Kriminalität
Betrüger ergaunern sich Zugriff aufs Girokonto
Per Telefon und SMS versuchen Betrüger, an die Daten von Bankkunden zu kommen.
Per Telefon und SMS versuchen Betrüger, an die Daten von Bankkunden zu kommen.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa
Kulmbach – Die neueste Masche, um gutgläubige Menschen um ihr Geld zu bringen: TAN-Nummern ergaunern. Jetzt hat es eine Frau aus Helmbrechts getroffen.

Die Kommunikation via E-Mail und Messenger-Dienste nutzen einfallsreiche Betrüger für immer neue Varianten, mit denen sie versuchen, an Bankdaten und Passwörter zu gelangen, mit deren Hilfe sie dann die Konten ihrer Opfer plündern.

Jüngstes Beispiel: Eine Helmbrechtserin erhielt am Mittwochnachmittag eine SMS, die vermeintlich von ihrer Hausbank stammte. In der Nachricht wurde sie aufgefordert, sich unter dem in der SMS angezeigten Link bei der Sparkasse einzuloggen, was sie auch tat.

Fast gleichzeitig erhielt sie einen Anruf von einem dem vermeintlichen Bankberater über „Call ID Spoofing“. Dabei handelt es sich um eine auf einem Computerprogramm basierende Rufnummernübertragung, die in diesem Fall die Telefonnummer ihrer Hausbank übertragen ließ. Dadurch entstand der falsche Eindruck, dass tatsächlich ein Sparkassen-Mitarbeiter anrief.

Der vermeintliche Berater erklärte der Frau, dass es zwei verdächtige Transaktionen auf ihrem Konto gäbe. Um diese zu stornieren, müsse sie zwei TAN übermitteln, was sie auch tat.

Im Nachgang stellte die Bankkundin allerdings zu ihrem Schrecken fest, dass mit den TAN eine Überweisung in Höhe von 1490 Euro getätigt wurde.

Der Fall in Helmbrechts ist eine recht neue Variante der Online-Betrüger, aber kein Einzelfall, teilt Christian Raithel von der Pressestelle der Oberfränkischen Polizei auf Nachfrage der Bayerischen Rundschau mit. Die Polizei warnt deshalb nachdrücklich davor, sensible Daten am Telefon zu übermitteln und Links in Emails oder sonstigen Nachrichten anzuklicken, wenn man nicht zu hundert Prozent sicher ist, dass es damit seine Richtigkeit hat.

Wie aktuell das Thema ist, zeigt auch die Tatsache, dass die oberfränkische Polizei heute in Hof eine Präventionskampagne zur Bekämpfung von „Call ID Spoofing“ und anderen Online-Betrügereien startet.

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