Eilverfahren
Wohnraum - und zwar möglichst schnell
Die künftige Wohnbauentwicklung in Marktschorgast soll im Bereich der „Schützenkasperwiese“ erfolgen.
Die künftige Wohnbauentwicklung in Marktschorgast soll im Bereich der „Schützenkasperwiese“ erfolgen.
Symbolbild: Julian Stratenschulte, dpa
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Marktschorgast – Bei der „Schützenkasperwiese“ sollen Wohngebiete entstehen. Der Bebauungsplan soll im Eilverfahren beschlossen werden – sogar ohne Umweltprüfung.

Mit dem Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Flächennutzungsplanes hat der Marktgemeinderat am Dienstagabend die Weichen für die Ausweisung weiterer Wohnbauflächen in Marktschorgast gestellt.

Außerdem sollen weitere gewerbliche und gemischte Bauflächen im Bereich der Außenorte von Pulst und Ziegenburg entstehen.

Flächennutzungsplan muss angepasst werden

Bürgermeister Marc Benker (CSU) verwies darauf, dass der Flächennutzungsplan zuletzt im Jahr 2012 geändert wurde: „Seitdem haben sich aus den verschiedensten Gründen Abweichungen beziehungsweise anderweitige Entwicklungen mit der Ausweisung von weiteren Wohnbau- und Gewerbeflächen ergeben, die eine erneute Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich machen.“

In der Bauausschusssitzung am 6. Oktober bat das Gremium noch darum, den Änderungsbedarf in den Bereichen Ziegenburg und Rohrersreuth zu überprüfen.

Für den Bereich Rohrersreuth besteht in Abstimmung mit dem Landratsamt kein Planungsbedarf, für Ziegenburg wurde die Änderung hinsichtlich der Einbeziehungssatzung berücksichtigt.

Wohngebiet bei „Schützenkasperwiese“

Das Gremium nahm von den geplanten Änderungen Kenntnis und fasste dazu den Aufstellungsbeschluss zur dritten Änderung des Flächennutzungsplanes.

Die künftige Wohnbauentwicklung soll im Bereich der „Schützenkasperwiese“ erfolgen und dafür wurde auch die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen.

Benker berichtete, dass die Marktgemeinde bereits im vergangenen Jahr eine Teilfläche des Grundstückes erworben habe: „Es ist beabsichtigt, auf dem Grundstück weitere Wohnbauflächen zu erschließen, nachdem keine freien Bauflächen innerhalb des Gemeindegebietes Marktschorgast mehr zur Verfügung stehen, jedoch eine entsprechende Nachfrage für die Ausweisung von Wohnbauflächen besteht.“

Keine Umweltprüfung

Es sei daher notwendig, einen Bebauungsplan aufzustellen, der im beschleunigten Verfahren erfolgen soll. Begründet wurde dies damit, dass sich die Fläche unmittelbar an den im Zusammenhang bebauten Ortsteil anschließt und die geplanten Grundflächen weniger als 10.000 Quadratmeter umfassen.

Es wird keine Umweltprüfung stattfinden und eine frühzeitige Unterrichtung und Erörterung soll im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes erfolgen. Der Beschluss erfolgte einstimmig und Benker sprach von einem weitreichenden Beschluss des Marktgemeinderates.

Verfahren wird abgestimmt

Im Vollzug des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes wurde eine Teilstrecke des öffentlichen Feld- und Waldweges „Christophbühl“ mit einer Länge von 440 Meter eingezogen.

Träger auf der verbleibenden Fläche sind die Eigentümer der angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücke. Benker teilte mit, dass das Verfahren auch mit dem BBV-Kreisverband und dem örtlichen BBV-Obmann abgestimmt wurde.

Grünes Licht gab die Marktgemeinde für eine weitere Entwicklung der kürzlich in Betrieb genommenen Totalenergies Tankstelle im Gewerbegebiet „Christophbühl“.

Mehr Ladeleistung für Elektroautos

Hier wurde der Errichtung von HPC-Ladesäulen zugestimmt und auch die erforderliche Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erteilt. Die neueste Generation der Ladetechnik ist das High Power Charging (HPC).

Hier stehen Ladeleistungen zwischen 100 und 350 Kilowatt bereit. Das bedeutet für Besitzer von Elektroautos eine enorme Einsparung bei der Ladezeit – fünf Minuten für bis zu 100 Kilometer. „Das ist ein weiteres Angebot, das die Anlage ein stückweit aufwertet“, erklärte Benker.

Kostensteigerungen werden kommen

Zur Anfrage von Gerd Homski (CSU), ob die Marktgemeinde auch mit einem Strompreis-Schock bei der Stromlieferung rechnen müsse, erklärte Benker, dass die Marktgemeinde keinen Rahmenbündelvertrag abgeschlossen habe, sondern den Strom über die Stadtwerke Kulmbach beziehe.

Die Stadt habe eine Erhöhung bereits angekündigt, aber bisher liegen hier noch keine Unterlagen vor.

„Es wird zu Kostensteigerungen kommen“, gab Benker zu, „aber wir können froh sein, dass wir die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt haben und so den Stromverbrauch auf ein Drittel reduziert haben. Das hilft uns sehr. Die Energieversorgung insgesamt ist ein spannendes Thema und wir müssen schauen, wo die Reise hingeht.“

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