende Prinzenpaar Katrin II. und Christian I. (Rüttel), die als Regenten die Frohnlacher Narrenschar durch drei Sessionen geführt hatten. Was RTL kann, das kann auch die Säraspo. In dieser Session gibt es nämlich kein Prinzenpaar, sondern eine „Prinzessinnen-Bachelorette“. Auch wenn Prinzessin Sophie I. (Dekrell) das närrische Amt locker alleine ausführen könnte, haben Interessierte die Möglichkeit, sich als ihre Begleitung zu bewerben.

Ebersdorfs Bürgermeister Bernd Reisenweber hätte sich gerne bei der Bachelorette beworben

Demnach bleibt es bis zum Aschermittwoch spannend, ob Prinzessin Sophie eine Rose vergeben kann. „Ich hätte mich gerne als Prinz beworben, allerdings bin ich schon etwas über das ideale Alter hinaus“, erklärte Bürgermeister Reisenweber und übergab der neuen Prinzessin den Rathausschlüssel.

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