Landwirtschaft
Ferkelerzeuger geraten unter Druck
Wie geht es mit der Schweinezucht in Oberfranken weiter?
Wie geht es mit der Schweinezucht in Oberfranken weiter?
Jens Büttner/zb/dpa
F-Signet von Stephan Herbert Fuchs Fränkischer Tag
Himmelkron – „Wir sind im Stall top, aber wir wissen nicht, wo die Reise hingeht.“ Jan Schrijer, Vorsitzender des Fleischerzeugerrings Oberfranken, macht sich Sorgen um die Zukunft der Schweinezucht.

Weiterhin begrenzte Exportmöglichkeiten durch die Afrikanische Schweinepest, stark gestiegene Produktionskosten und ein weiterer Rückgang des Fleischverbrauchs nannte Schrijer als Gründe für den unterdurchschnittlichen Deckungsbeitrag.

6500 Mastplätze weniger als im Vorjahr

Nach den Worten von Fachberater Christian Bauer vom Amt für Landwirtschaft Bayreuth-Münchberg lag die Zahl der Schweinemastbetriebe im zurückliegenden Wirtschaftsjahr in Oberfranken bei 97 mit zusammen 57.767 Mastplätzen. Dies entspreche einem Rückgang von rund 6500 Mastplätzen gegenüber dem Vorjahr. Bedenklich stimme die Struktur der Betriebe: 38 hätten weniger als 500 Mastplätze. Das könnten diejenigen Betriebe sein, bei denen die Aufgabe in den kommenden Monaten oder Jahren wahrscheinlich ist.

Immer mehr Ferkelerzeuger geben auf

Ähnlich stellt sich die Situation in Oberfranken bei den Ferkelerzeugern dar. „Immer mehr geben auf, steigen aus der Ferkelproduktion aus und orientieren sich neu“, so der Fachberater. Er sprach von noch 60 registrierten Ferkelerzeugern im zurückliegenden Wirtschaftsjahr, was einem Rückgang um acht Betriebe im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 130 Betriebe.

Futtersituation stellt Schweinemäster vor Herausforderungen

Stark gebeutelt hätten die Ferkelerzeuger genauso wie die Schweinemäster die angespannte Futtersituation. Auch die Kosten für Gesundheit und Hygiene gehörten zu den Preistreibern. Die Tendenz abnehmender Ferkelzahlen betreffe dabei freilich nicht nur Oberfranken, die Zahlen gehen in ganz Bayern zurück. „Man braucht es gar nicht weiter zu erläutern, wie die Stimmung draußen ist“, so der Fachberater.

Christian Bauer (links) und Jan Schrijer.
Christian Bauer (links) und Jan Schrijer.
Stephan Herbert Fuchs

Kritik hatte der Vorsitzende Jan Schrijer zuvor an der Bundespolitik geübt. „Özdemir hat viel versprochen, aber so richtig was getan hat er nicht“, sagte er. „Wir bräuchten jemand, der sich vor die Landwirte stellt und uns unterstützt“, so Schrijer.

Bamberger Schlachthof spielt wichtige Rolle

Eine bedeutende Rolle spiele die Zukunft des für ganz Oberfranken wichtigen Bamberger Schlachthofes. „Die Kuh ist erst einmal vom Eis“, so Klaus Siegelin, Kreisobmann von Kronach und einziger Schweinehalter im BBV-Bezirksvorstand. Das bedeute, dass der auf der Kippe stehende Schlachthof eine Bestandsgarantie für das laufende Jahr hat. In dieser Zeit soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, auf deren Grundlage der Bamberger Stadtrat dann neu entscheiden muss.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: