Winter-Aktion
Zahl der Vögel im Coburger Land geht zurück
Ganz vorn im Coburger Land: der Haussperling.
Ganz vorn im Coburger Land: der Haussperling.
Dieter Rauer
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
LKR Coburg – Bei der Aktion „Stunde der Wintervögel“ wurden nur rund die Hälfte an Beobachtungen im Coburger Land gemeldet.

Im Landkreis und in ganz Bayern ist er weit vorne: Der Haussperling. Das hat die diesjährige Zählung „Stunde der Wintervögel“ laut Landesverband für Vogelschutz in Bayern (LBV) ergeben.

Zum 12. Mal hatten der LBV und der Naturschutzbund (NABU) dazu aufgerufen, am Wochenende zwischen dem 6. und 8. Januar Vögel zu melden, die in heimischen Gärten gesehen worden sind. Das Ergebnis: Nach dem Hausspatzen folgen auf den Plätzen zwei und drei die Kohlmeise und die Blaumeise, dahinter der Feldspatz und die Amsel.

Die Zahl der Beobachtungen und somit Meldungen habe sich aber im Vergleich zu den Corona-Wintern 2021 und 2022 in etwa halbiert.

Wissen über Vögel im Winter

Der ursprüngliche Sinn der Aktion war es, mehr über die heimischen Vögel im Winter zu erfahren, zuvor gab es dazu nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Es sollen dabei Fragen geklärt werden wie: Wie passen sich die verschiedenen Vogelarten an die kalte und futterarme Jahreszeit an? Welchen Arten hilft es, wenn sie im Winter gefüttert werden? Und auch: Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Vögel im Winter aus?

Wurde oft beobachtet: der Stieglitz.
Wurde oft beobachtet: der Stieglitz.
Karl-Heinz Weber

Die Beobachtungen, die die Menschen im Landkreis dabei in ihren Gärten machen, sind für den LBV durchaus wertvoll. „Sie können wissenschaftliche Erkenntnisse zum Beispiel über Bestands-Trends liefern“, sagt Cordelia Hiller vom LBV. „Natürlich ist auch immer eine statistische Unsicherheit dabei – sind die Beobachtungen korrekt gemeldet worden, sind die gemeldeten Vögel auch die, die man wirklich gesehen hat oder gibt es da vielleicht Verwechslungen. Aber Trends können diese Meldungen auf jeden Fall wiedergeben.“

Und manchmal sind diese Trends im Landkreis auch anders als im übrigen Bayern. Zum Beispiel die Entwicklung, dass im Freistaat typische Waldvogelarten seltener beobachtet wurden. Im Landkreis etwa wurden sogar – trotz der insgesamt rückläufigen Meldungen – mehr Bergfinken beobachtet als 2022, auch Buchfinken und Erlenzeisige wurden häufiger gesehen. Einer der Gewinner sei auch der Stieglitz, sagt LBV-Biologe Gerhard Hübner. Der Stieglitz lande demnach auf dem siebten Platz und habe mit 156 Meldungen beinahe schon das Vorjahresniveau erreicht.

Mehr als 5000 Vögel

Insgesamt wurden in diesem Jahr von bislang 209 Beobachtern 5587 Vögel aus 165 Gärten gemeldet, im Schnitt als 34 Vögel pro Garten, vier weniger als im Vorjahr aber drei mehr als im bayernweiten Schnitt. Im Jahr 20232 wurden noch 12.124 beobachtete Vögel im Coburger Land gemeldet.

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