Betreuung
Kita des Jahres: Kasendorfer stehen im Finale
Lena, Theresa und Tara (v. l.) finden die Nestschaukel toll.
Lena, Theresa und Tara (v. l.) finden die Nestschaukel toll.
Sonny Adam
F-Signet von Sonny Adam Fränkischer Tag
Kasendorf – Die Kindertagesstätte „Arche Noah“ kämpft als eine von zwei bayerischen Einrichtungen um eine nationale Auszeichnung. Experten prüfen, ob die Konzepte gut genug sind.

Die Entscheidung, ob die Kasendorfer Kindertagesstätte „Arche Noah“ den Titel „Kita des Jahres“ bekommt, fällt am 16. Mai in Berlin. Gewinner ist die Einrichtung allerdings bereits − egal, ob sie auch noch die letzte Hürde nimmt. Denn deutschlandweit sind nur 25 nominiert. Aus Bayern schafften es nur zwei in die Finalrunde. Dem Sieger winkt ein Preis in fünfstelliger Höhe.

Für die Kasendorfer Kita war viel Bewerbungsarbeit nötig

Die Leiterin Susanne Noe freut sich, dass es „ihre“ Einrichtung in die Endrunde geschafft hat. Allerdings war im Vorfeld viel Bewerbungsarbeit notwendig: Konzepte mussten geschildert und präsentiert werden. Aktuell weilen Katharina Ullrich und Carola Michaelis von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und dem Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung in Kasendorf und prüfen den laufenden Betrieb.

Expertinnen prüfen die "Qualitätsdimensionen" in Kasendorf

Die Expertinnen schauen sich die Betreuung an, führen Interviews mit den Kindern, mit den Eltern, mit den Erziehern, der Leiterin und mit dem Träger. „Wir schauen genau hin, wie die Qualitätsdimensionen umgesetzt sind“, erklärt Michaelis. Konkret geht es darum, ob sich die Einrichtung an den Bedürfnissen der Kinder orientiert oder etwa, ob die Einrichtung ein Ort des Lernens ist.

Von der Konzeption der "Arche Noah" begeistert

Die Expertinnen sind von der offenen Konzeption der Kindertagesstätte „Arche Noah“ und der praktischen Realisierung hellauf begeistert und machen daraus auch keinen Hehl. „Das Besondere hier in Kasendorf sind die verschiedenen und sehr vielfältigen Lern- und Sozialräume. Es gefällt uns, dass die Kinder frei entscheiden können, was sie machen möchten“, erklärt Katharina Ullrich.

Bau- und Bewegungszimmer steht zur Verfügung

In der Praxis funktioniert der Betrieb in der Kita „Arche Noah“ so, dass die Kinder selbst entscheiden, wie sie ihren Tag strukturieren. Sie legen fest, ob sie ins Atelier möchten, ob sie sich im „Literacy“-Bereich mit Sprache und geschriebenen Elementen beschäftigen. Es gibt aber auch ein Bauzimmer, eine Lernwerkstatt mit viel Raum zum Experimentieren, ein Bewegungszimmer, ein Spielzimmer. Sogar eine Theaterwerkstatt mit Schwarzlicht und ein Bällebad existieren.

Kasendorfer Kinder bestimmen beim Bällebad mit

„Das Bällebad ist erst neu entstanden, die Kinder haben bei der Planung selbst abgestimmt“, erzählt Leiterin Noe. In Bildern haben die Kinder verschiedene Vorschläge gemacht. Die Palette reichte von Einhornzimmern über Dinosaurierzimmer bis hin zum Bällebad. Am Ende wurde dann mit Legosteinen abgestimmt. Der Legoturm, der am höchsten war, wurde realisiert. „Das ist Demokratie-Erziehung von Anfang an“, erklärt Noe.

Kinder der "Arche Noah" genießen viele Freiheiten

Doch die Kita „Arche Noah“ hat noch mehr zu bieten. Es gibt beispielsweise ein Kindercafé. Jeden Tag können die Kinder kostenlos frühstücken. Und außerdem unternehmen zwei Pädagogen jeden Tag Ausflüge in den Wald mit den Kleinen. „Wir erleben hier eine besonders wertschätzende und lebendige Atmosphäre“, urteilt Carola Michaelis. Sie bezeichnet die Einrichtung als auf jeden Fall „besonders wertvoll“.

Susanne Noe, Leiterin der Kindertagesstätte „Arche Noah“, ist mit Max Rahm und Sophie Hampel im Atelier. Die Kinder dürfen sich selbst aussuchen, wo und wie lange sie sich beschäftigen.
Susanne Noe, Leiterin der Kindertagesstätte „Arche Noah“, ist mit Max Rahm und Sophie Hampel im Atelier. Die Kinder dürfen sich selbst aussuchen, wo und wie lange sie sich beschäftigen.
Sonny Adam

Die Kinder indes genießen die vielen Freiheiten: Max Rahm und Sophie Hampel haben heute Lust darauf, kreativ zu werden. Sophie hat sich eine Staffelei gesichert und verziert ein weißes Blatt mit Strichen und Punkten. Max dagegen vollendet sein Tier aus Karton. „Ich muss noch den Hals anmalen“, verrät er.

167 Kinder sind in der Einrichtung angemeldet

„Uns Eltern ist schon bewusst, dass wir hier eine sehr hochwertige Einrichtung haben. Man kann stolz sein“, sagt Papa Tim Herzog. Er hat zwei Kinder in der „Arche Noah“. Sein Sohn Emil besucht den Hort, sein vierjähriger Sohn Elias die Kita. „Was in Kasendorf sehr gut umgesetzt ist, ist, dass die Kinder in den Mittelpunkt gestellt werden. Jeder einzelne wird gefördert.

Carola Michaelis und Katharina Ullrich (v. l.) prüfen, ob der Kasendorfer Kindergarten, die Krippe und der Hort alle Voraussetzungen für den Preis erfüllen.
Carola Michaelis und Katharina Ullrich (v. l.) prüfen, ob der Kasendorfer Kindergarten, die Krippe und der Hort alle Voraussetzungen für den Preis erfüllen.
Sonny Adam

Das ist toll“, sagt Herzog. Auch Theresa Knarr, die ihren Sohn Louis aus dem Bauzimmer abholt, weiß um die Besonderheit des offenen Konzeptes: „Ich finde es gut, dass es hier keinen straffen Zeitplan gibt, sondern dass die Kinder selbst wählen können.“ Aktuell besuchen 24 Kinder die Krippe, 93 Kinder die Kindertagesstätte und 50 Kinder den Hort.

Klappt es mit dem Titel "Kita des Jahres"?

Auch wenn das offene Konzept aufwendig ist, könnte sich Leiterin Noe kein anderes vorstellen. „Wir wollen, dass sich unsere Kinder zu frei denkenden Menschen, die selbst Entscheidungen treffen können, entwickeln“, erklärt die Leiterin. Nun hoffen Kinder, Eltern und alle Verantwortlichen, dass auch die Mitglieder der Jury begeistert sind.

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