Warntag
Was wird das für ein Alarm?
Solche Mobilfunkmasten sollen den Alarm am Donnerstag hinausschicken.
Solche Mobilfunkmasten sollen den Alarm am Donnerstag hinausschicken.
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F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kulmbach – Die Bevölkerung wird am Donnerstag probeweise mit Hilfe moderner Technik alarmiert. Sirenen werden in Kulmbach nicht zu hören sein.

In einer gemeinsamen Übung wollen am Donnerstag Bund und Länder sowie Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden Warnmittel testen, um die Bevölkerung für Meldungen bei eventuell eintretenden Katastrophensituationen zu sensibilisieren und im Ernstfall warnen zu können. Was genau geplant ist:

Wer ist verantwortlich?

Federführend verantwortlich für Vorbereitung und Organisation dieses Warntages ist auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, auf Länderebene sind es die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden, in Kulmbach also das Landratsamt.

Was passiert genau?

Ab 11 Uhr wird am Donnerstag eine Probewarnung an die unterschiedlichen Warnmittel, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) des Bundes angeschlossen sind, geschickt. Dazu zählen Radio- und Fernsehstationen sowie App-Server. Diese Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung dann wiederum an die entsprechenden Endgeräte wie Radios, Fernsehgeräte, digitale Stadtanzeigetafeln und Warn-Apps wie Nina und Katwarn.

Was genau sind Nina und Katwarn?

Katwarn ist eine App, die ursprünglich im Auftrag öffentlicher Versicherer vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme in Berlin entwickelt wurde. Nina ist die App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Nina und Katwarn sind aber gekoppelt, so dass beide entsprechende Warnungen des BBK anzeigen. Bei dem ersten Test am Warntag 2020 allerdings kamen die Mitteilungen auf Nina teils mit Verzögerung an.

Zum Einsatz kommen soll auch das neue „Cell Broadcast“. Was ist das?

Anders als vor zwei Jahren sollen Menschen per Handy auch dann gewarnt werden, wenn sie keine Warn-App installiert haben. Das heißt System heißt Cell Broadcast und soll automatisch eine Warnung an alle Handys herausschicken, die im Bereich einer bestimmten Mobilfunkzelle im Netz sind. Problem 1: Noch gibt es dieses System nicht flächendeckend in Deutschland, geplant ist das ab Ende Februar 2023. In anderen Ländern funktioniert Cell Broadcast bereits seit längerer Zeit. Der Warntag ist also für das BBK auch ein großer Testlauf, man erhofft sich viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung, ob es funktioniert. Problem 2: Ältere Geräte können diese Warnungen nicht empfangen. Auch wenn nicht die aktuelle Software auf den Smartphones installiert ist, funktioniert das nicht. Man muss auch Netz haben, das Gerät muss eingeschaltet und darf nicht im Flugmodus sein.

Wird auch mithilfe von Sirenen gewarnt?

Sirenen werden in Stadt und Landkreis Kulmbach nicht heulen. Die drei mobilen, die der Landkreis besitzt, wurden nach Auskunft von Pressesprecher Björn Karnstädt erst getestet. Die zwei stationären Sirenen in Gössenreuth und Lanzendorf werden für solche Warnzwecke noch ertüchtigt, die neue Sirene in Wirsberg ist noch nicht in Betrieb. Alle anderen Sirenen sind aktuell nur für Feuerwehralarmierung vorgesehen.

Wann und wie erfolgt die Entwarnung?

Um 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung, die wiederum über alle Warnmultiplikatoren kommuniziert wird.

Warum ist diese Übung notwendig?

„Funktionierende Warnwege sind im Ernstfall entscheidend. Das hat die Flutkatastrophe im Sommer 2021 im Ahrtal und anderen Regionen gezeigt, als Betroffene sich nicht mehr rechtzeitig schützen konnten“, sagt Regierungsdirektor Oliver Hempfling vom Landratsamt Kulmbach. Daher sei es wichtig, die Bevölkerungsalarmierung immer wieder zu erproben und auszubauen. „Es ist aber, gerade in diesen Zeiten, auch wichtig zu betonen: es ist nur eine Übung, niemand muss besorgt sein, wenn das Handy plötzlich Alarm macht.“

Wo gibt’s weitere Informationen?

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter bbk.bund.de Das BBK schaltet am Warntag um 11 Uhr für Rückmeldungen die Seite warntag-umfrage.de frei.

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