Auszeichnung
40 Jahre Arbeit für ein wertvolles Denkmal
Anerkennung für das Unternehmen Steingraeber & Söhne: Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Alban Schmidt-Steingraeber, Delia Schmidt-Steingraeber, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und  Bezirkstagsvizepräsident Stefan Specht.
Anerkennung für das Unternehmen Steingraeber & Söhne: Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Alban Schmidt-Steingraeber, Delia Schmidt-Steingraeber, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bezirkstagsvizepräsident Stefan Specht.
Foto: Steingraeber und Söhne
Bayreuth – Nach 40 Jahren Arbeit an den historischen Unternehmensgebäuden erhält die Bayreuther Firma Steingraeber in Neuenmarkt den Denkmalpreis des Bezirks.

Das Steingraeber-Areal besteht aus sechs historischen Gebäudekomplexen im Stadtzentrum von Bayreuth. Es erstreckt sich östlich und westlich der Stadtmauer von der Friedrichstraße über die Steingraeberpassage zur Dammallee und dem Dammwäldchen. Die Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne hat sich der Herausforderung gestellt, all das zu erhalten.

Die Bayreuther Stadtmauer durchschneidet das Gelände über eine Länge von 105 Metern; in der Mitte davon befinden sich die Reste des mittelalterlichen Teufelsturms, auf dessen Grundriss sich heute ein beschauliches Gärtchen versteckt.

Östlich der Stadtmauer gibt es sogar einen Bereich aus dem Mittelalter einschließlich Wehrgang; in der Hauptsache handelt es sich dort um Rokokobauten, die das Palais des Markgräflichen Cameriers von Liebhardt bilden. Dieses errichtete 1754 Hofbaumeister Josef St. Pierre als sein letztes Werk; nach dessen Tod führte der blutjunge Philipp von Gontard 1755 den Bau zu Ende.

Als erster Minister erhielt von Liebhardt Stuckplastiken, die vom Schlossbau für den Rokokosaal übriggeblieben waren. Hofstuckateur Pedrozzi gestaltete daneben den wertvollen „Kronos-Salon“ mit den vier Jahreszeiten – all das ist der Öffentlichkeit seit dem Einzug der Steingraebers im Jahre 1871 zugänglich. Südlich der Stadtmauer erkennt man den ehemaligen Palais-Garten und gegenüber dominiert die Gründerzeitfassade der Klaviermanufaktur aus dem Baujahr 1894 das Dammwäldchen.

Von 1980 bis 2021 wurde ein detaillierter Sanierungsplan des gesamten Geländes Zug um Zug umgesetzt.: „In zweiundvierzig Jahren hatten wir nur zwei Jahre Ruhe vom ständigen Bauen…“, sagt Udo Schmidt-Steingraeber, der froh ist, vor der Übergabe der Firma an seine beiden Kinder Alban und Fanny im Jahr 2023 mit allen großen Arbeiten fertig zu sein.

Alle Baumaßnahmen standen dabei unter dem Vorzeichen, das Gelände und die Gebäude öffentlich zu machen. So begann schon 1981 die Zusammenarbeit mit dem Iwalewa-Haus, dessen Konzertserie im Rokokosaal und in der Fabrik begann. Die Studiobühne startete 1982 das Steingraeber-Hoftheater, das Jazzforum zog ab 1984 mit seinem Programm ein, und Professor Helmut Bieler gründete im Namen der Universität Bayreuth 1987 das Festival Zeit für neue Musik.

All diese Kooperationen bestehen bis heute und werden nach wie vor erweitert, zum Beispiel mit der Eröffnung des modernen Kammermusiksaals im Jahre 2008, des Steingraeber-Klaviermuseums 2020 und der permanenten Ausstellung historischer Liszt-Fotografien 2021.

2021 wurde auch die Sanierung der Westfassade, die teilweise aus der Stadtmauer besteht, abgeschlossen.

Bezirkstagspräsident Henry Schramm übergab als Anerkennung für diese Leistungen den Denkmalpreis an die Familie Steingraeber im Rahmen eines Festakts im Dampflokmuseum Neuenmarkt.

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