Energiekosten
Marktleugast setzt auf Hackschnitzel
Das Bürger- und Pilgerzentrum Marienweiher soll mit einer Hackschnitzelanlage beheizt werden.
Das Bürger- und Pilgerzentrum Marienweiher soll mit einer Hackschnitzelanlage beheizt werden.
Foto: Gerhard Seybert - stock.adob
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Marktleugast – Die Frage der Beheizung des neuen Pilgerzentrums in Marienweiher ist geklärt. Pellets waren gestern, jetzt geht es Richtung Hackschnitzel.

Um die Frage, wie das neue Bürger- und Pilgerzentrum in Marienweiher beheizt werden soll, ging es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Marktgemeinderats Marktleugast. Am Ende sprach sich das Gremium einstimmig für den Einbau einer Hackschnitzelanlage aus.

Höhere Effizienz kostet

Bürgermeister Franz Uome (CSU) konnte neben dem Architekten Tino Heß auch die Planer René Ponather (Elektro) und Heiko Passing (Heizung) sowie Vertreter der Firma Hargassner aus Österreich begrüßen. Passing stellte zunächst die Vor- und Nachteile der ursprünglich angedachten Pelletheizung und einer Hackschnitzelheizung vor.

Danach lägen die Vorteile von Hackschnitzeln – Preis, Nachhaltigkeit, Ökologie, heimische Rohstoffe und keine Lieferschwierigkeiten – auf der Hand. Pellets seien zwar ein effizienteres Heizsystem, würden allerdings 48.000 Euro mehr kosten. Der Mehrpreis resultiere aus einer aufwendigeren Anlagentechnik und größeren Containern. Demgegenüber stehe aber eine Einsparung von jährlich etwa 7800 Euro beim Brennstoff.

Ein weiterer Vorteil der Hackschnitzelheizung ist, laut Planer, dass durchaus auch Pellets verheizt werden können.

Zunächst Pellets geplant

Wie Bürgermeister Franz Uome aufzeigte, sei noch vor einem Jahr die Entscheidung für eine Pelletheizung gefallen. Dies stelle sich aber jetzt ganz anders dar. Er plädiere jetzt für die Hackschnitzelanlage. Die Experten beantworteten noch viele Fragen zum Einsatz einer Photovoltaikanlage oder auch zur Zufahrt zum Hackschnitzelcontainer.

Zum Einbau eines Batteriespeichers für die Photovoltaikanlage folgte der Ausschuss dem Vorschlag des Elektroplaners René Ponather. Mit einem herkömmlichen Wechselrichter sei ein Betrieb ohne Strom nicht möglich. Ein Schwarzstartwechselrichter dagegen könne bei einem Stromausfall die Versorgung übernehmen. Auch die Wärmeversorgung wäre gewährleistet.

Die Sache mit dem Speicher

Ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 20 kW würde etwa 19.000 Euro kosten, so Ponather, der Schwarzstartwechselrichter rund 2200. Jeder zusätzliche Erweiterungsspeicher schlage mit 9500 Euro zu Buche.

Marc Hartenberger (CSU) sprach sich dafür aus, alle Liegenschaften, bei denen PV-Anlagen geplant sind, mit Schwarzstartwechselrichtern auszustatten.

Fußbodenheizung in allen Räumen

Ein weiterer Beratungspunkt waren die Heizvarianten für die Übernachtungszimmer im Bürger- und Pilgerzentrum. Wie Heiko Passing erläuterte, sei im Neubau aktuell eine Fußbodenheizung vorgesehen, in den Zimmern seien Heizkörper geplant. Der Ausschuss war sich auch hier einig, durchgängig eine Fußbodenheizung zu installieren.

Fraktionssprecher Hans Pezold (WGM) wies darauf hin, dass am gesamten Pilgerweg im Bereich der Marktgemeinde Marktleugast kein Trinkwasser verfügbar ist. Er bat darum, am Pilgerzentrum eine Trinkwassermöglichkeit mit einzuplanen.

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