Versorgung
Kupferberg braucht eigenes Wasser
Damit die Wasserleitungen wie auf diesem Symbolbild nicht leer bleiben, muss Kupferberg vorsorgen.
Damit die Wasserleitungen wie auf diesem Symbolbild nicht leer bleiben, muss Kupferberg vorsorgen.
Foto: Josef Hofbauer/Archiv
F-Signet von Klaus Klaschka Fränkischer Tag
Kupferberg – Kupferberg muss sich künftig selbst mit Wasser versorgen. Marktleugast stellt seine Belieferung ein.

„Der Marktgemeinderat des Marktes Marktleugast hat beschlossen, dass die Stadt Kupferberg aufzufordern ist, binnen zweier Jahre eine eigene Lösung für die Wasserversorgung herbeizuführen. Eine künftige Vollversorgung der Stadt Kupferberg ist nicht mehr gewährleistet. Wir bitten Sie, bis zum Jahresende 2024 die Wasserversorgung selbst sicherzustellen“. Dieses Schreiben aus dem Marktleugaster Rathaus vor der Sommerpause verlas Bürgermeister Harald Michel nun in der jüngsten Sitzung des Kupferberger Stadtrats.

Seit 1987 voll versorgt

Seit 1970 wird die Stadt Kupferberg zunächst teilweise, seit 1987 voll mit Wasser aus der Marktgemeinde Marktleugast versorgt. Einen Wasserliefervertrag ab 1987 gibt es allerdings nicht, fasst der Kupferberger Bürgermeister Michel zusammen. Seit 2017/18 sei ein entsprechender Vertrag vorbehandelt worden.

Allerdings sei es laut Michel nur bei einem Entwurf geblieben. Ein Vertrag sei im vergangenen Jahr entworfen und von einem Anwalt geprüft worden. Zu einer Unterzeichnung – wie beabsichtigt bis Jahresende – sei es jedoch nicht gekommen. In jedem Fall seien aber alle Wasserrechnungen seitens Kupferberg von Anfang an vollständig bezahlt, wenn auch in 2021 etwas verspätet.

Mehrere Gespräche

Mehrere Gespräche zur Situation der Wasserlieferung habe es zwar mit den beiden Vorgängern Michels, den Bürgermeistern Hösch und Kolenda, gegeben, bestätigt der Marktleugaster Bürgermeister Franz Uome auf Nachfrage, geschehen sei jedoch nichts. Deshalb habe der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung nun diese Aufforderung beschlossen.

Als eine definitive Kündigung der Wasserlieferung zum Stichtag 31. Dezember 2024 sei das Schreiben allerdings nicht gemeint, betont Bürgermeister Uome ausdrücklich. Auch habe Marktleugast keinen plötzlichen Wassermangel, so dass man gezwungen wäre, Kupferberg abzuklemmen.

Mit dem Schreiben an Kupferberg soll die Angelegenheit zwischen den beiden Nachbargemeinden aber in die Gänge gebracht werden. Ziel ist es demnach, dass sich Kupferberg selbst um seiner Wasserversorgung kümmert.

Es gebe jetzt wirklich keinen konkreten Anlass, aber man müsse – vorsorglich weit vorausausschauend – eine theoretisch mögliche Verringerung des Marktleugaster Wassers zumindest im Blick behalten, was in anderen Gemeinden ja der Fall sei.

Auch der Kupferberger Bürgermeister Harald Michel, seit 2020 im Amt, versteht das Schreiben aus Marktleugast nicht als definitive Kündigung, betrachtet es aber als eine dringliche Aufforderung.

Stadtrat nahm Kenntnis

Der Stadtrat habe das Schreiben in der jüngsten Sitzung auch zur Kenntnis genommen, das Thema aber, auch in der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung, nicht weiter besprochen, teilte Michel auf Anfrage mit. Es gebe ja tatsächlich bereits Gespräche mit dem Wasserwirtschaftsamt, der Bezirksregierung und der Fernwasserversorgung Oberfranken. Der Sachstand sei derzeit, dass das Wasserwirtschaftsamt zunächst ein Wasserstrukturgutachten verlange. Ohne ein solches seien keine Zuschüsse zu erwarten. Geprüft werden müsse die effektivste Möglichkeit für die Kupferberger Wasserversorgung. Aus Stammbach würde das Wasser nicht reichen. Das stehe bereits fest. Zu untersuchen sei ein denkbarer Bezug aus Guttenberg oder eben von der Fernwasserversorgung Oberfranken, an die man sich innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach anschließen könnte.

Die Angelegenheit sei im Laufen, sagte Harald Michel. Dass sie bis Ende 2024 abgeschlossen sei, bezweifelt er. Die Verfahren zu Begutachtungen, Planungen und Genehmigungen seien durchaus langwierig.

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