Überprüfung
Trebgaster Badesee: Wasserprüfer gibt sein Okay
Joachim Steiß vom Gesundheitsamt Kulmbach entnimmt eine Probe aus dem Trebgaster Badesee.
Joachim Steiß vom Gesundheitsamt Kulmbach entnimmt eine Probe aus dem Trebgaster Badesee.
Foto: Dieter Hübner
Trebgast – Die Wasserqualität im Trebgaster Badesee wird regelmäßig überprüft. Wir haben einen der Prüfer begleitet.

Schwimmbäder und Badeseen waren in diesem Sommer beliebte Ziele, um der teils extremen Sommerhitze zeitweise zu entkommen.

Um das ungetrübte Vergnügen für die vielen Gäste zu gewährleisten, unterliegen die Gewässer einer strengen Kontrolle und werden vom staatlichen Gesundheitsamt laufend überprüft. Denn die langanhaltende Trockenperiode dieses Jahres hat mitunter auch manche Probleme bereitet. So musste kürzlich für den Weißenstädter See wegen der Ausbreitung von Blaualgen eine Badewarnung ausgesprochen und die Kulmbacher Kieswäsch wegen zu geringer Sichttiefe für den Badebetrieb gesperrt werden.

„Wasser im Badesee ist in Ordnung.“

Wie in den letzten Jahren gab es am Trebgaster Badesee auch dieses Jahr trotz der extremen Bedingungen keine Beanstandungen. Die regelmäßigen Untersuchungsprotokolle der Behörde, die mindestens einmal im Monat und bei extremen Verhältnissen auch öfter durchgeführt werden bescheinigten stets eine ausgezeichnete Wasserqualität.

Darüber sind die Verantwortlichen in Trebgast nicht sonderlich überrascht. „Der Naturbadesee hat den großen Vorteil, dass er durch vier, innerhalb des Sees gelegene, unterirdische Quellen gespeist, und dadurch laufend mit Frischwasser versorgt wird“, erklärt Joachim Steiß, als er in dem EU-Gewässer die letzten Proben vor Saisonabschluss entnimmt.

Die Anzahl der Badenden spielt dabei eher keine Rolle, weil sie sich rund um den 68.000 Quadratmeter großen See mit über 170.000 Kubikmeter Wasser im weitläufigen Gelände verteilen können. Auch Wasservögel, die woanders gelegentlich zu Problemen führen, wenn sie vermehrt auftreten, sind hier selten zu sehen.

Das Labor prüft

Der zuständige Mitarbeiter des Gesundheitsamts füllt zuerst im Kinderbecken, danach am Steg bei der Wasserwachthütte jeweils 200 ml Wasser in zuvor steril verpackte Behälter, die anschließend gleich an das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen geschickt werden. Dort wird im Labor die Anzahl der Escherichia Coli und der intestinalen Enterokokken analysiert. Beide Bakterienarten sind ein Indikator für fäkale Verunreinigung und dürfen 1800 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml Wasser nicht überschreiten. Danach ermittelt der Kontrolleur noch die Sichttiefe. „Die ist wichtig, da bei einer eingeschränkten Sicht erhöhte Unfallgefahr besteht.“

Seccchi-Scheibe benutzt

Er benutzt zur Messung die Secchi-Scheibe, eine kreisförmige Blechscheibe, auf deren Rückseite unter dem Mittelpunkt ein Gewicht befestigt ist. An einem Seil wird diese Scheibe in waagrechter Lage im Gewässer abgesenkt. An der Maßteilung des Seiles kann dann die „Sichttiefe“ abgelesen werden. Heute liegt sie bei 40 cm. „Unter Berücksichtigung des hier vorhandenen Moorbodens ist das im gültigen Bereich“, ist der Beamte zufrieden.

Bei der abschließenden Ermittlung der Wassertemperatur zeigt das Thermometer um 10 Uhr 20,6 Grad an. Das reicht für alle Bade- und Schwimmfans, dem Badesee auch in den folgenden Septembertagen einen Besuch abzustatten. Außerdem gibt es noch die Fun-Arena zum Austoben für die etwas Größeren, und den Spielplatz für die Kleineren.

Das Trebgaster Naherholungsgebiet kann von früh 6 Uhr bis 22 Uhr zum Schwimmen, Spazierengehen und Wandern genutzt werden. Es ist außerdem Ausgangspunkt für drei zertifizierte und ausgeschilderte DSV-Nordic-Walking-Strecken mit Längen von 4,5, 7,5 und 9,3 Kilometer. Der Streckenplan kann von der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden. 

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