Anerkennung
Helmut Markwort in Thurnau geehrt
Der Medienpreis 2023 der Akademie für neue Medien ging an Helmut Markwort, den früheren Herausgeber des „Focus“.
Der Medienpreis 2023 der Akademie für neue Medien ging an Helmut Markwort, den früheren Herausgeber des „Focus“.
Tobias Hase, dpa
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Thurnau – Die Kulmbacher Akademie für neue Medien hat dem bekannten Journalisten und Politiker den Medienpreis 2023 verliehen. Die Auszeichnung ist nach einem Schriftsteller aus Oberfranken benannt.

Helmut Markwort, ein bekannter deutscher Journalist, Schauspieler, Medienunternehmer und Politiker (FDP) hat den Medienpreis 2023 von der Kulmbacher Akademie für neue Medien erhalten. Die Verleihung fand während des 18. Medien- und Neujahrsempfangs der oberfränkischen Arbeitgeberverbände vor vielen Gästen im Kutschenhaus des Schlosses Thurnau statt.

Markwort hatte das Konzept des Magazins „Focus“ mitentwickelt und war von 1993 bis 2010 dessen Herausgeber und danach dessen Mitherausgeber gewesen. Zudem hatte er Führungspositionen in verschiedenen Firmen des Burda-Konzerns übernommen. Bei der Wahl zum Bayerischen Landtag im Oktober 2018 war er für die FDP in den Landtag gewählt und dessen Alterspräsident geworden. Er schreibt nach wie vor jeden Montag sein Tagebuch für den „Focus“ und zieht mit seinem Wanderstammtisch durchs Land.

Ein Oberfränkischer Vorkämpfer für die Pressefreiheit

Der Johann-Georg-August-Wirth-Preis zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich in besonderem Maße um die journalistische Fort- und Weiterbildung verdient gemacht haben beziehungsweise die Akademie in besonderem Maße gefördert haben. Er ist nach einem Hofer Schriftsteller und Politiker benannt: Johann Georg August Wirth (1798 bis 1848) war ein Streiter für Freiheit und Einheit.

Thomas Nagel, Studienleiter der Akademie für neue Medien, sagte: „In seinen Reden forderte er immer wieder die nationale Einheit, Freiheit, insbesondere Versammlungsfreiheit, Presse- und Meinungsfreiheit und Bürgerrechte. Das Grundrecht der Pressefreiheit zählt zu unseren höchsten Gütern in der Demokratie − seine Meinung klar äußern zu dürfen, ohne Repressalien fürchten zu müssen.“

Journalismus im digitalen Wandel

Nagel ging aber auch auf das aktuelle Geschehen ein: „Corona und der Ukrainekrieg sind schwierige Zeiten für die oberfränkische Wirtschaft, aber auch für uns Medienschaffende.“ In den zurückliegenden 36 Jahren hat sich nach seinen Worten technisch viel verändert: von der Bandmaschine mit Rasierklinge zum digitalen Schnitt oder von der analogen Fotografie zum Drehen mit dem Smartphone. „Was aber weiterhin notwendig ist, bei allen technischen Möglichkeiten, ist die journalistische Sorgfaltspflicht, Presserecht und Medienethik, recherchieren, Nachrichten und Berichte schreiben.

Deshalb braucht es Medientrainings mit einem hohen Praxisanteil. Und Medienkompetenz wird auch in den Unternehmen und Verbänden immer wichtiger.“

Nagel hält es für wichtig, dass die Menschen die Freiheit als sehr persönliches, differenziertes Gut wahrnehmen. 40 Prozent fänden etwa, dass Pressefreiheit nicht so wichtig sei wie die persönliche Sicherheit.

Für die Pressefreiheit einstehen

„Umso wichtiger sind Persönlichkeiten, die für die Pressefreiheit einstehen, die ein Gespür haben für die Medien der Zukunft und sie auch selbst als Medienunternehmer gestalten“, sagte der Studienleiter der Akademie für neue Medien.

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