Betriebsaufgabe
Stadtsteinacher Wirtin gibt nach kurzer Zeit auf
Am 15. November  kam das überraschende Aus für die Pizzeria am Stadtsteinacher Tennisplatz.
Am 15. November kam das überraschende Aus für die Pizzeria am Stadtsteinacher Tennisplatz.
Foto: Klaus Rössner
F-Signet von Klaus Rößner Fränkischer Tag
Stadtsteinach – Völlig überraschend hat in Stadtsteinach das Restaurant „La vita e bella“ geschlossen. Wirtin Tanja Stegner zog die die Notbremse.

Der Betrieb habe sich nicht gerechnet, sagte sie in einem Gespräch mit der BR. „Wir haben viel Geld verbrannt.“

Neues Konzept kam nicht an

Stegner hatte das Lokal erst seit April geführt. Gestartet war sie voller Elan und neuer Ideen. „Wir wollen unseren Gästen Speisen auf hohem Niveau bieten und ihnen einen entspannten Abend in gemütlichem Ambiente bieten“, hatte sie im Vorfeld der Eröffnung gesagt.

Erst im April  hatte Tanja Stegner das Lokal des TC Stadtsteinach übernommen und den Schlüssel von Vorsitzendem Tobias Burger erhalten. Ein knappes halbes Jahr nach der Eröffnung ist nun Schluss.
Erst im April hatte Tanja Stegner das Lokal des TC Stadtsteinach übernommen und den Schlüssel von Vorsitzendem Tobias Burger erhalten. Ein knappes halbes Jahr nach der Eröffnung ist nun Schluss.
Foto: Klaus Rössner

Sie setzte dabei auf die Philosophie des „Clean Eating“ und bot selbst gebackenes Brot und hausgemachte Nudeln an. Obwohl stimmig, hatte das Konzept keinen nachhaltigen Erfolg. „Wir haben jeden Monat Geld mitgebracht. Der erzielbare Erlös ist einfach zu gering, um das Lokal betreiben zu können.“

„So ein Pizzaofen frisst viel Energie“

Die Gastronomin weist auf die hohen finanziellen Belastungen hin, besonders beim Personal. Hinzu kämen die erhöhten Ausgaben für Strom („So ein Pizzaofen frisst viel Energie“) und für den Wareneinkauf. Mehrkosten von 35 Prozent, die sie nicht in vollem Umfang an die Gäste weitergeben konnte.

Die Betriebsaufgabe ist für Stegner auch Resultat der allgemeinen Entwicklung. Die Leute seien sehr viel sparsamer geworden, weil die Finanzkraft deutlich geschwunden sei. Die laufenden Kosten für Energie, Pacht und Personal hätten sich zu hoch aufgetürmt.

Sehr gerne in Stadtsteinach gearbeitet

Keinen Zweifel ließ die 55-Jährige daran, dass sie „sehr gerne in Stadtsteinach gearbeitet“ habe. Das Verhältnis zum TC-Vorstand sei sehr harmonisch und freundschaftlich gewesen, sie gehe keinesfalls im Zorn. Allerdings fehle der Vereinsführung mitunter das Verständnis über die Zusammenhänge und Sachzwänge eines gastronomischen Betriebs.

 

Zur Schließung beigetragen hätten auch strukturelle Defizite. So sei es ein Manko, dass in der Anlage keine Wohnung für den Gastwirt bereitstehe. Und durch den Spielbetrieb sei sie gezwungen gewesen, sechs Tage die Woche zu öffnen – also auch an umsatzschwachen Tagen. Mit Blick auf die Zukunft des Betriebs zeigte sich die Wirtin skeptisch, ob ein Nachfolger gefunden werden kann. Eine Alternative für die Tennisfreunde könnte sein, die Gastwirtschaft in Eigenregie zu betreiben.

Verein sucht jetzt neuen Pächter

Das jedoch schließt der Tennisclub aus. „Das ist schon aus zeitlichen Gründen nicht möglich“, erklärte Vorsitzender Tobias Burger. Es sei das erklärte Ziel des Vereins, die Gastronomie schnellstmöglich weiterzuführen – mit einem Pächter.

Burger unterstrich das gute und faire Verhältnis zu Tanja Stegner. „Wir haben versucht, ihr bestmöglich entgegenzukommen“, unterstrich der Vorsitzende. Umso erstaunter sei man gewesen, dass sie ohne weitere Rücksprache die Schließung des Lokals bekanntgegeben habe.

 

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