Vergnügungspark
Bekommt Rödental einen Indoor-Spielplatz?
Sich in dunklen Gängen gegenseitig mit Laserpistolen beschießen: Das könnte in der alten Goebel-Fabrik bald möglich sein.
Sich in dunklen Gängen gegenseitig mit Laserpistolen beschießen: Das könnte in der alten Goebel-Fabrik bald möglich sein.
Foto: JackF, adobe stock
Freizeit
Coburg – Die geschichtsträchtigen Hallen der ehemaligen Goebel-Fabrik im Kreis Coburg könnten die nächste Attraktion bekommen. Doch es gibt ein Problem.

Pilgern bald Tagestouristen nach Rödental, um Trampolin zu springen und sich in dunklen Gängen mit bunten Laserpistolen zu "beschießen"? Wenn es nach dem Stadtrat geht, ist die Antwort klar: ja.

Ein Indoor-Abenteuerspielplatz für Groß und Klein, der Spiel, Spaß und Spannung verheißt: Was an ein Überraschungseier erinnert, könnte in Rödental bald Programm sein. Ein Investor plant im derzeit noch leer stehenden Teil des historischen Goebel-Gebäudes direkt an der Autobahnauffahrt beim Gewerbegebiet A 73 einen großen Erlebnispark, der Einheimische und Touristen wie ein Magnet in die ehemalige Keramikstadt zieht. Die Anlage soll sich über das ehemalige Hochregallager und den Bürotrakt erstrecken.

Freizeitpark für Jung und Alt

"Das Nutzungskonzept der Anlage ist geeignet, sportliche und teamgeistfördernde Freizeitgestaltung für Jung und Alt zu bieten", heißt es in der Beschreibung des Erlebnisparks, die dem Rödentaler Stadtrat von der Strunz Planungsgruppe aus Bamberg vorgelegt wurden. Das Konzept des sogenannten "Maya-Adventure-Parks" beinhaltet Indoor-Aktivitäten für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene, darunter Trampolin-Anlagen, Lasertag-Parcours und Augmented Jumping, wo sich die Besucher in virtuellen Realitäten wiederfinden.

Auch eine Einkaufsfläche und Erlebnisgastronomie sind vorgesehen. "Dabei beschränkt sich der Kreis der potenziellen Kunden nicht nur auf Ansässige in der Stadt Rödental und Umgebung", heißt es weiter.

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Vielmehr könne mit überregionalen Besuchern gerechnet werden, die es genau wegen dieses Abenteuerspielplatzes in unsere Region zieht. "Je nachdem, ob die Anlage für tagestouristische Ziele oder als Teil eines längeren Urlaubs genutzt wird, kann der Park auch einen wichtigen Faktor für die ansässigen Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe sein.

Der Grundstückseigentümer hat bereits sein Okay gegeben. Auch die Deutsche Bahn, die Eigentümerin von zwei angrenzenden Grundstücken ist, das Landratsamt Coburg und die Regierung von Oberfranken haben gegen die Pläne keine Vorbehalte. Zuletzt hatte unter anderem der Stadtrat der Nachbargemeinde Neustadt das Projekt begrüßt, und auch für das Rödentaler Gremium klingen die Aussichten vielversprechend.

Erlebnispark ja, Sexshop nein

Allerdings gibt es ein Problem: Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1980 weist die betroffenen Flächen zwar als Gewerbeflächen aus. Ein Indoor-Abenteuerspielplatz, wie er nun geplant ist, zählt aber zu den Vergnügungsstätten - und die sind im alten Plan ausgeschlossen. Eine entsprechende Änderung hatte der Stadtrat in seiner vergangenen Sitzung beantragt.

Nachdem weder Behörden noch Bürger hieb- und stichfeste Einwände gegen die Nutzung des Goebel-Areals als Vergnügungsstätte vorgebracht hatten, fasste das Gremium diese Woche den endgültigen Beschluss. Bürgermeister Marco Steiner (Freie Wähler) betonte jedoch, dass hier kein Präzedenzfall geschaffen werde, der den Stadtrat dazu verpflichte, auch anderen Vergnügungsstätten wie Spielotheken oder Sexshops auf dem Goebel-Areal zuzustimmen. "Wenn da etwas Anderes kommen sollte, hat der Stadtrat erst einmal immer die Hand drauf."

Erlebnispark hin oder her: Der Gebietscharakter soll auf keinen Fall verändert werden.

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