Interessenskonflikt
„Ja“ zu Trial-Strecke zurückgezogen
Über Stock und Stein: Klaus Herold sucht für seinen Verein bisher vergeblich ein Trainingsgelände.
Über Stock und Stein: Klaus Herold sucht für seinen Verein bisher vergeblich ein Trainingsgelände.
privat
F-Signet von Klaus Klaschka Fränkischer Tag
Ludwigschorgast – Der Jagdpächter hat bei der Gemeinde erhebliche Bedenken vorgebracht und macht den Motorsportlern damit einen Strich durch die Rechnung.

Mit sieben gegen eine Stimme hätte der Ludwigschorgaster Gemeinderat dem Trial-Sport-Club (TSC) Kulmbacher Land (vormals MSC Untersteinach) schon im November ein Übungsgelände neben der Kompostierungsanlage erlaubt. Allerdings mit der Auflage, dass der Jagdpächter gleich daneben nichts dagegen hat. Der hat nach einer Anfrage aus dem Rathaus jedoch erhebliche Einwände vorgebracht. Deshalb hat der Gemeinderat nun beschlossen, seine beschlossene Erlaubnis „leider“ doch nicht zu erteilen.

TSC Kulmbach ist weiter auf Heimatsuche

Damit ist Klaus Herold ein weiteres Mal gescheitert, für die Aktiven seines Vereins eine Trainingsmöglichkeit in der Nähe zu finden. Nun muss der TSC weiter woanders trainieren, wie im rund 30 Kilometer entfernten Gefrees. Das dortige Trainingsgelände gehört der Stadt. Wie auch in Kasendorf: Dort hat die Gemeinde ein Grundstück an der Autobahnausfahrt Schirradorf gekauft und dies langfristig an den örtlichen MSC verpachtet. Auch in Kasendorf gab es Konflikte zwischen Landwirten, Jägern und Motorsportlern, bis ein „ein nichtjagbares Gelände ohne Zaun“ gefunden war.

Gemeinderat und Jagdpächter geben Kontra

Gescheitert war Herold mit seiner Suche auch in Rugendorf, wo er ein geeignetes Gelände um den Lagerplatz des Schicker‘schen Steinbruchs ausgekundschaftet hatte. Dort war nicht nur der Gemeinderat ob des befürchteten Motorenlärms dagegen, sondern auch der Jagdpächter. Diesen Konflikt mit Jägern konnte Herold nur zynisch kommentieren: Auch das Wild wisse, dass ihm von den Fahrern keine Gefahr drohe – nicht jedoch „wenn ein grün gekleideter Mann mit einem Gewehr auf dem Rücken kommt“, lautete sein Fazit.

Beizjagd in Ludwigschorgast ist immaterielles Kulturerbe

Anders Jagdpächter André Witt: Er betreibt in Ludwigschorgast die Beizjagd mit Vögeln, die ausdrücklich als immaterielles Kulturerbe eingestuft sei, wie er in seinem Schreiben an den Gemeinderat betont. Hierfür habe er seit April 2022 das Areal unweit des Kompostplatzes gepachtet. Seine Vögel – ein Habicht und ein Wanderfalke – würden bei Motorenlärm scheuen und das Weite suchen. Des Weiteren verweist Witt darauf, dass in unmittelbarer Nähe Naturschutzflächen seien, die mit kulturflüchtenden Arten belebt seien.

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